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Tocotronic
K.O.O.K.
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LAUT.STÄRKE

REVIEW VON

K.O.O.K: Das fünfte Album von Tocotronic und die bittere Erkenntnis, daß auch Lieblingsbands irgendwann erwachsen werden.

Daß Jan, Arne und Dirk ihre Instrumente zu beherrschen lernen und Spaß an ausgefeilten Produktionen bekommen, war früher oder später sicher unvermeidbar. 70 Tage hat die Band für die Arbeit an K.O.O.K. im Studio verbracht. Und das hört man. Leider. So sehr mich die Frickeleien mit Synthesizern und sonstigem elektronischem Gerät, die wunderlichen Gitarrentöne hier und da in einzelnen Stücken begeistern können, so sehr gehen sie auf Albumlänge auf den Sack.

Und da wären wir schon beim Hauptproblem, daß ich mit den Stücken auf K.O.O.K. habe: Ich mag sie alle - aber nicht alle zusammen. Höre ich mir einzelne Songs an, tendiere ich zur Begeisterung, höre ich die Platte am Stück, macht sie mich ärgerlich. Komischer Effekt.

Der textliche Weg, weg vom reinen Sloganeering, hin zu abstrakteren Erzählweisen, wurde schon beim Vorgänger-Album eingeschlagen und läßt sich prima mitgehen. Man wird ja älter und trägt sowieso kaum noch T-Shirts. Nur das anhaltende Midtempo-Geschrammel und das scheinbar zum Selbstzweck gewordene Aufbrechen klassischer Songstrukturen verstehe ich nicht. Verflixt nochmal, auch erwachsene Bands dürfen gerne mal ein Brett vom Zaun brechen (siehe Blur's "Song 2"), ohne auf Anspruch und Ernsthaftigkeit verzichten zu müssen. Aber irgendwie wollten Tocotronic mit diesem Album zu sehr Pavement sein.

Und so nehme ich K.O.O.K. mehr als Versprechen auf das großartige Album, das nachfolgen wird, wenn sich die Jungs wieder ein bißchen locker gemacht haben. Am liebsten bald.

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