In einem neuen Interview gibt Rammstein-Gitarrist Richard Kruspe Einblicke in den Arbeitsprozess der Band, das Tourleben und den Druck.

Rammstein (ynk) - Seit 2009 warten Fans von Rammstein nun schon auf einen Nachfolger zu "Liebe Ist Für Alle Da". Zwar befand sich die Band dabei konstant auf Tour und zeigte auch medial stets Präsenz, aber die Veröffentlichung eines neuen Albums lässt immer noch auf sich warten.

Ein konkreteres Bild zeichnet sich nun nach einem Gespräch mit Gitarrist Richard Kruspe ab. Jener gewährte in einem Interview, das bereits im Juli auf dem Resurrection Fest stattfand und nun est veröffentlicht wurde, Einblicke in den Schaffensprozess der Tanzmetallkapelle. Neben Aussagen über ein Gefühl der Ausgebranntheit und zahlreichen Tiefs im Songwriting spricht er vor allem über die Notwendigkeit, in der sechsköpfigen Band Kompromisse einzugehen.

"Ich war skeptisch, mit Rammstein zurück ins Studio zu gehen, denn das letzte mal hat uns die Albumarbeit fast zerrissen. Es ist einfach immer sehr, sehr stressig und schmerzhaft. Und der Gedanke, diese Erfahrung zu wiederholen, hat mich nervös gemacht. Also haben wir einen Deal gemacht. Wir haben gesagt, dass wir gehen und vielleicht fünf Songs aufnehmen, um uns keinen Druck zu machen."

Im Kontext dieses Drucks scheinen die Berliner wieder zu einer positiveren Chemie gefunden zu haben. Kruspe betont, dass die Arbeiten am neuen Album entspannter und dementsprechend ertragreicher ausgefallen seien.

"Natürlich will eine Band immer das für den Moment bestmögliche Album machen. Was wir dieses Mal tun werden ist, dass wir auch das Produzententeam verändern. Mit Jacob Hellner haben wir die letzten sechs Platten gemacht, dieses Mal wollten wir einen neuen Anlauf, also treffen wir gerade neue Produzenten und versuchen herauszufinden, was gerade das Beste für das Team ist. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass das das letzte Album sein wird, das wir machen."

Sag niemals nie!

Und mit der letzten Aussage kommt der Knackpunkt: Zwar ist Kruspes Statement keine feste und schon gar keine offizielle Stellungnahme, aber dennoch mitnichten uninteressant. Bedenkt man, dass immerhin acht Jahre fällig waren, um überhaupt an diesen Punkt zu kommen, kann man recht sicher sein, dass Kruspe hier den Stress und die Arbeit nicht zu sehr überspitzt.

Das liegt nach seiner Ansicht vor allem an der sich verändernden Musikindustrie, die das Album als solches nicht mehr ins Zentrum der Finanzierung stellt, sondern stattdessen die Liveshows. Für eine live-orientierte Band wie Rammstein sowieso kein Nachteil, weswegen die Produktion von neuen Releases schlicht keine Priorität mehr sein dürfte. Man kann ja auch Kinofilme, Compilations und Live-DVDs veröffentlichen.

Kurzgefasst werden sie also wohl noch ein Album produzieren und sich dann wieder auf ihre Kernkompetenz verlassen: Das Touren. Und da sie damit erwiesenermaßen über lange Zeiträume auch ohne einen konstanten Fluss an neuer Musik gut fahren, steht die Zukunft weiterer Rammstein-Releases wohl komplett in den Sternen. Aber man soll ja auch niemals nie sagen.

Update 19.9.:

Am späten Nachmittag veröffentlicht die Band auf rammstein.de folgende Mitteilung: "Entgegen einer anders lautenden Meldung, die heute durch die Presse ging, haben Rammstein keine 'geheimen Pläne' zu einem 'Abschiedsalbum' oder einer 'letzten Tournee'. Die Band arbeitet nach einer erfolgreichen Festival Tour im Moment an neuen Songs."

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1 Kommentar mit 5 Antworten

  • Vor 28 Tagen

    Die Jungs stecken einfach viel zu tief in ihrer Rolle fest. Das "Kunstprojekt Rammstein" lässt halt wenig Spielraum für Kreativität zu und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies erdrückend sein kann. Es ist keine organische Band mehr, leider, wo man sich zum jammen trifft und schaut, was draus wird. Und was die Livequalitäten angeht: Hohes Niveau, Sound und Optik - perfekt, aber leider auf Dauer auch echt langweilig.

    • Vor 28 Tagen

      Ihre Karriere auf ca. 25 Jahre zu "strecken" verdient aber Anerkennung!

    • Vor 28 Tagen

      Das rollende R und der "deutsche Panzersound" ist halt ein globaler Verkaufsschlager. Haben da ne Nische erkannt und konsequent besetzt. Allein schon der Name Rammstein ist auch für Ausländer catchy und weckt bestimmte Assoziationen.

      Dass sie überlegen aufzuhören: Bitte ernsthaft in Erwägung ziehen, liebe Rammsteiner :)

    • Vor 27 Tagen

      "ca. 25 Jahre"

      Wenn die so weiter machen, kommt noch die "Accustik Tour" 2024, zum 30igsten, diesmal erstmals Alaska und Sibirien, in einem Rutsch mit VW Bulli, da Verstärker zu Hause bleiben konnten und Pyro brauchten sie auch nicht. Die "Back To The Roots" auch "Der Baum brennt doch" genannt, zum 40igsten 2034, floppt, nur teils ausverkauft. Halbe Stadien in Rio, New York u. Moskau gehen garnicht, bei dem Aufwand.

      Kruspe steigst aus (Grönland und Feuerland war nicht dabei, 2035?) und wird durch Keith Richards (The Edge sagte ab, er wäre zu alt für den Scheiß) ersetzt, wir brauchen eine erwachsene Gitarre, sagt Lindemann. Der Rollator hält was er verspricht, orginal von Richards an seinem 92. Burzeltag und Rammsteins achten Studioalbum: "So hart waren nicht mal die Stones, Rock n Roll ist unser Lebenselexier!"

      Extra für Richards wurde ein Palmenbesteigungsschutz angeschafft, wollen noch ein paar Jahre touren, sagt der Rest der Band. Abschiedstour wird angekündigt, aber man konnte sich mit den Scorpions nicht einig werden, ob man sofort aufhören soll oder 10 Jahre Abschied feiert. Also verschieben, das ganze.......

    • Vor 27 Tagen

      Buff...Buff...Boing
      sie nennen mich meuri
      Buff
      nun wird es aber teuri

    • Vor 26 Tagen

      Selten so nen unlustigen Scheiss gelesen, Speedi.