laut.de-Kritik

Dritter Aufguss der neuen "Wiener Gemütlichkeit".

Review von

Was da aus Wien herüber schallt, ist ja schon lange kein Geheimtipp mehr. Mit der dritten Auflage des von Jürgen Drimal initiierten Vienna Scientists-Samplers wird das Klischee von der "Wiener Gemütlichkeit" wieder mal voll bedient.

Los geht's im bekannten Schlurf-Tempo und Gregor Ugovsek und Michael Konrad aka Vienna D.C. müssen nicht lange erklären, warum sie den Track "Dope Control" getauft haben. Wenn die Kontrolle nicht so recht geklappt hat, kommt die logische Konsequenz: erst einmal im Sessel zurück lehnen und entspannt lauschen. In diesem Ambiente fühlen sich auch die Linzer der Familie Seelig (was für ein grandioser Name!) wohl. So kann es von mir aus getrost weiter gehen. Leicht angejazzt, mit Mona Moore und ihrer extrem lasziven Stimme stellen Sin einen kleinen Gegenpart zu den sehr vernebelten ersten beiden Songs dar. Mit "Annanas" aus dem grandiosen "Sushi"-Album ist es aber erst einmal vorbei mit der Herrlichkeit, denn danach liefern Freedom Satellite den ersten Durchhänger ab. Nicht, dass "Dubalicious" völlig daneben wäre, aber so ein Ding macht sich besser als Begleitmusik zum Tor des Monats als auf dieser Zusammenstellung, zumal das penetrante Bass-Geslappe ziemlich nervt.

Fügte sich das noch ganz gut ins Konzept, so fällt der Beitrag der Menheads vollkommen aus dem Rahmen. Alles andere als zurück gelehnt, hoppelt dieser im Latino-Rhythmus so passend durchs Programm wie eine BSE-Kuh auf einem Veganer-Kongress. Den Katastrophen-Dreier vervollständigen Max und Philipp Thomasberger alias Syncope mit "Drugstore Woman". Keine Ahnung, ob Drogerie-Ladys auf "RRRRRRABUMMBEDA" stehen, ich nicht!

Gott sei Dank gibt es danach aber wieder gewohnt deepe Beats, die die Magenwand wunderbar vibrieren lassen. Walkner.Möstl. (wo kommt so ein Name her??) liefern einen der Höhepunkte des Albums ab und auch die letzten vier Tracks lassen die Schwächen im Mittelteil vergessen. Insgesamt gesehen ist der dritte Aufguss nicht ganz so stark wie die beiden Vorgänger, aber trotzdem hörenswert.

Trackliste

  1. 1. Vienna D.C. - Dope Control
  2. 2. Familie Seelig - Friends
  3. 3. Sin - The Game Of Despise
  4. 4. Tosca - Annanas
  5. 5. Freedom Satellite - Dubalicious
  6. 6. The Menheads - Keep On Truckin'
  7. 7. Syncope - Drugstore Woman
  8. 8. Walkner.Möstl - Who Is It?
  9. 9. The Waz Exp. - Close Your Eyes
  10. 10. Uko - Little Trick
  11. 11. Snail Mail - 5-Leaf-Clover
  12. 12. Sonic Adventure Project - Forty-Two

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