laut.de-Kritik

Von Schneeengeln und Feuerklauen.

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Der Winter ist da und bringt eine passende Erweiterung für "Horizon Zero Dawn" mit sich, mit dem uns Guerilla Games das (neben "The Legend of Zelda: Breath of the Wild") beste Action-Rollenspiel des Jahres 2017 beschert haben. In der DLC "The Frozen Wilds" erwarten die sympatische Hauptfigur Aloy eine neue Storyline, weitere beeindruckende Maschinen-Dinosaurier, verzaubernde Nordlichter, gefrorene Wasserfälle und hundert Arten des Schnees. Die Kontraste aus Natur, Fantasy, Dystopie, und Science Fiction prallen im Spiel wie auch im Score ein weiteres Mal aufeinander. Außerdem kann die tapfere Jägerin vom Stamm der Nora nun auch Schneeengel machen. Love!

Selbstverständlich muss dafür auch der im diesen Jahr bereits mit dem Jerry Goldsmith Award ausgezeichnete Soundtrack vom Komponistenteam um Joris de Man, The Flight und Niels van der Leest in die Verlängerung. Ganze vier Stunden dauerte der erste Teil, der sich in die Welten "Motherland", "Out Of The Embrace", "Onwards To Meridian" und "Secrets Of The Earth" aufteilte. Die nun veröffentlichten 49 Minuten wirken dagegen greifbar und entspannt.

Natürlich gibt es keinen deutlichen Bruch. Wie im Spiel selbst fügt sich die Erweiterung nahtlos ein, schließt sich der Gesamtstimmung an. De Man fängt die Schönheit einer tausend Jahre nach dem Ende unserer Zivilisation von der Menschheit erholten Natur ein, während mit The Flight die Tribes und bedrohlichen Monster ihren Weg in die Musik finden. Doch viele feine, neue Nuancen warten auf ihre Entdeckung.

Auf das von Julie Elen vorgetragene "Aloy's Theme" müssen wir leider verzichten, der neue Leitfaden "Into The Frozen Wild" schlägt sich jedoch mehr tapfer. Mehr als zuvor pirscht sich Elektronik in die Soundlandschaften und spinnt kalte Fäden durch die Kompositionen. Oft so deutlich und passend, dass man sich während des Spielens fragt, warum dies nicht bereits vorher passierte.

Theatralisch führt de Man mit "To The Banuk" den neuen Stamm der Banuk ein. Im esoterischen, von Flöten und Kalimbas umrahmten "White Falls" fängt er ebenso beispielhaft die Schönheit der Kälte wie auch die Momente ein, in denen die malerischen Farben der neuen Umgebung die weiße Leinwand durchbrechen. Schließlich lässt schon ein Blick auf das Cover schnell erahnen, in welchem Gebiet der Vereinigten Staaten "The Frozen Wilds" spielt.

Wie ein Rudel Wölfe schleichen sich "The Frostclaws" und "Spirits Revlead" bedrohlich heran und bereiten auf den bevorstehenden Kampf vor. Der bricht in "Out From Thunder" in all seiner Dramatik herein und bringt die Hitze in die gefrorene Wildnis. Doch ausgerechnet Niels Van der Leests einziges Stück "Running The Frost", in dem Frost und hämmernde Tribals zusammenkommen, wird zum klanglichen Höhepunkt des Soundtracks.

"Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds" stellt eine gelungene Weitererzählung eines Soundtracks dar, von dem sich die Fließbandproduktionen der meisten Hollywoodstreifen eine Scheibe abschneiden können. Er setzt die emotionale Breite und eindringliche Atmosphäre des Spiels grandios um. Ich muss dann mal weg, Schneeengel machen und Feuerklauen prügeln.

