laut.de-Kritik

Countryfolkpop, der das richtige Maß noch sucht.

Review von

Amy MacDonalds Stimme weist für eine gerade erst 20-Jährige recht beeindruckende Reife auf. Nichtsdestotrotz gleitet sie in höheren Lagen häufig in allzu schrille Töne ab - etwa im ziemlich melodramatischen "Run". Zu den Song-Highlights gehören "Mr Rock & Roll", ein fetziger Gute-Laune-Song, der in Ohr und Bein geht, und "This Is The Life".

Hier erzählt Amy sehr treffend und euphorisch vom Gefühl einer durchfeierten Nacht und dem darauffolgenden Morgen. Etwas zu häufig stehen die Texte anstatt der Melodie, die sich stets zwischen den Polen Gitarrenpop, Folk und Country bewegt, im Vordergrund.

Schön ung gut, wenn sie in "A Wish For Something More" von der manchmal verwirrenden Liebe zum besten Freund berichtet. Wenn dann aber schon im nächsten Song die Akustikgitarre zu langweilen beginnt und selbst Stücke mit Bläsersätzen nicht wirklich in der Rinde hängen bleiben, tja.

Auch die in "Youth Of Today" als Special eingebauten Streicher erzeugen eine übertriebene Theatralik. So dramatisch muss man Generationenkonflikt nicht darstellen, dass er den Einsatz solcher musikalischer Mittel zur Betonung nötig machen würde. Völlig überzogen.

"Footballer's Wife" steht inhaltlich in verwirrendem Widerspruch zum Pete Doherty-Tribute "Poison Prince", da die oft verhängnisvolle, sinnlose und auch lächerliche Verehrung von Stars hier zentrales Thema ist. All die Kritikpunkte wollen allerdings nicht in Abrede stellen, dass Amy MacDonalds Musik auf einer äußerst eingängigen Mischung basiert.

Ganz ausgereift ist das noch nicht, Potenzial scheint aber doch an diversen Stellen durch. Und beeindruckend bleibt ebenfalls, ein komplettes Album ganz ohne großen Produzenten im Rücken zu stemmen, dabei gute Ansätze für einen eigenen Stil zu zeigen und damit auf Platz zwei der britischen Charts eingestiegen zu sein.

Trackliste

  1. 1. Mr Rock & Roll
  2. 2. This Is The Life
  3. 3. Poison Prince
  4. 4. Youth Of Today
  5. 5. Run
  6. 6. Let's Start A Band
  7. 7. Barrowland Ballroom
  8. 8. L.A.
  9. 9. A Wish For Something More
  10. 10. Footballer's Wife

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60 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Seit langer Zeit lese ich nun schon eure Rezensionen und hole mir Anregungen für neue Platten. Schon mehrmals bin ich für mich persönlich auch zu anderen Einschätzungen vorgestellter CDs gekommen, was ich auch recht normal finde, da Geschmäcker halt verschieden sind. Allerdings konnte ich es gerade nicht fassen zu lesen, dass das wirklich sehr gelungene Debut von Amy McDonald hier gerade einmal mit 2 von 5 Punkten bewertet wird und dann so ein unorigineller Käse ohne jeglichen Wiedererkennungswert wie Stanfours "Wild Life"
    3 Punkte erhält. Vielleicht solltet ihr euch in der Redaktion einmal besser austauschen, damit die Bewertungen auch insgesamt untereinander stimmig sind. Wenn Ihr so weiter macht, verspielt Ihr zumindest bei mir auch den letzten Kredit.

  • Vor 6 Jahren

    Ich denke, jeder aus der Redaktion, der eine Review schreibt, tut dies aus seinem eigenen Blickwinkel und nicht aus einer Art "Fraktionszwang" heraus.
    Ich bewertet das Album von Amy selbst ebenfalls um einiges besser und der Text der Rezension lässt auch nicht unbedingt auf lediglich 2 Punkte als Extrakt schließen.
    Nebenbei hab ich mich dennoch gefragt, wer eigentlich der Rezensent "Laut-Redaktion" ist. :???: Ich kann mir kaum vorstellen, daß sich hier mehrere Redaktionsmitglieder hingesetzt haben und gemeinsam etwas zu Papier brachten.
    Bei dem Passus mit den "allzu schrillen Tönen" kann ich nicht ganz folgen, aber es kommt hier vielleicht auch auf die Empfindlichkeit des jeweiligen Gehörorgans an. ;)

  • Vor 6 Jahren

    Im Gegensatz vieler, stimme ich den Reviews hier eigentlich zu, aber 2 von 5 Punkten, das geht mal gar nicht. Sehr schönes Album mit zwar einigen Durchhänger, aber es macht durchweg Laune und ein paar extreme gute Ohrwürmer sind auch zu finden. Schrille Töne - jesus, also da kann ich einige Pop-Größen aufzählen, bei denen ich das unterschreiben kann, aber hier *öhm*