Nach einer vierstündigen Live-Übertragung mit vielen Tiefpunkten gewinnt mit dem Songwriter am Ende das kleinste Übel.

Mannheim (top) - Zum neunten Mal veranstaltete Stefan Raab gestern den "Bundesvision Song Contest". Der musikalische Teil endete zwar bereits nach gut zwei Stunden, die Abstimmung zog sich aber noch einmal über die gleiche Dauer hin. Um Mitternacht stand endlich Bosse als Sieger fest. Er befand sich in mittelprächtiger Gesellschaft:

Loser, Durchstarter und sonstige Gestalten

"So!"

Nicht nur die Auftritte ließen teilweise jegliche Inspiration vermissen. Stefan Raab und TV- und Radio-Stimme Sandra Rieß wirkten als Moderatoren-Duo alles andere als spontan. Die Kärtchen zogen sie vor allem zu Rate, wenn es um Fakten oder darum ging, sich bei einer Doppelmoderation abzuwechseln. Das Stichwort war wohl: "So!" Jeder Part endete mit dem Füllwörtchen, bevor der andere begann - mit "So!"

Insgesamt reduzierten beide ihre Redeanteile jedoch auf angenehme 30 Sekunden, nachdem sie sich in der etwas langatmigen Eröffnung schon bei der Erklärung des Voting-Systems verhaspelten. Besonders schön: das Warten, wann immer ein Spot eingeblendet werden sollte und den beiden das Grinsen im Gesicht für eine unnatürlich lange Zeitspanne gefror. Den einen oder anderen platten Witz konnten sie sich natürlich auch nicht verkneifen.

Elton nervt nicht nur die Musiker

Im Green Room, dem Aufenthaltsraum der Künstler, wütete Stamm-Assistent Elton und irritierte viele mit seinen Fragen. Den verächtlichsten Blick erntete er dafür wahrscheinlich von DCVDNS auf die Frage hin: "Bist du ein echter G?", die der Saarländer trocken mit "Nein" beantwortete und weiterhin finster dreinblickte, als der Komiker ihn mit "G" ansprach. In Keule fand Elton hingegen Gleichgesinnte. Später übernahmen sowieso MC Fitti und De Fofftig Penns die Regie.

Hervorragend verzichten können hätte man auch auf den doppelten Naidoo. Die Show eröffnete er als Xavas und Sieger aus dem Vorjahr. Um den Leuten, die Zeit zwischen Abstimmung und Ergebnis zu vertreiben, kehrte Mannheims Sohn noch einmal unter eigenen Namen mit seiner faden Single "Der letzte Blick" zurück. Für einen zweiten Musiker außer Konkurrenz reichte das Budget wohl nicht.

Wenn es nach Raab geht, geht es weiter

Die Ergebnis-Verkündung verlief dann zügig. Die zugeschalteten Radio-Moderatoren vergaben die Punkte kurz und schmerzlos und verzichteten, anders als in den Vorjahren, auf ausufernde Werbung für ihr Bundesland. Nur die Beweihräucherung der Show, der Künstler und ihrer selbst konnten sie sich nicht sparen.

Die Einschaltquoten erreichten derweil einen neuen Tiefpunkt: 1,02 Millionen der 14- bis 49-Jährigen, 1,29 Millionen insgesamt verfolgten die Show. In einem Zeitungsinterview stellte Stefan Raab aber schon vorher klar, dass ihn die Zuschauerzahlen nicht interessierten, sondern es ihm nur um die Förderung der Künstler gehe. Von seiner Seite steht der zehnten Auflage also nichts im Wege. Im Prinzip handelt es sich bei dem Grundgedanken ja um einen lobenswerten. Die Teilnehmer-Auswahl lässt aber für Verbesserungen noch viel Luft nach oben.

Fotos

Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre

Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Mc Fitti, DCVDNS und Max Herre,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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11 Kommentare mit 9 Antworten

  • Vor 4 Jahren

    Also es erstaunt mich immer wieder, wie viel Arroganz und Selbstverliebtheit man in den "Artikeln" hier liest. Da kritisiert er Songwriter wie Oerding, weil sie sich ja viel zu ernst nehmen würden - und nimmt sich am Ende selber viel zu ernst. Was ist denn am modernen Songwritertum schlimm? Is' nun einmal nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen. Besser als dieser Hip Hop-Kack oder diese Partyscheiße ist es alle mal.