Trackliste

  1. 1. Into The Frozen Wilds
  2. 2. The Fate We Long For
  3. 3. To Be Banuk
  4. 4. White Falls
  5. 5. A New Hunter
  6. 6. von The Flight
  7. 7. For The Werak
  8. 8. Shadow On The Snow
  9. 9. The Frostclaws
  10. 10. Survive, Prevail
  11. 11. Night Hushes Song
  12. 12. Not Up, Through
  13. 13. Threshold
  14. 14. Cyan
  15. 15. Spirits Released
  16. 16. The Light Of Her Voice
  17. 17. Out From Thunder
  18. 18. Breathstill
  19. 19. Exposure
  20. 20. The Delve
  21. 21. Not Alone
  22. 22. On A Cold Trail
  23. 23. Running The Frost

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1 Kommentar mit 16 Antworten

  • Vor 13 Tagen

    Da installier ich mir doch gleich mal wieder Mafia 3

    • Vor 13 Tagen

      Echt jetzt? Prinzip und Mechanik bieten doch kaum Wiederspielwert? Obwohl es gut 8-9 Monate her ist, kommt's mir vor, als sei ich erst gestern damit fertig geworden, wenn ich das Icon in der XMB sehe... Einzig Atmosphäre und Soundtrack (Ja, auch der Score, nicht nur die Tracklist) konnten mich überzeugen. Eher hoffe ich, dass mein selbstinduzierter Mass Effect-Overkill mal abflaut und ich die Motivation bekomme, das endlich mal durchzuspielen.

      Unpopuläre Meinung der Woche:
      No Man's Sky ist nach dem Atlas Rises-Update von vor einigen Monaten zu dem Spiel geworden, was ich mir schon zu Release im Sommer 2016 versprach. Wird nicht reichen, um diesen reflexartigen Negativhype im Internet in der Majorität zu widerlegen, ich persönlich war aber sehr berührt davon, wie sich hello Games davon nicht ins Bockshorn jagen ließen und ihre Spielidee konsequent weiterentwickelt und verbessert haben.

    • Vor 12 Tagen

      Wie siehts denn mit aktuelleren RPGs aus bei euch? Hab die Tage mal eure ELEX Unterhaltung verfolgt, wobei ich nie ein Fan der Gothic Serie war und das auch gar nicht auf dem Zettel hatte. (Immerhin gibt es ja auch ein neues DLC für Crusader Kings, mit dem man sich so ca 200 Stunden beschäftigen kann)

      Mir hats gerade Tyranny angetan. Typisch Obsidan eigentlich. Gameplay etwas holprig, aber Szenario ist frisch, Story und Atmosphäre vielversprechend.

      Tides of Numenara auch immer noch nicht gespielt.-- Ich hätte da ja lieber wirklich ein 2tes "richtiges" Torment, oder irgendwas anderes in diesem Planescape-Setting, aber die stampfen ja auch regelmäßig alles ein, was an ihren Welten etwas über klassisches High-Fantasy und interessant sein könnte hinaus geht.

    • Vor 12 Tagen

      also so aktuell bin ich da nicht mehr.
      letzten sachen sachen die ich in der richtung gezockt habe waren sword coast legends, shadowrun hong kong (gibts auch momentan billig bei steam) und pillars of eternity (wobei mir da zuviel blablabla war, ansonsten aber nice).
      tyranny fand ich auch ganz gut, da ist ja wohl jetzt auch nen dlc rausgekommen, geb ich mir vll. noch mal.

    • Vor 12 Tagen

      und natürlich divinity original sin 2.

    • Vor 12 Tagen

      Wie ich's im November geschafft habe, neben der Arbeit und ohne Krankheitsausfall über 80 Stunden in ELEX zu pumpen, ist mir bis jetzt ein Rätsel. Zumal in diversen Reviews "40 Stunden Spielzeit" für einen Durchlauf angekündigt waren. Gut, die ersten 40 hab ich Mechanik, Levelsystem etc. ausprobiert, in meinem "seriösen" Durchlauf bin ich jetzt bei ca. 45 Stunden und habe noch keine Region vollständig erschlossen, die Eiswüste noch nicht einmal betreten. Allerdings geht's jetzt schon in Richtung Overkill, die Tage waren erste Sessions dabei, wo ich zwei Minuten nach dem Laden schon keinen Bock mehr hatte...

      Für diesen Fall habe ich gerade noch "Hellblade" auf der Platte liegen. Thematik und Umsetzung finde ich nicht nur aus beruflicher Sicht spannend, auch wenn es hinsichtlich Länge und Inszenierung eher in Richtung "Filmspiel" geht. Hab mit Kopfhörer reingezockt und bekam schnell das Gefühl, dass ein solches Spiel keine 40-50 Spielstunden haben sollte, weil einige Spieler in der Zeit wahrscheinlich selber Halluzinationen generieren...

