laut.de-Kritik

Keine Spur mehr vom Zauber des Debüts.

Review von

Vor zwei Jahren veröffentlichte Symphony X-Sänger Russell Allen mit der The Dark Element- und Ex-Nightwish-Vokalistin Anette Olzon mit "Worlds Apart" ein erstes, gemeinsames Album. Mit von der Partie war Multiinstrumentalist, Songwriter und Produzent Magnus Karlsson, der schon zuvor mit Allen zusammenarbeitete. Der hat nun für "Army Of Dreamers" erneut Gitarren-, Bass- und Keyboardparts beigesteuert und auch sämtliche Songs wieder geschrieben und produziert.

Jedenfalls weiß Karlsson, was er tut, herrscht doch zwischen schnellen ("Army Of Dreamers", "Never Too Late"), sinfonischen ("A Million Skies", "I Am Gone") und melodiösen ("Carved Into Stone", "Are We Really Strangers") Momenten ein ausgewogenes Gleichgewicht. Zudem veredelt er mit dem ein oder anderen Gitarrensolo noch manche Nummer.

Doch leider ist jeder einzelne Track im Gegensatz zum Erstling als Duett angelegt, wodurch das solide Songwriting schnell in den Hintergrund rückt und sich Gleichförmigkeit breitmacht. Zudem funktionieren alle Songs gesanglich nach dem selben Prinzip: Einer der beiden Duettpartner beginnt mit einer Strophe, der andere legt eine weitere Strophe nach, bis es schließlich im Chorus zum Aufeinandertreffen beider Stimmen kommt.

Dabei schlägt das Kräfteverhältnis zu sehr auf Olzons Seite aus, die es mit ihren monotonen Gesangslinien allerdings nicht schafft, das komplette Album zu tragen. Im Grunde genommen hätte Allen dort hinehört, wie es oftmals auf dem Debüt der Fall war, der mit seinem emotional kraftvollen Organ eine weitaus bessere Figur abgibt als die Schwedin.

So wartet man bis zum zehnten Track "Are We Really Strangers", bis hymnische Europe-Keyboards "Army Of Dreamers" endlich mal aus dem Dornröschenschlaf reißen. Zudem liefern sich Olzon und Allen im Refrain tatsächlich mal ein Duett auf Augenhöhe. Etwas mehr Mut und Abwechslung wie hier hätte man sich auch für die restlichen Songs gewünscht.

Am Ende bleibt ein Album, das aufgrund der Allround-Fähigkeiten Karlssons nie wirklich schlecht klingt, aus der Masse an Veröffentlichungen im Symphonic Metal aber kein bisschen heraussticht, da es zu wenig eigenen Charakter auffährt. Vom Zauber des Debüts bleibt kaum noch eine Spur.

Trackliste

  1. 1. Army Of Dreamers
  2. 2. So Quiet Here
  3. 3. Out Of Nowhere
  4. 4. A Million Skies
  5. 5. Carved Into Stone
  6. 6. All Alone
  7. 7. Look At Me
  8. 8. Until It's Over
  9. 9. I Am Gone
  10. 10. Are We Really Strangers
  11. 11. Never Too Late

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