Porträt

laut.de-Biographie

Manu Dibango

"Soul Makossa" steht auf Manu Dibangos Eintrittskarte ins internationale Musikbusiness. Wir schreiben das Jahr 1972, Dibango komponiert für den Afrika-Cup die Jahreshymne und veröffentlicht auf der B-Seite der Single "Soul Makossa". Aus dem Nichts erklimmt der Song die amerikanischen (!) Hitlisten und der Name Dibango prägt sich unauslöschlich ins westliche Musikbewusstsein ein.

In den Jahrzehnten seiner Karriere, mausert sich der Saxophonist zu einer der Schlüsselfiguren in der Begegnung mit dem afrikanischen Kontinent. Er gilt als einer der Väter des Afro-Beat, einer tanzwütigen Mischung aus traditioneller afrikanischer Musik, Jazz und Funk, und als wichtige Einflussgröße auf die Entwicklung der Discomusik.

Seit 2004 ehrt ihn der von der UNESCO verliehene Titel "Künstler für den Frieden". Diese Auszeichnung lenkt die Aufmerksamkeit auf das soziale und kulturelle Engagement Dibangos, denn seit Beginn seiner Karriere setzt er sich intensiv für die Belange des afrikanischen Kontinents und den Austausch der Kulturen ein.

Zur Welt kommt Emmanuel N'Djoké Dibango im Kamerun des Jahres 1933. Am 12. Dezember freuen sich seine religiösen Eltern in Douala, seiner Geburtsstadt, über ihren Nachwuchs. Das protestantisch geprägte Elternhaus setzt auf Kirchenmusik, um Emmanuels musikalische Sozialisation voran zu treiben. Er lässt sich davon jedoch wenig beeindrucken und nutzt die Chance, als ihn seine Eltern, in der Hoffnung auf eine bessere Ausbildung, nach Frankreich zur Ausbildung schicken. Dort lernt er zunächst Klavier, entdeckt jedoch schnell das Saxophon für sich und lässt seiner Leidenschaft für amerikanischen Swing freien Lauf.

Da er das nicht nur in der Freizeit macht, sondern sein Studium gänzlich vernachlässigt, streicht ihm sein Vater den Unterhalt. Von nun an schlägt er sich alleine durch und zieht nach Brüssel. Dort knüpft er erste wichtige Kontakte zur Musikszene, die im Kolonial-Belgien der 50er Jahre von kongolesischen und zairischen Einflüssen geprägt ist.

Hier lernt er auch seine spätere Frau kennen, mit der für kurze Zeit sogar nach Kamerun zurück kehrt. Politische und finanzielle Unsicherheiten vergällen ihnen jedoch ein dauerhaftes Bleiben und so kehren die Beiden zurück nach Europa. Paris ist die Stadt der Wahl. Dort findet Dibango schnell Anschluss an die heiß brodelnde Szene und spielt während der 60er zusammen mit Joseph Kabasélé zahlreiche Alben ein, die vor allem in Afrika auf große Resonanz stoßen.

Dann kommt das Jahr 1972! Eine internationale Karriere nimmt ihren Lauf, die von stetem Erfolg, einem riesigen Backkatalog, furiosen Livekonzerten und namhaften Kollaborationen gekennzeichnet ist. Unter seinen Partnern befinden sich neben Afro-Beat-Kollege Fela Kuti auch Herbie Hancock, Don Cherry, Bill Laswell, Sly, Youssou N'Dour.

In den Neunzigern findet die Globalisierung ihre musikalische Entsprechung im erstarkenden Interesse an allem was den Namen Weltmusik trägt. Auch wenn das Dibangos weiterer Karriere sicher nicht schadet, schaut er zu diesem Zeitpunkt auf eine ununterbrochene Erfolgsgeschichte zurück, der Béatrice Soulé bereits 1990 mit "Silences" ein filmdokumentarisches Denkmal setzt.

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