      Mit Tides of Numenera geht's mir ähnlich wie molten bezüglich der Piranha Bytes-Spiele: Bei Torment habe ich eher schulterzuckend anderen Spielern über die Schulter geguckt und inXile, die ToN ja nun gemacht haben, konnten mich auch noch mit keiner Veröffentlichung länger an den Bildschirm ketten.

      ToN scheitert aber wie Tyranny (und darüber bin ich aufgrund Obsidians Arbeit an New Vegas oder South Park echt traurig) momentan eh noch an nem entsprechenden High End-PC, da ich seit Jahren dieses "Konsolen sind Spielgeräte; PCs sind Arbeitsmaschinen"-Prinzip pflege, mit unterschiedlichen Räumen und Settings.
      Und als mit Jahressonderzahlung neulich mal wieder die Entscheidung anstand, SOFORT ne entsprechende PC-Aufrüstung vorzunehmen oder sich ein weiteres Instrument zuzulegen... Nun ja, vor knapp 2 Wochen war ich bei Musik Produktiv (sorry @morpheau, war zu spontan und Zeit zu knapp für einen Halt in Trimbornstraße) :D

    • Vor 12 Tagen

      Mafia 3...wie einfach es doch ist die offensichtlichen Schwachpunkte aufzuzählen: leblose Welt, Bugs, repetetives Gameplay abseits der Hauptmissionen, polarisierender Hauptcharakter, schwankende Grafikqualität, dröge KI, viel Leerlauf, unlogische Momente in der Open World gerade auf die Rassendiskussion

      und doch war das Durchspielen zügig wie spaßig

      denn das Setting (ein von orangenen Lichtschein durchflutetes New Orleans mit seiner irrlichternden Mystik, dampfigem Sumpfland, hauchenden Jazzwogen in den Seitenstraßen im Zwielicht der Rassenproblematik der 1960er Jahre) kriegt mich einfach

      Das Trefferfeedback ist eine Wonne, die Lichteffekte stilvoll einen ganz eigenen Charme versprühend, die Hauptmissionen kreativ wie begeisternd, das (kritisierte) immergleiche Übernehmen von Vierteln samt der Unterbosse etc war sicherlich etwas deftig aufgetragen, doch die Schusswechsel machen immer Spaß, der Score ist erfrischend anders, der Hauptprotagonist auf seine Art ebenso, die filmreif inszinierten Sequenzen, die ganze Atmosphäre als Mix aus Ablehnung und Motivation, all das war gut und macht Lust auf einen erneuten Durchgang

      Dazu gibt es diese kleinen Momente im Gamen wie z.B das Ende, als man das Casino eingenommen hat, den finalen Obermotz beseitigt und dann in flirrender Morgensonne von diesem abseits gelegenen Ort wieder zurück in die City düst. Auf der Fahrt verschwindet das hohe Gebäude rechts im Bild immer weiter in der Ferne und man lässt diesen Bau mit all seinen Geheimnissen, die nun keine mehr sind zurück

      zu Elex:

      30 Stunden Spielzeit, Stufe 26 Kleriker Regent und immer noch mit großer Freude dabei, denn die Welt schafft das was so viele generische Open World Games nicht schaffen: sie interessiert mich, ich erforsche gern und tauche richtig in die Geschichte ein

    • Vor 12 Tagen

      Alter geht ihr ab....ich versuch' seit 30 Jahren Maniac Mansion durch zu zocken...

    • Vor 12 Tagen

      Ich fand das Ausschaltsystem in Mafia 3 schon arg schematisch so als wollten die Protagonisten fast schon die Kamera plärren " schalte den und den aus dann passiert dies und das" trotzdem ein starkes Game :) Vor allem die Szene aus dem brennenden Anwesen war awesome

    • Vor 11 Tagen

      *Stufe 30 Kleriker Regent

      ab Stufe 25 hauen sie dir die XP total um die Ohren

    • Vor 11 Tagen

      Stufe 33 / Kleriker / Regent u.u.a. Ehrenbürger, Fanatiker, Schlüsseldienst, Langfinger, Hacker, Calaan gefunden.

