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Silbermond
Nichts Passiert


LAUT.STÄRKE

REVIEW VON

Das Problem von Silbermond? Satter Mainstreamrock mit viel Pop und (Teenager-) Gefühl, die ganze Palette von berechenbar sanft bis - man nennt es wohl "mutig". Tatsächlich ein Problem? Für den Rezensenten schon - dennoch kann man die Leistung des Quartetts würdigen.

Sympathisch kommen sie rüber auf den Promofotos, die Bautzener, am Songwriting oder an der Arbeit im Studio gibts nichts zu meckern - und der Limited Edition von "Nichts Passiert" legen Silbermond auch noch ein 74-minütiges Livekonzert der "Laut Gedacht"-Tour samt Hardcoverbooklet bei. Das nennt man Dienst am Fan.

Angesichts des satten Titeltracks oder der recht untypisch arrangierten Uptemponummer "Tanz Aus Der Reihe", die Elektronik und Rock okay verbindet, möchte man den drei Silbermond-Instrumentalisten trotzdem manchmal empfehlen, eine neue Band zu gründen.

Dann käme die ein oder andere schicke Fotoinszenierung im Booklet stimmiger: Da sitzt man so relaxt am Tresen, als spiele man in einer Band namens Kings Of Leon. Das passt dann doch nicht zur völlig unspannenden und TV-kompatiblen Stimme der Frontdame ("Irgendwas Bleibt"). Und im Suff verprügeln sich Johannes und Thomas Stolle sicherlich auch nicht.

Da kann ein gesellschaftspolitisch ambitionierter Rundumschlag ("Nicht Mein Problem") nur Plattitüden hergeben. Ich bitte euch: Wer hat heutzutage noch Angst vor dem gemütlichen Edmund Stoiber? Einem Mann, der seine Frau zärtlich Muschi nennt? Lächerlich auch, dass ausgerechnet Jan Delay hier für Credibility auf dem Papier sorgt. Musikalisch dennoch eine gelungene Kreuzung aus Elektropop und Rock.

Die Anfangssequenzen von "Keine Angst" dürften von Zeppelins "Kashmir" inspiriert sein - geschenkt. Die mit Distortion belegte Snare respektive der raue Drumgroove von "Die Liebe Lässt Mich Nicht" passt wiederum schlecht zu Stefanies Stimme. Das gelingt bei "Nichts Mehr" besser, eine schöne Alternativerock-Nummer, auch wenn die unmittelbare Inspiration momentan nur auf der Zunge liegt. Nirvana vielleicht?

Die ein oder andere Instrumentierung gerät so für Stefanies Standards viel zu kräftig, zuweilen gar speziell. Ganz anders auf "Sehn Wir Uns Wieder" mit Xavier Naidoo - eine gelungene Midtempo-Kollaboration. Silbermonds Drittling, letztlich eine sichere Bank.

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