laut.de-Kritik

Zwischen Post-Hi-NRG, Trashpop und Electro-Disco.

Review von

Schon der Anfang ist eine Referenz. Der erste Takt, bestehend aus vier Vierteln hart angeschlagener Snare (bzw. dem, das der Drumcomputer daraus macht), erinnert an den Opener "Magnets" von Digitalisms Debütalbum "Idealism". Das wiederum steckte voller Referenzen an die französischen Kollegen Justice, die wiederum wären ohne French-House-Pioniere wie Daft Punk oder Cassius nicht möglich gewesen. "Was solln wir bloß mit den ganzen Zitaten?" fragten schon Saalschutz, und Captain Capa antworten: "Profitieren von dem Hype!"

Aber genug der unzulässigen Verallgemeinerungen. "Sweat" haut trotz bekannter Zutaten doch ganz schön rein. Zumal sich die Lyrics ganz vorzüglich ins Songgerüst einpassen. Wer sind die Jungs eigentlich? Zwei blutjunge Buben aus Thüringen, die erfreulicherweise im Äußeren und im Output wenig mit dem von Tobias Rapp so herrlich beschriebenen Ostraver gemein haben. Hannes Naumann (der als Ashi auch für die visuelle Gestaltung des Tonträgers verantwortlich zeichnet) und Maik Biermann manövrieren den Raumgleiter namens Captain Capa.

Die beiden landen mit ihrem Gefährt auf diversen Disco-Planeten, ihr Antrieb ist die Musik, 14 potentielle Hitgranaten feuern sie auf den Hörer ab. Irgendwo zwischen Post-Hi-NRG, Trashpop und Electro-Disco mit einem Schuss Justice und Bloc Party macht die Platte halt, natürlich mit dem nötigen Rumms untermalt. Selbstverständlich alles sehr 2009. Wenn man bereit ist, die Vocoder-Parts zu verzeihen (was ich natürlich nicht bin, ich träume nach Vocoder-bestückten Songs immer nächtelang von Cher, schönen Dank, Captain Capa!), ist "Tonight Is The Constant" eine wirklich passable Platte.

Einige allzu offensichtliche Verweise wie "T.H.E.P.E.S.T." an Justices "D.A.N.C.E." (obwohl es eher klingt wie der Franzosen "Stress") hätten sie sich sparen können, dafür scheint hier und da so etwas wie eine Message durch (z.B. bei "Kids On Fire"). Dennoch oder vielleicht gerade deswegen stellt "Tonight Is The Constant" ein gutes Debütalbum dar, zu dem man auch dem Cobretti-Label gratulieren darf, dass sich so langsam zum "ernsthaften" Plattenhaus entwickelt. Der Sound und die Richtung stimmen, etwas mehr Eigenständigkeit würde ich mir beim nächsten Album dann doch wünschen.

Trackliste

  1. 1. Sweat
  2. 2. Calvin
  3. 3. Axxidents
  4. 4. Kids On Fire
  5. 5. T.H.E.P.E.S.T.
  6. 6. Lady Crayolan
  7. 7. AT/A/REE 1309 On
  8. 8. Sleeping Oil Not Robot Blood
  9. 9. Lights And Heroes
  10. 10. Crystals
  11. 11. Crush Me Waiting
  12. 12. Brundlefly
  13. 13. Out Of Fashion (Feat. Nina Martine)
  14. 14. Interchoir

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52 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    @mfizzo (« oh fuck »):

    tu nicht so, wie als ob du das nicht schon wüsstest.. :D

  • Vor 4 Jahren

    @ higrupu: Einfach mal Booker anschreiben, weiß auch grad nicht, was da noch alles gesperrt ist. :)

    Erinnert sich noch wer an pezke, btw? :D Gerade bei last.fm gefunden:

    [i:49ded03c4c]pezke:"Harte Party, alter! Captain Capa eher nicht so cool... Aber Egotronic ficken wieder alles."[/i:49ded03c4c]

    Uiuiuiui... :hoho:

  • Vor 4 Jahren

    @ Zille: Macht ja nix. Zur Zeit kann ich mich leider nur auf eins konzentrieren, und weil mir die Schiene gerade deutlich mehr Spaß macht und - offen gesagt - auch sehr gut läuft grad, kleb ich da natürlich erst mal fest. Dass ich irgendwann nochmal die Klampfe in die Hand nehme und Emoshit klimper, ist aber sehr wahrscheinlich. :)