      Unterwegs, um mit dem Feuer der Rechtgläubigen in Form eines modifizierten +++Typ-A-Flammenwerfers die Heiden und Verlorenen dieser Welt reinzuwaschen... :D

    • Vor 11 Tagen

      Hab außerdem westlich der kleinen Farm eine High-Tech-Sonnenbrille mit roten Gläsern und "sechster Sinn"-Perk gefunden. Gegner werden auf der Karte angezeigt, was so ein bissl den Survival-Faktor und die ständige Beklemmung löst. Flammenbälle in Gegnergruppen tun dann ihr übriges, was auf höheren Levels schon so ein wenig "Witcher"-Gefühl aufkommen lässt: Du ziehst halt durch die Lande und mähst Unwesen aller Art nieder, wobei gerade Gruppen aus verschiedenen Gegnerarten auch mit hoher Charakterstufe noch immer eine taktische Herausforderung bleiben.

      Vor allem mag ich aber den cool-verwegenen Look des korrupten Klerikers, der das System für die eigenen Zwecke einspannt, den diese schicke Sonnenbrille in Verbindung mit der leuchtend roten Regentenrüstung in jeder Dialogszene unterstreicht :lol:

    • Vor 11 Tagen

      Bin btw inzwischen durch und habe erstmal genug davon. War aber auf jeden Fall eine nette Erfahrung. Größtes Manko für mich war, dass ich auf PSI ging - spiele sonst zu 90%+ Melee in dem Genre und gerade bei Piranha Bytes hatte ich oft das Gefühl, dass Melee mit Abstand am besten ausbalanciert wird.
      Um es kurz zu machen: Solange ich Energie hatte, war ich fast unbesiegbar und habe ausnahmslos Black Hole gespammt, womit Gegnerhorden zum Witz wurden. Einzelne, vertreute Gegner waren für mich wesentlich schwieriger zu bekämpfen, da ich keinen Bock hatte, ständig massig Energiereserven mit mir rumzuschleppen und das Game so fast schon zu cheesen. Die anderen Skills meiner PSI-Waffen hatte ich so gut wie gar nicht ausprobiert... Black Hole war alles in einem.
      Bin später dann auf Melee gegangen, was natürlich etwas frustrierend war, der Statsverteilung wegen und den Punkten, die ich bereits in PSI gesteckt hatte.
      Berserker wäre für meinen Spielstil wahrscheinlich das Beste gewesen, aber story- und styletechnisch boten sich die Kleriker zu sehr an für mein erstes Durchspielen.

      PS: Weiß nicht, ob ich zu wenig erkundet hatte, aber was mich ein wenig annervte, war, dass ich nie die Gelegenheit bekam, meine Albrüstung wiederzuerlangen. :D
      Kann mir allerdings vorstellen, dass es die tatsächlich irgendwo gibt im Spiel.

    • Vor 11 Tagen

      Klingt schon so ein bissl durchgehetzt, imo.

      Gerade bei ELEX ist es jedoch endlich mal eine offene Welt, in der sich die Erkundung (nicht nur aufgrund des "handverteilten" Loots durch die Entwickler) lohnt. Erkundung ist in Verbindung mit dem beschriebenen Survival-Gefühl (v.a. auf den niedrigen Charakterstufen) das atmosphärische Highlight in dem Spiel, finde ich.

    • Vor 11 Tagen

      Gehetzt nicht, aber über die 30 Stunden bin ich tatsächlich nicht gekommen.

      Neige generell eh ein wenig dazu, aber in dem Fall lag es wirklich vor allem daran, dass mir das Kämpfen so einfach keinen Spaß gemacht hatte und das ist normalerweise mit einer meiner Lieblingsbereiche.

      Bei der Erkundung gebe ich euch eh recht, habe einen großen Teil des interessanten Loots abseits von Quests gefunden.

    • Vor 3 Tagen

      Seit Sonntag fertig mit Elex. Stufe 40 Kleriker Regent am Schluss. Erschreckend wie schwach die Alb-Armee am Ende war, wurden mehr oder weniger überrant und auch der komische Hybrid (wo die Nachforschungen über ihn im abgelegenen Fabrikgelände in Edan zumindest etwas "pseudo-detektivischen" Charme versprühten) wurde zügig umgeklatscht. Schade dass es fertig ist, so ein schön atmosphärisches und trotz der kleineren Macken einfach herrlich motivierendes Spiel

    • Vor 3 Tagen

      achja hatte rund 40 Stunden