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Datum: 26. April — 5. Mai 2019
Location: Festival
Krems/Donau

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Donaufestival

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Donaufestival

Wir haben in guter alter Tradition DEN Einstiegstipp für deie kommende Sommersaison parat. Angenommen, der avantgardistisch veranlagte Musik- und Kunstfan hat im Festivalsommer nur einen Schuss frei - dann möge er gleich zum Donaufestival in Krems nahe Wien pilgern - als singulärer Event international etabliert.

Kurator Thomas Edlinger hat den Event, der Sound, Kunst, Avantgarde und Subkultur in der schönen Wachau wieder an zwei Wochenenden (24.bis 26. April sowie 3. bis 5. Mai) zusammenführt heuer unter ein so aktuelles wie brisantes Schlagwort gestellt: New Society - ist unsere Gesellschaft, so wir sie kennen Geschichte? Oder ist diese "nur" im Begriff, sich umzubauen? Die Gesellschaft differenziert sich immer weiter aus, gleichzeitig wird das Spielfeld der teilnehmenden Akteure um Maschinen, künstliche Intelligenz erweitert.

Die abschließende Antwort darauf dürfte am 5. Mai vermutlich kaum geben werden. Aber neue Impulse bzw. eine Idee davon, was derzeit passiert, werden wir nach den sechs Spieltagen mit insgesamt 84 Events vermutlich haben. Der Begriff unserer Gesellschaft, wie ihn die 68er prägten, steh so etwa folgerichtig im Zentrum folgender Werke: fABULEUS/ Michiel Vandevelde fragen in "Paradise Now (1968-2018)" nach revolutionären Potenzialen, während César Vayssié s rasanter Found Footage-Film "Ne travaille pas (1968-2018)" 'die Gesellschaft des Spektakels' beleuchtet wirkt.

Auch die Theatergruppe El Conde de Torrefiel, die sich mit der brüchigen Verfasstheit der (west)europäischen Gesellschaft befasst, ist mit der Uraufführung der performativen Installation "KULTUR" zu Gast. Oder der bildende Künstler Jonas Staal, der sich Donald Trumps ehemaligem Einflüsterer widmet, dem Rechtspopulisten Steve Bannon. Installationen und Videos auf dem ganzen Festivalgelände runden das Bild künstlerisch ab.

Aber auch musikalisch findet das Motto des Donaufestivals Widerhall, in den Werken von Kate Tempest, Yonatan Gat & The Eastern Medicine Singers, Anna Von Hausswolff, Holly Herndon, Planningtorock, Khalab, Nadja, Guttersnipe, Godflesh, Årabrot, der Schlagzeugerin Katharina, Flotation Toy Warning, Ben LaMar Gay, Punctum, Giant Swan, Lingua Ignota, Shortparis, Rafael Anton Irisarri, Yves Tumor oder Lonnie Holley bescheren.

Das Donaufestival-Line-Up von 2019 bestätigt mal wieder: Geschmack und Sachverstand gehören seit jeher zur DNA des genre- und stilübergreifenden Programms, das sich in die Sparten Performance, Art & Installation, Talk, Video & Film sowie Sound unterteilt. Checkt die einzelnen Veranstaltungen an dieser Stelle.

Tanzbar und intellektuell fordernd zugleich - und so tut es nur gut, sich zwischen den vollgepackten Wochenenden ein paar Tage Pause zu gönnen. Alle Shows gehen in verschiedenen Kremser Locations, insgesamt 18, über die Bühne - im zentrum stehen dabei der Klangraum Krems Minoritenkirche, das Forum Frohner (Krems/Stein) sowie das Messegelände (Messehallen und Stadtsaal). Bitte beachten: Für alle Veranstaltungen gilt 'first come, first served', denn aufgrund unterschiedlicher Raumkapazitäten ist der Zutritt teilweise stark limitiert.

Wie in den Jahren zuvor stehen auch wieder die Stockholm-Syndrom-Events an (an geheim gehaltenen Spielorten, die erst nach der Anmeldung am Veranstaltungstag enthüllt werden, treten vorab nicht bekannt gegebene Artists auf).

Tagesbillets kosten jeweils 35 Euro (am selben Tag 35 Euro). Beliebt sind die Wahlabos: frei kombinierbare Tagespässe von zwei (66 Euro) bis sechs Tagen (174 Euro). Ein Shuttle-Bus in Richtung Wien lässt sich ebenfalls buchen (pro Tag 10 Euro, kein Ticketverkauf im Bus!), so kommt ihr entspannt in die Hauptstadt zurück.

Auf der Festivalpage finden sich zudem Tipps zu Unterkünften (unter dem Menüpunkt 'Service'), Anfahrt und alles was man sonst noch wissen sollte. Krems, wir sind mit euch!

Offizielle Festivalpage: Donaufestival