Österreichs Schlagersänger Andreas Gabalier fühlt sich als heterosexueller Künstler diskriminiert. Bei den Amadeus Awards plädiert er für mehr Toleranz.

Wien (jha) - Bei der Verleihung der 15. Amadeus Awards gestern in Wien hat Andreas Gabalier für einen kleinen Eklat gesorgt. "Man hats nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht", polarisierte der Österreicher Volksmusikant in seiner Dankesrede.

Das Saalpublikum quittierte die wehleidige Klage des Sängers mit Pfiffen und Buhrufen. Der Sender ATV ließ es sich nicht nehmen, dazu die amtierende Eurovision-Gewinnerin Conchita Wurst einzublenden. Allerdings schien sich auch Gabalier zumindest indirekt auf Conchita zu beziehen, die zuvor Preise in den Kategorien "Video des Jahres", "Song des Jahres" und "Künstlerin des Jahres" gewonnen hatte.

Mangel an Toleranz - bei wem?

In Anspielung auf einen Clinch um die Nationalhymne beklagte Gabalier auch hier einen Mangel von Toleranz bei seinem Alpenvolk. 2011 war eine Liedzeile der Hymne von "Heimat großer Söhne" zu "Heimat großer Söhne und Töchter" umgeändert worden. Gabalier ignorierte die aktualisierte Version und veröffentlichte stattdessen die ursprüngliche Fassung.

Bedenklich oft prügle man auf die Hüter konservativer Standards ein, protestierte Gabalier: "Da steht man oben, singt die Hymne und muss sofort ein Rechter sein, weil man es gesungen hat, wie man es lange Zeit gesungen hat. Des find' ich manchmal a bisserl traurig", fühlt er sich vom "Gender Wahnsinn" verfolgt.

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29 Kommentare mit 80 Antworten

  • Vor 2 Jahren

    Bei solchen Leuten kann man doch wirklich nur hoffen, dass sie einfach in der Versenkung verschwinden.

  • Vor 2 Jahren

    Und ich Depp hab' vor ein paar Tagen noch den Kopf geschüttelt, als der geschätzte Ernst Molden im Gespräch mit dem "Falter" Andreas Gabalier als "Antwort auf den Islamismus" bezeichnet hat (" Beides sind Strömungen, die auf die Globalisierung reagieren. Religiöser Fundamentalismus einerseits, mitteleuropäischer Heimatfundamentalismus andererseits."). Herr Molden - nichts für ungut.
    Gruß
    Skywise

    • Vor 2 Jahren

      Das ist ja eine derart polemische und ekelhaft nivellierende Drecksaussage, dass der miese Stammtischwitz der Alpenfönfrisur dagegen nichtig wirkt. Ich bleibe beim Kopfschütteln, danke. Auf dem Niveau kann ich auch Mao und Scharping vergleichen, weil beide mal wegen eines Vorfalls im Wasser in die Schlagzeilen kamen.

    • Vor 2 Jahren

      Tinci, Allah! Sei gegrüßt. :) Lass dich mal wieder öfters im Chat blicken, hm? Danke.

    • Vor 2 Jahren

      Kannst du nicht einfach den Leuten auf den Sack gehen, die deine byteverschwendende Existenz auf eine morbide Art unterhaltsam finden? Ich gehöre nicht dazu, danke.

    • Vor 2 Jahren

      @Tinco:
      Klar ist die Aussage für sich genommen nivellierend, allerdings - Zusammenhang rules, gilt ebenso wie bei der Aussage von Gabalier. Und wenn ich mir die Dankesrede von Gabalier durchlese, denke ich schon, daß ich weiß, worauf Ernst Molden da abzielt.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 2 Jahren

      Und das rechtfertigt, regionalkonservative innereuropäische Strömungen, die primär durch weiche Hirne und harte Reden auffallen, mit dem islamischen Fundamentalismus zu vergleichen? Mit dem wörtlichen Zusatz: "Mir ist beides gleich unsympathisch." Also bitte. Molden ist zu clever, das unabsichtlich so zu formulieren, ergo ist es einfach eine reine, unschöne Polemik. Dass sich Gruppen über Ausschluss definieren, ist ein alter menschlicher Hut, aber sicher nicht das Kernproblem des religösen Fundamentalismus. Ich bleibe dabei, der Vergleich ist einfach nur eine schäbige Masche, seine Abneigung aufmerksamkeitsheischend unter's Volk zu bringen.

      Die Rede von Gabalier werde ich mir sparen.

    • Vor 2 Jahren

      wen findet ihr durch diese aussage mehr beleidigt? die regionalkonservativen strömungen oder die fundis? :confused:

    • Vor 2 Jahren

      Fundis. Vergleiche mit solchen untätigen Schwallkörpern sind bei dem internationalen Erfolgsmodell 'Terrorismus' mit stattlichem Killcount nicht angebracht.

    • Vor 2 Jahren

      @Torque:
      "Beleidigt" ist das falsche Wort, finde ich. Wenn ich mir die Rede von Gabalier durchlese und mir das Wort von Molden durch den Kopf gehen lasse, dann sehe ich schon zwei Strömungen, die von derselben Entwicklung, nämlich der Globalisierung, ausgelöst wurden. Während sich eine Strömung in einem religiösen Fundamentalismus Bahn bricht, der mit Gewalt nach außen drängt, zeigt sich die andere eher nach innen gekehrt, auf der Suche nach den guten alten Werten, igelt sich in ihrer eigenen heilen Welt ein, kapselt sich gegenüber der Außenwelt ab.
      Es ist ein oberflächlicher Vergleich, das will ich auch gar nicht bestreiten, und es sind bei weitem nicht die einzigen Entwicklungen, die von der Globalisierung ausgelöst wurden, geschweige denn sind sie von ihrem Ausmaß oder ihrer Wirkung her in irgendeiner Form ebenbürtig, insofern kann ich Tincos Polemik-Vorwurf durchaus nachvollziehen - ging mir ja beim Lesen auch nicht anders.
      Gruß
      Skywise

  • Vor 2 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 2 Jahren durch den Autor entfernt.