laut.de-Kritik

Entführung in eine wahnwitzige Cyber-Märchenwelt.

Review von

Kinder der Achtziger! "Tron" feiert ein Comeback. Das ebenjenes von oben bis unten mit einem fantastischen Corporate Design durchgestylt wurde, setzt der freudigen Erregung ob des nahenden Kinostarts des Films ein Sahnehäubchen der Extraklasse auf.

Begibt man sich auf die Suche nach den passenden Komponisten für den Soundtrack, kann es unter diesen Vorzeichen nur zwei Nasenbären geben, die das Neonlicht der Storyline in Töne kanalisiert, und zwar Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter. Die beiden vermummen ihre Eierköpfe ja schon geraume Zeit mit Helmen, die geradezu ein Relikt des Films sein könnten.

Wer aber ein Electro-Brett hinter den 22 Tracks zu "Tron Legacy" vermutet, dürfte nicht wenig enttäuscht sein. Mit einer kaum für möglich gehaltenen Finesse verschmelzen die Franzosen klassische Klänge mit Sounds aus der Konserve. Diese Fusion gelingt derart gut, dass der Film allein mittels Musik vor dem inneren Auge Gestalt annimmt.

Stakkato-Streicher, schnarrende Bläsersätze und pluckernde Elektronik vereinen sich zu einem Wirbelwind, der einem einen Schauder nach dem anderen über den Rücken jagt: Die dunkle, düstere und bedrohliche Computer-Welt von "Tron" findet hier ihr klangliches Abbild. Ein großes Kompliment für die Ausgestaltung der Arrangements des Orchesters geht an Joseph Trapanese, der während der zweijährigen Entstehungsphase mit den Daft Punks Hand in Hand arbeitete.

Zwei kleine Schönheitsfehler finden sich dennoch. Ausgerechnet die saftigen Brecher "End Of Line" und "Derezzed", die in typischer Daft Punk-Manier daher stampfen, finden sich nur als sehr kurze Zwischenspiele wieder. Letzterem gönnt man gerade einmal eine Spielzeit von 1:43 Minuten.

Beim "End Title" bedienen sich die Franzosen ausgiebig bei ihrem "Home Work". Distort-Noise und Filter-Exzesse klingen exakt nach dem Debüt. Das Einfließen des "Tron"-Themas, das schon in der "Ouverture" zu hören ist, erweitert den zwirbeligen Track aber um harmonische Nuancen.

Im Gegensatz zu anderen Soundtracks, die am Stück kaum genießbar sind, entführen uns Daft Punk in eine wahnwitzige dunkel drohende Cyber-Märchenwelt, in die man sich immer und immer wieder mit Freuden hinein stürzt.

Dieser Score sollte eigentlich eine Steilvorlage für eine Veröffentlichung im Surround-Soundformat sein. Klangfetischisten sollten sich nach einem etwaigen Release umhören. Lohnen würde es sich allemal.

Trackliste

  1. 1. Overture
  2. 2. The Grid
  3. 3. The Son Of Flynn
  4. 4. Recognizer
  5. 5. Armory
  6. 6. Arena
  7. 7. Rinzler
  8. 8. The Game Has Changed
  9. 9. Outlands
  10. 10. Adagio For TRON
  11. 11. Nocturne
  12. 12. End Of Line
  13. 13. Derezzed
  14. 14. Fall
  15. 15. Solar Sailer
  16. 16. Rectifier
  17. 17. Disc Wars
  18. 18. C.L.U.
  19. 19. Arrival
  20. 20. Flynn Lives
  21. 21. TRON Legacy (End Titles)
  22. 22. Finale

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31 Kommentare

  • Vor 3 Jahren

    @HeißeBlonde1991 (« Schade. Schon fast Etikettenschwindel. Daft Punk sind super, aber hier?
    Die Streicher und Bläserarrangements sind dermaßen Filmklischee, wenn da nicht Daft Punk draufstehen würde, keiner würds merken.
    Echt schade.
    Wenige Ausnahmen wie das Stück zu den End Titles zeigen das sonst vergebene Potential. Mehr elektronische Spielerei. Mehr Sound der (C64-)Demo-Szene. DAS wäre cool und in Kombination mit einem Tron-Film ein Kunstwerk.
    Ich wiederhole: Echt schade. »):

    Du wiederholst dich!

  • Vor 2 Jahren

    Der Film zur Musik ist auch ganz ok. :D

  • Vor 5 Monaten

    Pro:
    Es kann sein, dass ich einfach schon zu lange Daft Punk Fan bin,
    aber ich finde den Soundtrack gelungen, besser als "Irreversibel"!
    Man hört Daft Punk raus und ja es ist ein Soundtrack und kein Album wie "Discovery".
    Der Preis ist in Ordnung (für die Special Edition), aber

    Contra:
    Das in der Special Edition trotzdem nicht alle Song dabei sind, ist eine Frechheit!
    Sea of Simulation, Outlands Part II und Father and Son muss man sich von iTunes und Amazon runterladen (also nur digital).

    Das ist wirklich eine verdammte Frechheit, genau wie meiner Meinung nach das "Bonus" Material:
    1.CD - Ein Link auf ein Bonusbreich, wo es Video's gibt, die es teilweise in bessere Qualität auch bei Youtube gibt!
    2.CD - Verpixelte Videos...lieber hätte ich hier noch die drei anderen Songs gehabt (die übrigens auch noch draufgepasst hätten).

    Fazit: Für "Hardcore" Daft Punk Fans eher nichts, weil kein Album. Für Musikliebhaber aber ein gelungener Soundtrack!