laut.de-Kritik

Emotionen und schöne bis schräge Melodien.

Review von

Okay. Linkerhand seht ihr drei Wertungsbalken. Es sind vier. Denn Alien Ant Farm gehören zu den Acts, die ihren Erfolg im Zuge der Auferstehung harter Rockmusik definitiv verdient haben. Sie sind tight, überzeugen mit gutem bis sehr gutem Songwriting und haben einen großartigen Sänger. "ANThology" ist aus einem Guss und das auf hohem Niveau.

AAFs Roots liegen in Rock und Metal. Dazu kredenzt uns Dryden Mitchell ein reichhaltiges Gedeck an Emotionen und schönen bis schrägen Melodien. Wenn, dann gibt es bei AAF nur ein Problem: Hört man sich die Platte Song für Song, Track für Track ab, kommen vier oder fünf Punkte heraus. Betrachtet man das Album aber als Ganzes, erreicht es nicht ganz die Faszination, die Bands wie Rage Against The Machine oder die Deftones ausstrahlen.

Der Opener "Courage" verschmelzt Härte, Groove und Melodiösität perfekt. "Flesh And Bone" überzeugt mit intensivem Refrain, während die zweite Single "Movies" eine typische US-Emorock-Nummer ist. Bei "Sticks And Stones", dem vielleicht besten Stück (erinnert im Gitarrensound an Helmet oder Prong), schwebt Mitchells Stimme schwer und bedeutend über den Refrain-Riffs. Ein typisches Merkmal, das AAFs Klasse ausmacht. "Wish" huldigt den Metal-Roots. Streicher auf "Universe" lassen die Platte hymnisch ausklingen. Der Hidden-Track "Orange Appeal" transportiert dann noch eine untypische AAF-Atmosphäre, die vielleicht mehr hätte zum Zuge kommen sollen.

Langsam drängt sich die Frage auf, ob man im Alternative/NuMetal Bereich noch große Brötchen backen kann. AAF haben ihren Erfolg ohne Frage verdient. Mir gefallen sie jedenfalls besser als ihre Mentoren um Coby Dick. Im Meer der NuMetal-Neuerscheinungen entscheiden aber allein die persönlichen Vorlieben (denn gut spielen können viele). Was Michael Jackson betrifft, mag man ihn belächeln oder nicht. Jacko ist jedenfalls für Tanzboden-Brenner verantwortlich, die ihresgleichen suchen. Nach "Billy Jean" kann es nur ein Cover geben: "Smooth Criminal".

Trackliste

  1. 1. Courage
  2. 2. Movies
  3. 3. Flesh And Bone
  4. 4. Whisper
  5. 5. Summer
  6. 6. Sticks And Stones
  7. 7. Attitude
  8. 8. Stranded
  9. 9. Wish
  10. 10. Calico
  11. 11. Death Day
  12. 12. Smooth Criminal
  13. 13. Universe

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1 Kommentar mit 4 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Erstaunlich gut gealtert für eine Platte aus der Zeit. Höre ich noch immer gerne.

    • Vor 3 Jahren

      Antithese:

      Da waren für die Zeit und das Genre wirklich bemerkbar fähige und hochqualifizierte Musiker am Werk, die jedoch mit dieser Platte zeigen, dass das überdurchschnittlich gute Beherrschen eines oder mehrere Instrumente noch keinen tauglichen Songwriter aus irgendwem macht. Dies zeigt sich gerade an dieser Platte außergewöhnlich deutlich, da der eine, wirklich herausragende Track der Scheibe eben nicht aus der Feder der Band stammt (auch wenn sie sich mit dem gewählten und irgendwie für diese Zeit durchaus gelungenem Cover so gesehen keinen Gefallen getan haben, da sie - wie so viele NuMetal-/Alternativebands aus dieser Zeit - mit eben diesem (80er-Pop-auf-NuMetal/Alternative getrimmten) Cover überregional bekannt wurden und sich Zeit ihrer Karriere nur noch daran messen lassen mussten, woran sie - ebenso wie so viele Bands dieser Epoche mit dem gleichen Ansatz - in der Folge kläglich scheiterten).

    • Vor 3 Jahren

      Ah shit, good one, in der Hektik liegen lassen... :D

      Danke für die Ergänzung!

    • Vor 3 Jahren

      @soulburn: da gebe ich dir insofern absolut Recht, dass sich AAF keinen Gefallen damit getan haben, Smooth Criminal zu covern. Weckt völlig falsche Erwartungen an Band und Album.
      Betrachtet man das Album davon mal losgelöst, ist das für mich größtenteils Rock fürs Radio, wie er sein sollte.