Die innovativen Proto-Punks aus Ohio legen gerade Hand an ihr neues Studioalbum. Für Insider eine kleine Sensation.

Akron (mis) - Oft kopiert, nie erreicht: Diese alte Weisheit scheint sich nun tatsächlich auch zu Devo herum gesprochen zu haben. Wie der amerikanische Rolling Stone berichtet, befindet sich das 70er Art Punk-Kollektiv aus Akron/Ohio tatsächlich mitten in den Arbeiten an einem neuen Studioalbum.

Der noch unbetitelte Nachfolger von "Smooth Noodle Maps" aus dem Jahr 1990 soll noch in diesem Herbst erscheinen. In einem offiziellen Statement heißt es: "De-evolution hält uns wieder gefangen. Und wer sollte uns sicherer durch diese chaotischen Zeiten führen als Devo? Es ist nunmal Tatsache, dass wir heute in einer Welt leben, die von Tag zu Tag verrückter wird."

Liveshows nur in England

Wahrhaftig, da kommt eine Horde wildgewordener Konzeptkünstler in Fantasie-Uniformen gerade richtig. Nachdem die vor allem in England hoch geschätzte US-Band seit einigen Jahren in so gut wie allen Erdteilen außer Deutschland umjubelte Comeback-Konzerte gab, dürfen sich nun endlich auch Kontinentaleuropäer auf etwas freuen.

Für Live-Konzerte muss man (vorerst) auch weiterhin Billigflugangebote checken. Im Mai ist die nach wie vor von den Gründern Jerry Casale und Mark Mothersbaugh geführte Gruppe für Konzerte in London sowie dem All Tomorrow's Parties-Festival gebucht, wo sie ihr Kultalbum "Q: Are We Not Men? A: We Are Devo" (1978) in voller Länge aufführen.

2007er Song in "Dell"-Werbeclip

Bereits nächste Woche spielen Devo drei US-Gigs, darunter ein Auftritt im Rahmen der texanischen Branchenmesse SXSW. Zum aktuellen Devo-Line Up zählen außerdem die beiden kleinen Brüder der Bandgründer, Bob Mothersbaugh und Bob Casale, während an den Drums wie schon in den letzten Jahren Allrounder Josh Freese (Vandals, A Perfect Circle, Avril Lavigne) Platz nimmt.

2007 nahm die "Hausband der Titanic" (Devo) mit "Watch Us Work It" den ersten neuen Song nach siebzehn Jahren auf, der kurz darauf in einem Dell-Werbespot erklang. Damals hieß es im Devo-Umfeld, dass Mark Mothersbaugh einem Album-Projekt zumindest weniger ablehnend denn je gegenüber stünde. Außer sporadischen Live-Auftritten tat sich jedoch nichts.

Mit "DevObama"-Shirts für Barack

2008 trat die Gruppe erstmals seit 1978 wieder in der Heimat Akron auf, um Barack Obama zum Gewinn des Swing States Ohio zu verhelfen. Unnötig zu erwähnen: Mission geglückt. Lag sicher vor allem an den stylishen "DevObama"-Shirts mit der treffenden Unterzeile "Duty Now For The Future", dem Albumtitel von 1979.

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