laut.de-Kritik

Die Südtiroler treten das Erbe der Böhsen Onkelz an.

Review von

Es hat wirklich den Anschein, als könnten Frei.Wild den Platz der Onkelz in jeder Beziehung ausfüllen. Musikalisch ist man eh schon immer dicht dran gewesen, und auch die Texte von Sänger und Gitarrist Fips sprechen ein ähnliche Sprache. Allerdings sind auch die Reaktionen der Presse und der Öffentlichkeit die gleichen wie auf die ehemalige Band vom W.

Auf dem Summer Breeze standen Frei.Wild dieses Jahr zur besten Mittagszeit auf der Hauptbühne, und während sich im Pressezelt manch einer das Maul über die vermeintlich braune Gesinnung der Band zerriss, sangen vor der Bühne bereits mehrere hundert Kehlen den Text aus "Das Land Der Vollidioten". Über mangelnden Fanzuspruch können sich die Jungs also kaum beschweren.

Der Opener "Hoch Hinaus" wird wohl in Zukunft die Shows der Südtiroler eröffnen und die Stimmung gleich nach oben treiben. Die Ansage ist klar, die Riffs treiben straight nach vorn. Typische Frei.Wild-Kost, die es auch nach kurzen Intro in "Unser Wille, Unser Weg" oder dem rockigen "Zu Hoch Am Himmel" gibt. Vor allem die versoffen, raue Stimme von Fronter Fips ist natürlich wieder das markanteste Merkmal der Band, die sich aber durchaus nicht nur auf Altbekanntes verlassen hat.

"Weil Du Mich Verarscht Hast" ist ein musikalischer Wechsel zwischen Ska und Punk und erinnert dabei ein wenig an die Broilers. In Sachen Text hat die Nummer hingegen durchaus was von Die Ärzte. Mit der Slidegitarre und dem leichten Country-Flair im Rockgewand erinnert "Die Gedanken Sind Frei" stellenweise an Volbeat, setzt im Chorus aber wieder auf die gewohnt mitsingbaren Elemente.

Besinnlicher wird es dann mit "Die Zeit Vergeht" und vor allem der Klavierballade "Nicht Dein Tag". Bis dahin alles ganz ok und für die Fans mit Sicherheit ein Fressen. Aber natürlich müssen auch die Hater der Band bedient werden, denen man mit "Allein Nach Vorn" und dem sperrigen "Wahre Worte" Wasser auf die Mühlen gibt. Zum einen klingt Fips hier ganz klar wie der typische Stammtisch-Redner, distanziert sich aber gleichzeitig vom Nationalsozialismus.

Im Endeffekt wird die Worte eh jeder so auslegen, wie es ihm gerade in den Kram passt. Daran wird auch "Altes Neues Leben" nichts ändern, das sich textlich ebenfalls auf gemachte Erfahrungen münzen lässt, aus denen der Protagonist seine Lehren gezogen hat.

Insgesamt ist "Gegengift" ein gutes Album mit jeder Menge Party- und Mitsing-Potential geworden. Wer die Band bisher gehasst hat, wird es weiterhin tun - wer sie mochte, wird an der Scheibe auf jeden Fall seine Freude haben.

Trackliste

  1. 1. Hoch Hinaus
  2. 2. Unser Wille, Unser Weg
  3. 3. Altes Neues Leben
  4. 4. Die Zeit Vergeht
  5. 5. Weil Du Mich Nur Verarscht Hast
  6. 6. Mehr Als Tausend Worte
  7. 7. Allein Nach Vorne
  8. 8. Die Gedanken Sie Sind Frei
  9. 9. Wahre Werte
  10. 10. Zu Hoch Am Himmel
  11. 11. Schenkt Uns Dummheit Kein Niveau
  12. 12. Auf Einen Neuanfang
  13. 13. Die Hölle Schenkt Uns Das Licht
  14. 14. Nicht Dein Tag

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