laut.de-Kritik

Die Guns N' Roses des 21. Jahrhunderts?

Review von

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass American Head Charge so etwas wie die Guns N' Roses des 21. Jahrhunderts werden wollen. Anstatt sich ganz auf ihre Musik zu verlassen, scheinen Drogenkonsum und die daraus resultierenden öffentlichen Exzesse (fürs Image) genauso wichtig zu sein.

Um in den Staaten ganz oben mitzuspielen, kann man auf das Stilmittel der Provokation kaum verzichten. Und so waren American Head Charge mit ihrem Debüt "The War Of Art" ziemlich schnell eine ordentliche Nummer. Tourneen mit namhaften Bands und die Teilnahme an der Ozzfest-Tour 2001 waren die Folge. Das brachte allerdings einige Exzesse mehr und durchgebrannte Sicherungen im Kleinhirn mit sich, weshalb der Nachfolger "The Feeding" erst Jahre später in die Läden kommt.

Im Vergleich zum Debüt gehen AHC auf "The Feeding" wesentlich geradliniger zu Werke. Offbeats und vertrackte Breaks sind hier Mangelware, vielmehr steht der Song an sich im Vordergrund. So schmeichelt der Opener "Loyality" nach einem satten Eingangsriff zunächst einfühlsam dem Gehörgang, ehe Martin Cock zum Chorus hin die Sau raus lässt.

"Pledge Allegiance" hält das Aggressionslevel, was Gitarren und Gesang angeht, oben und geht gleichsam in Ohr und Bein. Die wirklich fetten Grooves packen sie mit "Dirty" aus, wo Mr. Cock stimmlich seine ganze Bandbreite ausfährt, bevor mit "Ridicule" zunächst wieder trügerische Ruhe einkehrt.

Leider folgen dann einige sehr gewöhnliche Stücke, die auch das Schweinegrunz-Intro von "Erratic" nicht aufwertet. "Fiend" wiegt einen erneut in Sicherheit, bevor es seine heimtückische Seiten ausspielt. Fies sind hier die Horrorfilm-Streicher im Hintergrund.

"Cowards" habe ich von Ministry zwar schon zehnmal besser gehört, dafür beendet "To Be Me" das Album glücklicherweise nicht enttäuschend. Während die Snare einen Marsch trommelt, schwebt Cock mit seiner sanftesten Stimme darüber hinweg und lässt, von spärlichen Gitarren begleitet, die Scheibe recht entspannt ausklingen.

Trackliste

  1. 1. Loyalty
  2. 2. Pledge Allegiance
  3. 3. Dirty
  4. 4. Ridicule
  5. 5. Take What I've Taken
  6. 6. Leave Me Alone
  7. 7. Walk Away
  8. 8. Erratic
  9. 9. Fiend
  10. 10. Cowards
  11. 11. To Be Me

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