Seite 13 von 21

Alt Stars

Mit England geht es also zuende, sagen Bob Vylan, und um die USA ist es auch nicht besser bestellt, diesen Eindruck haben wir uns heute ja schon abgeholt. Chuck D spricht es aber noch einmal ganz deutlich aus: "Wir leben im Notstand", erklärt er im Interview mit der Berliner Zeitung. "Wir stehen am Abgrund. Es ist Alarmstufe rot hier in den USA. Jetzt müssen wir zeigen, auf welcher Seite wir stehen. Und wenn Trump wiedergewählt wird, werden wir offenen Faschismus erleben. Er wird das Land in Brand setzen."

Chuck D sagt auch sonst etliche wahre Dinge. Um so schmerzhafter finde ich die Erkenntnis, dass Public Enemy musikalisch wohl eher nichts mehr in Brand setzen werden. Zumindest finde ich diesen Allstar-Auftritt mit B-Real und George Clinton in der "Late Show with Stephen Colbert" an Zahnlosigkeit schwer zu überbieten. Schade. Aber die Maske is' cool:

Der Verjüngung von Hip Hop kann Chuck D trotzdem etwas abgewinnen: "Darin steckt viel Schönes, finden Sie nicht? Hip Hop mag als Jugendkultur, als Gegenkultur gestartet sein, aber die Menschen werden nun mal älter. Und somit auch der Hip Hop. Diese Kunstform ist längst Teil einer gewaltigen Evolution. Und das ist gut, denn deswegen konnte sie größer werden und überleben. Ohne diese Evolution wären wir alle längst tot. Hip Hop hat sich in den vergangenen 30 Jahren in so viele verschiedene Richtungen weiterentwickelt und verändert, dass man längst nicht mehr sagen darf, was erlaubt ist und was nicht. Der Hip Hop führt längst ein Eigenleben, das sich nicht mehr kontrollieren lässt." Gut so.

Seite 13 von 21

Weiterlesen

1 Kommentar mit 4 Antworten