laut.de-Kritik

Der Nerdbrillenträger des Jahres: Here comes the Dubstepper!

Review von

Skrillex, die Hypemachine des Dubstep. Heavy Metal-Cover, Doors-Collabo, krasser Typ. Seine Klangwelt kann als Blueprint für eine Generation von Musikkonsumenten herhalten, die Spaß haben will. Und für einen Sound, der ganz tief in der gigantischen Grabbelkiste der Popreferenzen herumfuhrwerkt. Deep House-Afficionados mit Adorno-Poster an der Wand können mit solch einer derben Direktheit freilich nichts anfangen. Für sie ist diese Platte aber auch gar nicht gemacht.

Skrillex' vierte EP "Bangarang" strotzt vor Abwechslung, Dialektik und Widerspruch. Poppige polierte Sounds treffen auf derbe Sägezahn-Synthesizer. The Prodigy, Baile Funk ("Right On Time"), Yamaha DX-7, Heftigness. Immer her damit! Extrem glatt produzierte Klänge konfrontiert Skrillex mit harten Bassattacken.

Gleichsam ist genügend Struktur vorhanden, um dem Tänzern das Bein sicher durch die Nacht zu führen: In den Breaks etwa entschleunigt der Nerdbrillenträger des Jahres, dem Genre gerecht werdend, auf die halbe BPM-Zahl. Und damit man sich auch richtig auf die Attacken vorbereiten kann, leiten diese fristgerecht der Trommelwirbel ein.

Here comes the Dubstepper! Die sieben Tracks sind gespickt mit Musikeinflüssen, die so schnell aufeinander folgen, wie es im Internetzeitalter üblich ist: Sinneseindruck, Verarbeitung, Zack -weiter gehts. Aus Samples entstehen neue Vocal-Hybriden ("Summit"), Falco salutiert ansatzweise aus dem Jenseits ("Kyoto") - und Skrillex, der Feierstarter, kann stolz darauf sein, diesen wahnwitzigen, etwa halbstündigen Krieg der Töne in Einklang gebracht zu haben.

"Bangarang" festigt die Stellung des Sample-Architekten. Ein etwas dezenterer Einsatz von Trance-Referenzen, Reverb-Effekten und Quetsch-Synths hätte zwar nicht geschadet. Aber um Dezenz ging es Herrn Sonny John Moore wohl auch nicht.

Trackliste

  1. 1. Right In
  2. 2. Bangarang (feat. Sirah)
  3. 3. Break N A Sweat (Skrillex & The Doors)
  4. 4. The Devil's Den (Skrillex & Wolfgang Gartner)
  5. 5. Right on Time (Skrillex, 12th Planet & Kill The Noise)
  6. 6. Kyoto (feat. Sirah)
  7. 7. Summit (feat. Ellie Goulding)

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23 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    derbe Sägezahn-Synthesizer...heftige Bassattacken...genau diese Kacke nervt mich an (Skrillex-)Dubstep. Wobei es beim Durchhören doch nicht ganz so schlimm klingt wie erwartet....naja, jedem, der nicht auf so nen Spack-Dubstep steht, sei das aktuelle Album von Chase and Status empfohlen.

  • Vor 5 Jahren

    Also ich würds mir weder kaufen noch downloaden, da mich der Typ mit seiner Musik sowas von auf die Nerven geht.
    Ich muss aber zugeben, dass er mich mit 2 Songs("First of the Year" und "Scary Monsters and nice Sprites") fasst schon mal gehabt hätte. (Nicht wegen den "Bassklängen", sondern wegen den Melodien.:D)
    Aber nur zwei reichen halt nicht aus, wenn der Rest belanglos klingt.

    3/5 find ich in Ordnung, da sichs zwar nicht besonders gut, aber auch nicht unbedingt schlecht anhört.

  • Vor 5 Jahren

    Leider geil, ... ihr Spacken! ;P

  • Vor 5 Jahren

    Oh Leute, ist doch alles nur Musik. Wenns einem gefällt - gut - wenn nicht, dann hört man halt was anderes. Von der Musikerpolizei zu sein, ist doch noch viel uncooler, als diese Musik zu mögen :-)

    Auch mir gefällt First Of The Year. Auch wenn der Rest nichts taugt, hat Skrillex damit zumindest dieser Welt einen richtig geilen Song geschenkt - was mehr ist als manch anderer Act hinbekommt :D

  • Vor 5 Jahren

    Oh Leute, ist doch alles nur Musik. Wenns einem gefällt - gut - wenn nicht, dann hört man halt was anderes. Von der Musikerpolizei zu sein, ist doch noch viel uncooler, als diese Musik zu mögen :-)

    Auch mir gefällt First Of The Year. Auch wenn der Rest nichts taugt, hat Skrillex damit zumindest dieser Welt einen richtig geilen Song geschenkt - was mehr ist als manch anderer Act hinbekommt :D