laut.de-Kritik

Der Limp Bizkit-Gitarrist huldigt NIN und QOTSA.

Review von

Wes Borland hatte Limp Bizkit zu deren Lebzeiten ja schon zwei Mal den Rücken gekehrt, um sich auf seine eigenen Ideen zu konzentrieren. Das letzte Mal hatte er dabei schon explizit Black Light Burns im Auge, mit denen er nun das Debüt "Cruel Melody" vorlegt. In den Staaten ist die Scheibe schon ein knappes Jahr auf dem Markt, aber von einer Erfolgsstory kann auch dort keine Rede sein.

Die Zeiten von Limp Bizkit waren zwar ebenfalls definitiv vorbei, und dass Black Light Burns auch nur ansatzweise ähnliche Erfolge einfahren werden, darf bezweifelt werden. Es ist aber auch eher unwahrscheinlich, dass der Gitarrist mit dieser Zielsetzung an sein neues Projekt rangegangen ist. Von einem Projekt darf man wohl schon allein deswegen sprechen, weil sich von dem Line-Up, das die CD eingespielt hat, allein Wes noch in der Liveband befindet. Klar, Bassist Danny Lohner hat mit Nine Inch Nails genügend zu tun und auch Drummer Josh Freese hat unzählige andere Arbeitsstätten, die vermutlich mehr Kohle abwerfen.

"Cruel Melody" ist eine Sammlung von 13 sehr unterschiedlichen Songs, die von Wes selber eingesungen wurden. Dabei muss man dem Mann eine ganz angenehme und auch relaxte Stimme attestieren, die aber kaum Akzente setzt. Kein Wunder, dass Trent Reznor zu ihm gesagt hat: "Du singst wie einer, der im Nebenraum liegt und schläft." Das hat er sich bei vielen der Stücke zwar zu Herzen genommen, aber "New Hunger" und vor allem "Iodine Sky" überschreiten die Grenze zwischen relaxt und schnarchig doch ein gutes Stück.

Es geht aber auch anders. Gleich zum Anfang macht er mit "Mesopotamia" deutlich klar, dass er großer Fan der Queens Of The Stone Age" ist. Schrammelige Gitarren, ein paar Eunuchen im Hintergrund und eine gute Melodie sorgen für Unterhaltung. Gleiches gilt für das etwas relaxtere "The Mark", das aber trotzdem ganz gut rockt.

An den Opener schließen sich zunächst elektronische Sounds von "Animal" an, die mehr an Panzer AG erinnern, mit den Gitarren und vor allem der ebenfalls gelungen Gesangsmelodie doch mehr in Richtung Nine Inch Nails gehen. "Lie" erinnert in der Strophe zunächst ein wenig an "Unbelievabel" von EMF, bevor der Track zum Refrain hin von der Dramatik aber noch ein gutes Stück zulegt.

Hier geht Wes in Sachen Gesang endlich auch mal ein Stück härter zur Sache. Das macht er bei "Coward" zwar nicht, dennoch handelt es sich dabei um einen ganz coolen Alternative-Song, der mit ein paar guten Melodien relaxt zur Sache geht. Wer will, darf den Song und vielleicht auch "One Of Yours" aufgrund des Textes auch gern Emo nennen.

Mit dem Titeltrack wird es zum ersten Mal sehr chillig, allerdings artet der Schluss in vorgezogene Geburtswehen irgendeiner Kreischboje aus. Dann geht dem guten Wes aber zusehends die Luft aus, und bis auf das musikalisch dank der Bläser einigermaßen interessante gestaltete "Stop A Bullet", kommen die Songs nicht mehr richtig in die Gänge. "4 Walls" klingt einfach nur einfallslos nach Charts-Musik, "New Hunger" plätschert nur vor sich hin, und das bereits erwähnte "I Am Where It Takes Me" hat trotz der gesanglichen Unterstützung von Beton Blonde-Sängerin Johnette Napolitano nur bedingten Unterhaltungswert.

Trackliste

  1. 1. Mesopotamia
  2. 2. Animal
  3. 3. Lie
  4. 4. Coward
  5. 5. Cruel Melody
  6. 6. The Mark
  7. 7. I Have A Need
  8. 8. 4 Walls
  9. 9. Stop A Bullet
  10. 10. One Of Yours
  11. 11. New Hunger
  12. 12. I Am Where It Takes Me
  13. 13. Iodine Sky

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3 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Also Lohner hat mit den Nails schon lange nichts mehr am Hut und Freese sitzt als einer von diesen bei Reznor an den Drums, leicht was verwechselt wie ;)

  • Vor 9 Jahren

    Ich hätte noch "Iodine Sky" erwähnt. Ein tolles Instrumentalstück. Mit "Lie" mein Favorit auf der Platte.

  • Vor 9 Jahren

    Ich hab das Teil schon seit einem guten Jahr...
    entsprechend schlecht kann ich mich jetzt aus dem stehgreif auch drauf entsinnen.

    Aber "I am where it takes me" war doch eigentlich eine recht gute nummer, oder?
    Im großen und ganzen stimme ich der Review aber zu, die möglichkeit dass ich hier was durcheinanderbringe mal weggelassen, werde mal wieder nach dem Teil suchen gehen müssen...