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British Sea Power
Do You Like Rock Music?


LAUT.STÄRKE

REVIEW VON

All hail the British Sea Power! Die Band aus Südengland, benannt nach Britannias glorreicher seefahrerischer Vergangenheit, entwickelt sich mit ihrem dritten Album zum Schwergewicht in der UK-Indieszene.

Ihre Vorgängeralben "The Decline Of ..." und "Open Season" wiesen die Richtung, "Do You Like Rock Music?" darf getrost als der vorläufige Höhepunkt ihres Schaffens bezeichnet werden.

Dabei geht es so unscheinbar los: Ein dumpfes Klopfen eröffnet "All In It", das sich nach wenigen Sekunden als andächtige Intro-Hymne entpuppt, die zwischendurch ausfadet und um so bombastischer zurückkehrt. In diesem Moment ahnt man, dass man das erste ganz große Album des Jahres hört.

Zumal das über sechs Minuten lange "Lights Out For Darker Skies" mit einem irrsinnig eingängigen Gitarrenthema aufwartet. Allein das sollte man täglich zwei Stunden lang hören! Denn mit ihm brechen alle Dämme: British Sea Power sind Pop as fuck! Der treibende Rhythmus eines "Pounding" der Doves vermengt sich mit dem gehauchten, aber rauhen Gesang Yans, einer durchaus rockigen Gitarre und Chorgesängen.

Überhaupt, der Gruppengesang machts. "No Lucifer" kommt ohne ihn nicht aus, ebensowenig die erste Single "Waving Flags". Hin- und mitreißenden, ganz ganz großen Pop perfektionieren BSP mit einer scheinbaren Leichtfüßigkeit, dass es einem vor Glück die Tränen ins Auge treibt.

Erst das von Streichern untermalte "Canvey Island" nimmt das Pathos und das poppende Treiben etwas zurück. Erst in der zweiten Hälfte wächst der Song zum einem soundgewaltigen Layer-Spektakel an. Hier bemerkt man, wie dicht die Musik von BSP ist. Ton-Puristen mag es aufstoßen, doch der Intensität, die durch diesen wall of sound entsteht, kann man sich schwer entziehen.

Die Spannungen aufrecht zu erhalten, fällt den Stücken zunehmend schwerer, "Down On The Ground" und dem rockigen "A Trip Out" gelingt dies nicht mehr ganz. Das Instrumental "The Great Skua" leitet über in das zarte "Atom", in dem Sänger Yan - wie schon auf dem Vorgänger "Open Season" - anfänglich stark an David Bowie erinnert.

Der Song wandelt sich nach einer Minute in eine flotte Poprocknummer und - schwupps - ist die Spannung wieder da. Das feinfühlige "No Need To Cry" fügt sich erstaunlich gut an ebenso wie das weiche "Open The Door", das den Hörer sanft bettet. Und am Ende noch mit einer Gänsehaut-Hookline überrascht.

Ob es das abschließende Acht-Minuten-Pasticcio, das wohl der Abrundung wegen noch einmal das einleitende "All In It" aufgreift, wirklich gebraucht hätte, darüber mag man streiten. Doch allein auf Grund seiner ersten Hälfte gehört "Do You Like Rock Music?" in jedes CD-Regal.

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