laut.de-Kritik

Auf dass der Zorn der Götter sie nicht aus den Socken haut.

Review von

Heavy Metal. Jep, genau darum gehts Joey DeMaio mindestens 25 Stunden am Tag acht Tage die Woche. Warum er mit seiner Karnevalstruppe mittlerweile aber nur noch Mickey Mouse-Versionen des Genres veröffentlicht, bliebt sein Geheimnis.

Um diesen Umstand zu beseitigen, greifen sich die amerikanischen Eisenpimmel deshalb einfach ihren Klassiker aus dem Jahr 1982 und spielen ihn neu ein. Eric Adams analysiert dazu: "Unsere Fans lieben die alten Songs genauso wie die neuen."

Sorry Eric, ich will dir nicht die Illusion rauben, aber da sitzt du einem Irrtum auf. Solltet ihr mal "Manowar" zugunsten einer weichen Spaghetti wie "Blood Brothers" aus eurem Live-Programm werfen, der Zorn des Gottes der nordischen Flatologie wird euch dereinst mit hartem Wind aus den Socken hauen.

Über Sinn und Unsinn dieser Veröffentlichung darf wunderbar spekuliert und fabuliert werden. Denn so derbe anders als anno Tobak klingen die acht Tracks gar nicht. Okay, wer auf eine modernere Produktion steht, darf sich hier einen von der Palme wedeln.

Puristen und Nostalgiker dürfte der unwesentlich druckvollere Sound aber wenig bis gar nicht begeistern. Darüber hinaus klingt Eric Adams auch nicht mehr wie der frischeste Krieger aus dem Kraal - und eine Cowbell bleibt eben eine Cowbell, ob 1982 oder 2010 geklöppelt.

Über Sinn und Zweck, einen Orson Wells bei "Dark Avanger" mit Christopher Lee zu ersetzen, müssen uns Manowar auch mal aufklären. Wenn es eine Legende des populären gesprochenen Wortes gibt, dann doch wohl den Schöpfer des "Krieg Der Welten"-Hörspiels. Wenn es trotzdem etwas rundum positiv zu vermelden gibt, dann dies, dass die Songs auch nach fast über 30 Jahren rein gar nichts an Power eingebüßt haben.

Einen echten Mehrwert hätte der Neuaufguss aber gehabt, wenn dem Album noch eine DVD oder alternative Takes, B-Seiten oder Ähnliches beiliegen würden. Die als Wurmfortsatz an die Trackliste angehängten Live-Versionen von "Death Tone" und "Fast Taker" klingen allerdings wie mit einem Kassettenrekorder von 1982 über eine Kloschüssel als Verstärker aufgenommen. Furchtbar.

Letztendlich bleibt es aber, was es ist: Metal. Ob geschissen oder gerührt ist hierbei nicht wichtig. Auch wenn der gute Joey immer noch nicht für ihn gestorben ist.

Trackliste

  1. 1. Death Tone
  2. 2. Metal Daze
  3. 3. Fast Taker
  4. 4. Shell Shock
  5. 5. Manowar
  6. 6. Dark Avenger feat. Sir Christopher Lee
  7. 7. William's Tale
  8. 8. Battle Hymn
  9. 9. Death Tone (live)
  10. 10. Fast Taker (live)

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15 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    Haha, ich oute mich als kleiner Manowar Fan. Manchmal können die echt Laune machen und so pathetisch sie auch sind: Musikalisch gibt es im Gegensatz zu Rhapsody oder Skylark zumindest weniger Zuckerguss. In den anfangszeiten sowieso nicht. Zu Adams Stimme: Man kann über "Mannorkrieg", "Männer des Krieges" oder "Portugiesische Galeere" (für Englischvokabel-Nerds) sagen, was man will, Adam gehört auch heute noch zu den technisch besten Sängern des Heavy Metals. Und zu der Christopher Lee Sache: Der wird seit Rhapsody auf ihn aufmerksam wurde als Sprecher verheizt. Und mittlerweile ist er selbst Sänger in seiner eigenen Metalband (Charleslemagne). Nüchtern betrachtet ist das meiner Ansicht nach verdammt cool.

  • Vor 7 Jahren

    Na ja das erste Album-also das hier-ist ganz in Ordnung, aber der Rest. Und wenn ich mal überlege wie lächerlich deren Attitüde ist...

  • Vor 7 Jahren

    Ich werd es mir unter den Weihnachtsbaum legen lassen. Geld bezahlen will ich dafür nicht.
    Bis dahin habe ich die Hoffnung, dass die Drums nicht zu sehr nach Drumcomputer klingen...
    Verstehe aber nicht, wie man sich immer so an Manowar hochziehen kann. Die Typen haben total einen an der Waffel, bis 1988 war die Musik aber über jeden Zweifel erhaben.
    AC/DC singen über Rock, Manowar über Metal. Und zum Mitgrölen sind die Texte Live immer ein Hit!

  • Vor 7 Jahren

    @Reptile (« Oder will einfach nicht zu Scheißmusik saufen. »):

    Also saufen geht doch nun wirklich zu jeder Musik. Sehr für einen gepflegten Rausch zu empfehlen ist übrigens auch Alexander Marcus, aber wirklich nur dafür.

  • Vor 7 Jahren

    @todesposter (« @Reptile (« Oder will einfach nicht zu Scheißmusik saufen. »):

    Also saufen geht doch nun wirklich zu jeder Musik. Sehr für einen gepflegten Rausch zu empfehlen ist übrigens auch Alexander Marcus, aber wirklich nur dafür. »):

    "1,2,3 - oh du wunderschöne Loreley..." Ja, besonders wenn man aus der Gegend stammt, das ist nicht nur dort jetzt schon neoklassische Kirmesbeschallung... Aber mit seinen 2. Album hat der gute Felix den Electrolore-Bogen auch wieder überspannt. Dennoch teilen sich Manowar und Alexander Marcus das Label "Gute Musik zum dabei besoffen werden"!

  • Vor 7 Jahren

    Stereo Total sind auch nicht zu verachten, wenn man sich die Lampe anmachen will.