laut.de-Kritik

Unambitioniert, glatt, steril.

Review von

Ihre erste Platte "This Is The Life" führte Amy Maconald ins Vorprogramm von Paul Weller. Chapeau! Weller bot sich daraufhin freundlichst samt Gitarre und Bass als Hilfskraft an. So entstand das Singer/Songwriter-Album "A Curious Thing" in dessen Studio 'Black Barn.'

Wie schon zahlreiche Texter vor ihr, referiert Amy Macdonald wild über Leben, Liebe und Vergangenheit - nur recht unambitioniert und einigermaßen innovationsarm. Die meist autobiografisch getränkten Texte entnimmt sie alten Notizbüchern mit festgehaltenen 'Ideen'. Vertont klingen diese abgegriffen und erregen allenfalls mit impliziten Verweisen auf Referenzbands Aufmerksamkeit.

Dramatisch klingt zumindest der Opener: "Don't Tell Me That It's Over" beginnt mit Stimmengewirr. Die Schottin schrammelt via Plectrum ihre Stahlseiten nieder, bevor der Sound in übermäßig halligem Refrain mit zäh streichenden Geigern überschwappt. Die musikalische Überladenheit und Überproduktion prägen den ganzen Langspieler entscheidend.

In "No Roots" hadert die Sängerin mit ihrem Startum: "Somewhere out there's a dream that's not forgotten / But this world is never stopping for me." Amy Macdonald reflektiert quarter-life-kriselnd mittels Mikro und Gitarre etwas wirr über ihre Eindrücke in der Musikwelt. Trotzdem die Rechnung erwartungsgemäß mager ausfällt, hält sie an der jetzigen Lebensform fest.

Auch ihr Ex wird zum Adressat, den Nullpunkt besingt die 22-Jährige dann in "This Pretty Face": "Don't care about hair, don't care about eyes / It's about what's inside." Der Text serviert dem Hörer auf dem Silbertablett die Schnittmenge ihres Zwists zwischen einem Studium der Sozialwissenschaften und dem Glamourleben.

Rettung erhofft man sich vorerst noch von Paul Weller. Kürzlich zu Recht vom NME als 'gottgleiches Genie' betitelt, gilt er eigentlich als Garant inspirierten Gitarrenspiels und Gesangs. Leider bleibt er hier mit zwei instrumentellen Backgroundbeiträgen sehr passiv.

Amy Macdonald selbst wirkt spätestens ab dem dritten Song irgendwie antriebslos, der Sound ist insgesamt zu glatt und zu steril. Ihre Stimme ist bei einer Akustikgitarre sicherlich besser aufgehoben als bei der hier aufgefahrenen Masse an Instrumenten.

Trackliste

  1. 1. Don't Tell Me That It's Over
  2. 2. Spark
  3. 3. No Roots
  4. 4. Love Love
  5. 5. An Ordinary Life
  6. 6. Give It All Up
  7. 7. My Only One
  8. 8. This Pretty Face
  9. 9. Troubled Soul
  10. 10. Next Big Thing
  11. 11. Your Time Will Come
  12. 12. What Happiness Means To Me

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2 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    Definitiv kein 100% gelungenes Album im Vergleich zum (hier unterbewerteten) "this is the life". Es fehlen Ohrwürmer und Ideen.
    Nur nervt mich auch der Stil, in dem auf laut.de viele Kritiken geschrieben werden. Oft hat man das Gefühl, dass nicht einmal versucht wird ein wenig Objektivität walten zu lassen, geschweige denn etwas positives zu erwähnen.
    Wirkt für mich zT. anmaßend!

  • Vor 3 Jahren

    als ich dont tell me that its over im radio gehört hatte, dachte ich mir gott was für eine scheisse:D und das ganze album war nicht besser..