Seite 13 von 22

Principle Pi

Wer richtig Bock hat, sich belehren zu lassen, der möge sich diesen Artikel von Prinz Pi nicht entgehen lassen, in dem er Stellung zu seinen Aussagen zu strukturellem Rassismus und Sexismus im Deutschrap bezieht.

Ich möchte an dieser Stelle einmal anmerken, dass ich Prinz Pi gegenüber an sich positiver eingestellt bin, als ich es normalerweise zugegeben würde. Ich halte ihn für einen ziemlich netten Kerl. Wer diesen Eindruck nicht möchte, der lese diesen Artikel. Da besserwissert sich Pi einen vom Leib, dass sich selbst dieser Erstsemester-ich-habe-gerade-zum-ersten-Mal-von-Judith-Butler-gehört-und-werde-es-benutzen-Yannik vor der Prätentiösität verneigen kann. Zur Sache möchte ich gar nicht so besonders viel sagen. Er hat ja im Grunde Recht, dass die strukturellen Ungerechtigkeiten in der deutschen Musikindustrie weniger schwerwiegend sind als in manch anderem Teil der Gesellschaft und dass neue Medien den Vertrieb grundlegend demokratisieren. Und auch damit, dass jeder, der sich über die privilegierten Cishets aufregt, meistens genau so einer ist.

Trotzdem verstehe ich nicht ganz, warum er so hart auf diesem "Alles ist gut"-Narrativ beharrt. Weil nach einer ganzen Menge getaner Arbeit ein paar Umstände deutlich besser geworden sind, gibt es nichts mehr zu erledigen? Können wir uns jetzt alle ausruhen und in Sicherheit wähnen, weil ein paar Migranten am Deutschrap-Kuchen mitverdienen? Ich behaupte mal ganz steil, dass es auch ein großer Teil der rassistischen Erfahrung in Deutschland ist, dass immer, wenn man versucht, die bestehenden Probleme anzusprechen, irgendein Hansel um die Ecke kommt und ankreidet, dass man es ja wohl schon gut genug habe.

Und, bitte, Friedrich! Musst das in dieser Instanz wirklich du sein? Klar ist der Mann kein Rassist. Der meint es sicher nur gut. Aber diese Durchhalteparolen sind so dermaßen dummdämlich zentristisch, dass man mit ihnen als Credo gar nichts mehr verändern wird. Diese Energie, die wir in unser sich hoffentlich weiter progressiv wandelnden Gesellschaft gerade besitzen, muss man doch nicht aus Stolz untergraben.

Seite 13 von 22

Weiterlesen

2 Kommentare mit einer Antwort