laut.de-Kritik

Retro macht den Morgen rosig.

Review von

Hätten noch mehr Menschen einen Walkman, wäre es angebracht zu raten, diese Scheibe schnell mal auf Band zu überspielen um sich den rauschigen Sound noch rauschiger einzuflößen zu können. Denn Edward Sharpe & The Magnetic Zeros legen schon mit dem ersten Track ihres zweiten Albums "Man On Fire" eine derart retrophile Platte auf, dass das Radfahren am Montagmorgen schon durch bloßes Zuhören um einiges rosiger wird.

Hintergründiges Bassbrummen und dezente Frauenstimmen unterstreichen das friedfertige Gezupfe an der Gitarre. "One desire that's left in me: I want the whole damn world to come dance with me." Und wenn die ganze Baggage ein bisschen mehr loslegt, pfeift sie ein Didgeridoo gleich wieder zurück.

Mit kontrabassigem Flair und Texten wie "You'll be the bird, I'll be the the feather." geht die Hippieparade straight weiter. Denn die 68er-Thematik inklusive Lagerfeuerstimmung reißt bis zum letzten Ton nicht ab. Auch wenn "Mayla" zu Beginn eher an eine händchenhaltende Meditationssitzung erinnert als an ein komplexes Stück Musik, gesellen sich später ein umfassendes Klangensemble inklusive Windspiel- und Kuhglockengeklimper zum Sit-In dazu.

In "Dear Believer" lässt John Mayer wieder grüßen, nur mit Alex Ebert am Mikrofon. An "I say reaching for heaven is what I'm on earth to do" kuscheln sich lauter werdende Bläser, die aus dem ruhigen Ständchen eine handfeste Ballade machen.

"One Love To Another" erinnert mit seinem bedachtem Klopfen und den Echo-and-Response-Elementen an eine Hommage an ein kleines Urwaldvölkchen, das in Ruhe und Frieden weitab von der Zivilisation lebt. Mit "Fiya Wata" driften Edward Sharpe & The Magnetic Zeros noch ein wenig von ihrer Folk-Schiene ab und vergessen sich zum Teil in scheinbar endlosen Gitarrensoli und Gospelgesängen. Und doch sind beide Stücke eindeutig dem zehnköpfigen Kollektiv zuzurechnen.

Die Pfeifsoli in "All Wash Out" mögen entfernt an "Proud Mary" erinnern. Jedoch sind sie Teil des letzten Titels auf "Here", der sowohl spährische, als auch traditionelle Klänge verbindet. Und wenn im Hintergrund jemand schließlich sanft ein Rythmus-Ei zu "Love is something I believe in" schüttelt, wünsch man sich, das zweite Album dieser herzallerliebsten Retrofanatiker würde noch lange nicht aufhören. Aber zum Glück muss man heute nicht erst wieder zurückspulen.

Trackliste

  1. 1. Man On Fire
  2. 2. That's What's Up
  3. 3. I Don't Wanna Pray
  4. 4. Mayla
  5. 5. Dear Believer
  6. 6. Child
  7. 7. One Love To Another
  8. 8. Fiya Wata
  9. 9. All Wash Out

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3 Kommentare

  • Vor 2 Jahren

    lohnt sich auf jeden fall zu 100% das zu kaufen.

  • Vor einem Jahr

    Ich versteh' diese Retro-Bands nicht.
    Gibt es nicht bereits Millionen Platten mit solcher Musik. Musik aus vergangener Zeit. Wofür muss ich da noch Musik kreieren, die wieder so klingt. Für mich der totale Durchfall! Ich bin kein Antichrist, aber dieses Jesus-Gedudel setzt dem ganzen noch die Krone auf.

  • Vor einem Jahr

    Ich versteh' diese Retro-Bands nicht.
    Gibt es nicht bereits Millionen Platten mit solcher Musik. Musik aus vergangener Zeit. Wofür muss ich da noch Musik kreieren, die wieder so klingt. Für mich der totale Durchfall! Ich bin kein Antichrist, aber dieses Jesus-Gedudel setzt dem ganzen noch die Krone auf.