laut.de-Kritik

Klinischer Robotsound der Neuzeit mit Style.

Review von

Die herbstliche Tonträger Offensive 2001 von Mademoiselle Caroline "Miss Kittin" Hervé dürfte mit dem First Album ihren vorläufigen Climax erreicht haben. Jetzt ist fröhliches Ringelreihen mit dem Hacker angesagt. Miss Kittin, the Nurse in Lack singin' Disco und l'homme dans l'ombre, Michel Amato, the man in the shadow behind the keyboards.

Des Hackers Vorliebe für unterkühlt reduzierten Techno Electro mit deutlichen EBM und partiellen Industrial Einflüssen zieht sich durch das ganze Album, das vielmehr eine Ansammlung von Tracks aus den Jahren 1997 bis 2001 darstellt. Tracks, in denen Amato vor alten Recken wie DAF oder Cabaret Voltaire seinen Hut zieht und ihrem musikalischen Erbe Respekt zollt, ohne sich dümmlich dreist aufs Trittbrett zu stellen.

Klinischer Robotsound der Neuzeit mit Style, vergleichbar mit den Produktionen eines I-F oder Dopplereffekt. Mit dem Unterschied, dass The Hackers Musik sich variabler gestaltet, weil sie mehr in Richtung Dancefloor schielt. "Stock Exchange", "1982" oder "Nurse" stehen stellvertretend für ansteckend treibenden Hi Energy Electro Sound in Verbindung mit Miss Kittin, die mittels Kühlhaus Nonchalance ihre Ansichten bezüglich plastic surgery und sniffin in the Vip Area der Menschheit Preis gibt. Orales Entertainment mit sexy chic im Parental Advisory Format, das man nicht allzu wörtlich nehmen sollte.

Trackliste

  1. 1. Life On MTV
  2. 2. Frank Sinatra
  3. 3. Walk On By
  4. 4. 1982
  5. 5. Stock Exchange
  6. 6. You And Us
  7. 7. Flexibility
  8. 8. L'Homme Dans L'Ombre
  9. 9. Slow Track
  10. 10. Nurse
  11. 11. Stripper
  12. 12. DJ Song
  13. 13. Walking In The Sunshine
  14. 14. Frank Sinatra 2001

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2 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 7 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Jahren

    Bis auf "Slow Track", das mich textlich und gesanglich etwas nervt, höre ich das Album gerade wieder echt gerne. Dynamische EBM-Hacker-Sounds, die an die klassischen New-Wave-Vorbilder anlehnenden Synths, die nicht mal die Pioniere oftmals so gut hinbekommen haben, die ironisch-expliziten, aber immer noch sehr zeitlosen Texte, vorgetragen von einer der erotischsten Stimmen schlechthin. Irgendwie immer noch erstaunlich eigen. Wahrscheinlich bin ich der Einzigste, der das ohne zu Zögern ziemlich meilensteinig findet. :ill: