laut.de-Kritik

Der heißeste dänische Scheiß seit Volbeat meldet sich zurück!

Review von

Der heißeste dänische Scheiß seit Volbeat meldet sich zurück! "New Gold" ging letztes Jahr zumindest auf meiner Liste als Debütalbum des Jahres durch. Schön zu hören, dass der Fünfer mit "Electric Lives" keinerlei Qualitätseinbußen erleidet.

Auch wenn ich mich wiederhole: Wenn eine Newcomer-Band stadiontauglich ist, dann diese. Hört euch nur mal den Titeltrack "Electric Lives" an: Untergehende Sonne, eine Gitarrenmelodie zum Niederknien, Sänger Christian Vium reibt sich am Mikroständer und bringt die Mädels zum Kreischen. Man weiß zwar nicht, ob man sich in Siebzigeroutfit schmeißen oder doch lieber die Indiekluft (gibt's sowas überhaupt?) mit praktischer Smartphone-Tasche rauskramen sollte. Ist aber letztendlich egal, denn tanzen kann man in beidem. Hauptsache, das Feuerzeug hat noch Platz.

Diesen merkwürdigen Hybrid aus "alt" und "neu" fuhren Go Go Berlin ja schon auf "New Gold". "Electric Lives" reizt ihn noch weiter aus. Und packt außerdem noch Streicher dazu. Zum Beispiel gleich im Intro "006", das ebenso als 80er-Serienvorspann wie als Action-Creditsong von heute funktionieren würde. Mindestens so cool wie 007. Ebenso mit im Mix: einige Percussion-Gimmicks. In "Kill Me First" zum Beispiel. Dort kommt außerdem Wah-Wah zum Einsatz. Jedoch ganz ohne Pedal und Gitarre, sondern einfach oldschool aus dem Mund.

Die Refrains punkten mit Hooks, die teilweise von Viums Charisma leben, teilweise aber auch prädestiniert für Teamwork mit den Fans sind. In diese Kategorie fällt auch der Schlusspart des Zehnminüters "Starlight/WDYW". Die Abkürzung aufzuschlüsseln, klappt am schönsten mit Chorbesetzung. Gleichzeitig kommt nach dem Psychedelik-Mittelteil mit stampfendem Hymnenanschluss sogar ein wenig Pink Floyd-Feeling auf.

Im Gegensatz dazu: "All Mine". Raven wir jetzt plötzlich im Club? Schwere Synthie-Bässe pulsieren durch die Lautsprecher, stecken später auch die Gitarre an. Ein klein wenig Kulturschock, passt aber trotzdem irgendwie hervorragend ins Albumkonzept. Keine Ahnung, wie sie das anstellen. Aber zum Abschluss gibt's ja eh noch den klassischen Schwelgetrack "You Are The Sun", der garantiert niemanden überfordert, aber ebenso wenig die Kitschwalze auspackt. Hier hört man einfach gern zu.

Was Go Go Berlin auf ihrem Zweitling abliefern, steht dem Debüt in nichts nach. Vielleicht setzt es sogar noch eins drauf. Ungebrochen frisch schleudern die Dänen Hit um Hit in eine potentielle Fanmasse, die so gut wie jeden aufnehmen könnte. Klingt beliebig, ist es jedoch ganz und gar nicht. "Electric Lives" kommt auf den Punkt, ist absolut radiotauglich, von vorne bis hinten ehrlich, handgemacht, dazu top produziert und vor allem authentisch.

Go Go Berlin haben definitiv eine Lücke in der Rock-/Pop-Welt gefunden. Und in dieser leben sie sich nach Herzenslust aus. Das ist der Sound für Festivalsommer und Konzertwinter, das ist der Sound von gestern für heute, das ist der Sound, von dem ich unbedingt mehr hören möchte.

Trackliste

  1. 1. 006
  2. 2. Maybe Tomorrow
  3. 3. Kids
  4. 4. Famous Till The End
  5. 5. Kill Me First
  6. 6. Rest For The Restless
  7. 7. Electric Lives
  8. 8. Starlight/WDYW
  9. 9. The Party
  10. 10. Purple Heart
  11. 11. All Mine
  12. 12. You Are The Sun

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2 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Album Nr. 1 war der absolute Knaller! Ich dürfte die Jungs auch in Köln Live erleben! Das war wirklich heißer Scheiss! Von Nr. 2 bin ich leider total enttäuscht: Weichgespülter Hausfrauenrock für die Masse! Sehr schade!

  • Vor 6 Jahren

    1. Warum wird hier so getan, als seien Volbeat in irgendeiner Weise nicht zum Kotzen?
    2. Die Platte klingt wie so Zeuch, dass einem Mittdreißiger und Kuttenträger wahlweise als "gute alte" oder als "handgemachte" Musik verkaufen wollen, die aber doch irgendwie nur ziemlich langweilig is.