    Aber gut - man muss es nicht verstehen.

    • Vor 4 Jahren

      Und was genau hat johannes oerding mit modernem songwriting zu tun?
      Im Übrigen trieft so ziemlich jeder deiner Kommentare, einschliesslich diesem, vor Arroganz und Selbstgerechtigkeit, das ist nicht mehr feierlich.
      Verpiss dich bitte einfach.

    • Vor 4 Jahren

      Ich kenn Oerding nicht, aber was Silenceboy angesprochen hat, stört mich ja - wie bereits gesagt - zum Beispiel an der Berichterstattung zu Max Herre.

      Aber tu mir bitte einen Gefallen und verallgemeiner Hip-Hop nicht als schlecht, Hip-Hop kann wirklich hochwertige Musik sein, genauso wie es auch Singer-Songwriter-Pop sein kann.

    • Vor 4 Jahren

      @saugenockelt: Du bist ja wahnsinnig erwachsen. Biste aus der Krabbelgruppe entflohen? Vielleicht sollte man mal Deine Betreuerin rufen.

      Kannst Du mir zeigen, wo Du Arroganz in meinen Beiträgen finden kannst? Zumal ich eigentlich eher ziemlich selten hier irgendwas kommentiere :/

      Außerdem war das nicht direkt auf Oerding bezogen, sondern auf den allgemeinen Kommentar zum Songwritertum des Redakteurs.

  • Vor 4 Jahren

    Ich verstehe auch nicht die ablehnende Haltung der Veranstaltung gegenüber. Wo sonst bekommt man mal einen Querschnitt durch deutschsprachige Musik auf auch nur ansatzweise vergleichbarer "Promotion-Position" geboten. Über Geschmack lässt sich ja immer streiten und ich finde Eure Kritiken immer sehr unterhaltsam (wenngleich manchmal eben auch nicht meiner Meinung entsprechend), aber deswegen eine an sich gute Sache so runterzureden, ist echt einer Musikredaktion nicht würdig. Bei Euch kriegt ja der ESC als Veranstaltung mehr Respekt. Ein paar versöhnende Worte für die wirklich gute Idee von Raab, dass die Sendung als Institution deutschsprachige Musik in den Fokus rückt, hätten Euch doch nicht weh getan, oder?

    • Vor 4 Jahren

      im Übrigen lesen sich die Einzelkritiken zu den Künstlern besser, als es die Gesamtbewertung "mittelprächtig" widerspiegelt (o.k., ein paar grottige Nummern waren echt dabei, Keule, die Jammer-Bojen von Naidoo, die Kinder von Hannes, puh, das war schon schmerzhaft). Aber ich fand ehrlich gesagt den pseudo-coolen DCVDNS grottig, und dass der von dem Menschenverachter Frauenarzt produziert wird, macht seine Attitüde umso fragwürdiger)

    • Vor 4 Jahren

      seh ich ganz genau so. Das ist einfach mal wieder nur übles einseitiges Bashing um "kontroverse" Diskussionen zu entfachen und einfach nur Aufmerksamkeit zu erregen. Dieser Artikel ist wie viele andere hier auf der Seite vorrangig eins: undifferenziert. Und das ist ein generelles Problem dieser Seite und ihrer Beiträge geworden. Das Gesamtprodukt nennt sich dann auch selbstverliebt "Redaktion" oder "Recherche", aber mit ernsthaften Journalismus hat das einfach mal gar nichts zu tun, und der meiste Output wirkt einfach nur lieblos und oberflächlich. Im Endeffekt ist das Niveau dieser polarisierende Artikel oft, wie auch hier, nur ganz ganz knapp über jedem x-beliebigem Forum, indem jeder Idiot seine ungefilterte Perspektive loswerden kann und folglich muss. Mit objektiver Berichterstattung hat das einfach nichts zu tun. Und ihr macht das Ganze hauptberuflich(!).
      Es könnte alles soviel mehr sein, aber es bleibt o.g. populistischer Schrott.