laut.de-Kritik

Pomp fürs Power-Metal-Herz.

Review von

Ende Januar 2013 sorgte eine 15-köpfige Band für reichlich Aufsehen auf der "Majesty Of The Seas". Im Rahmen der 70.000-Tons-Of-Metal-Kreuzfahrt erlebte das Lingua Mortis Orchestra mitsamt der halben Rage-Belegschaft auf hoher karibischer See seine Feuertaufe.

Die langhaarigen Passagiere reckten die Fäuste in die Höhe, während das Schiff von der einen auf die andere Seite schaukelte. Wieder im sicheren Hafen angekommen, klatschten sich alle Beteiligten ab und wanderten unter der musikalischen Leitung Victor Smolski und Rage-Chef Peavy Wagner ins Studio, um das soeben Erlebte an Land weiterzuführen.

Mit Hilfe des Metalium-Frontmanns Henning Basse, den beiden Gastsängerinnen Jeannette Marchewka und Danna Harnge sowie zweier kompletter Orchester, stampften die Klassik-erprobten Rage-Mitglieder Victor Smolski, Andre Hilgers und Peavy Wagner das mit Abstand größte Projekt ihrer bisherigen Laufbahn aus dem Boden.

Das Resultat: acht in ein mittelalterliches Konzept gepresste, pompös arrangierte Classic-meets-Metal-Tracks, die alles auffahren, was das Power-Metal-Herz begehrt. Inhaltlich lehnt sich das Album an die Hexenverbrennungen anno 1599 von Gelnhausen an.

Allein schon der dreigeteilte, fast elfminütige Opener "Cleansed By Fire" schüttelt alle Trümpfe aus dem Ärmel, die die Branche zu bieten hat. Mit trippelnden Bassdrums, flitzenden Powerchords, dichten Chören, markanten Die-Schöne-und-das-Biest-Gesangsduellen und eingestreuten Soli, bei denen jedem Peter Bursch-Jünger schon vom Zuhören die Finge bluten, sorgen die Verantwortlichen für reichlich Masse.

Das anschließende "Scapegoat" kommt nicht minder opulent daher, wenn auch um einiges düsterer. Orchestrale Growls und abgedämpfte Sechssaiter-Fingerspiele präsentieren sich hier an vorderster Front.

Das schleppende "The Devil's Bride" lässt mit ungewohnt groovigen Rhythmen und an Tarja Turunen erinnernden Refrain-Einschüben aufhorchen, während alle Beteiligten auf dem folgenden "Lament" zum ersten Mal den Puls wieder runterfahren. Leider füttern LMO den balladesken, von einem lieblichen Piano- und String-Thema getragenen Sechsminüter lediglich mit Second Hand-Harmonien. Schade drum.

Nach einem kurzen Instrumental-Füller ("Oremus") geht es mit "Witches' Judge" wieder richtig zur Sache. Abermals vereinen sich pompöse Klassik-Elemente mit dem Sound verzerrter Gitarren und scheppernder Drums. Aber auch hier bleibt der Melodie-Fingerzeig aus. Geht dem Massenkollektiv am Ende doch die Puste aus?

Der eher zwiespältige Mittelteil entpuppt sich zum Glück nur als kurzzeitiges Kreativloch, denn mit dem Midtempo-Rocker "Ey For An Eye", der vor allem mit seinem prunkvollen Refrain verlorenen Boden wieder gut macht, sowie der abschließenden Powerballade "Afterglow", die mit einem wohl dosierten Energie/Gefühl-Verhältnis aufwartet, findet das Projekt wieder zurück in die Spur.

Trackliste

  1. 1. Cleansed By Fire
  2. 2. Scapegoat
  3. 3. The Devil's Bride
  4. 4. Lament
  5. 5. Oremus
  6. 6. Witches' Judge
  7. 7. Eye For An Eye
  8. 8. Afterglow

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