laut.de-Kritik

"I wish I could fuck every girl in the world". Ächz.

Review von

Ganze elf Künstler beheimatet der Cash Money-Ableger Young Money Entertainment, die auf dem kürzlich erschienen ersten Labelsampler um die Aufmerksamkeit der Hörer buhlen. Um nicht den Überblick zu verlieren empfiehlt sich der abschließende Possecut "Finale", auf dem nacheinander und mit Ankündigung Gudda Gudda, Jae Millz, Tyga, Lil Chuckee, Lil Twist, Nicki Minaj, Shanell, Mack Maine, Drake und Lil Wayne jeweils acht Bars zum Besten geben.

Nach dem eher durchschnittlichen Opener "Gooder" krächzt uns Weezy F. Baby ein eingängiges "I wish I could fuck every girl in the world" entgegen und gibt damit die grobe inhaltliche Richtung des Samplers vor. Die Jungs beharken diese Thematik abwechselnd mal auf härtere und mal auf weichere Art, lehnen sich in Sachen Innovation aber nicht sonderlich weit aus dem Fenster.

Young Money-Präsident Mack Maine überzeugt durch unterhaltsame Stimmeffekte und macht Mike Jones in Sachen Namedropping ernsthaft Konkurrenz. Gudda Gudda setzt kaum Akzente, wohingegen Westcoast-Rapper Tyga zumindest mit seiner eingängigen Stimme punktet.

Jae Millz bleibt dem straighten New York Rap treu, während sich Drake zwar keine Blöße gibt, auf seinen Solowerken aber eine deutlich interessantere Figur hinterlässt. Unbedingt im Auge behalten sollte man jedoch die New Yorker Rapperin Nicki Minaj, die mit ihrem pointierten, frischen Flow und ihren frechen Ansagen durchaus in die Fußstapfen einer Foxy Brown oder einer Lil' Kim treten könnte.

Sängerin Shanell ist nur auf dem rockigen "Play In My Band" über einen längeren Zeitraum zu hören und weiß dank ihrer eindringlichen, starken Stimme zu gefallen. Wer nun dachte, nach dem mit einer gefährlich nervigen Hook ausgestatten "BedRock" kann es nicht noch käsiger werden, wird mit den jüngsten Young Money-Künstlern Lil Chuckee und Lil Twist belehrt. Was die beiden auf ihrem gemeinsamen Track "Girl I Got You" von sich geben, könnte ohne weitere Probleme im nächsten High School Musical Verwendung finden.

Natürlich ist Bandkopf Lil Wayne auf den meisten Album-Tracks vertreten und spult seinen üblichen Wahnsinn routiniert ab. Von einem "Tha Carter III" sind seine Beiträge zwar weit entfernt und auch auf seinem kürzlich geleakten Rockprojekt Rebirth gab er eine zwingendere Vorstellung ab, den Großteil seiner Kollegen steckt er aber trotzdem noch mühelos in die Tasche.

Über weite Strecken herrscht leider inhaltlich gähnende Leere, was Tracks wie das Lil Wayne/Gucci Mane-Gangstervehikel "Steady Mobbin" oder das wütende "Roger That" zu Höhepunkten der Scheibe mutieren lässt. Zwar geben die Instrumentals kaum Grund zur Klage, reißen aber auch niemanden wirklich vom Hocker.

Trackliste

  1. 1. Gooder
  2. 2. Every Girl In The World
  3. 3. Ms. Parker
  4. 4. Wife Beater
  5. 5. New Shit
  6. 6. Pass The Dutch
  7. 7. Play In My Band
  8. 8. Fuck Da Bullshit
  9. 9. BedRock
  10. 10. Girl I Got You
  11. 11. Steady Mobbin'
  12. 12. Roger That
  13. 13. She Is Gone
  14. 14. Streets Is Watchin'
  15. 15. Finale

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