laut.de-Kritik

Die alten Recken halten die Classic Rock-Fahne hoch.

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Die britische Hardrock-Institution feiert nächstes Jahr ihr fünfzigjähriges Bestehen. Bevor die Sektkorken zur goldenen Hochzeit knallen, hauen Uriah Heep noch einmal kräftig auf die Pauke. Nach dem etwas dürftigen und AOR-lastigen Vorgänger "Outsider", orientieren sich Mick Box und Co. wieder am mehr hardrockenden "Into The Wild" und greifen tief in die Klamottenkiste. Wer denkt bitteschön bei manchen Rhythmen und Riffs nicht an "Gypsy" oder "Easy Livin'".

Auch auf eine Akkordfolge bestehend aus zwei Harmonien haben die Briten quasi ein Patent. Wohl austarierte, proggige Töne sucht der Fan der Siebziger-Ergüsse hier mit der Lupe. Die teils ausufernden Soli fallen alle sehr Hardrock-kompatibel aus. Das Album klingt in der Summe sehr spontan und unverkrampft. Im Vergleich mit der jüngeren Vergangenheit legt das Quintett in Punkto Klangbild nochmal zu, was auf die Produktion von Jay Ruston (Europe, The Winery Dogs, Stone Sour) zurück gehen dürfte.

Bernie Shaw singt vor allem in den mittleren Lagen und steht dabei ganz in der Tradition britischer Sangeskunst eines Ian Gillan oder Bruce Dickinson. Das pointiert-präzise Gitarrenspiel mit exzessiven Wah-Wah-Gebrauch aus den Händen von Box prägte den Stil von Gitarrenhelden wie Randy Rhoads (Ozzy Osbourne) oder Adrian Smith (Iron Maiden) und wirkt auch heute noch kraftvoll.

Drummer Russell Gilbrook sieht nicht nur aus wie der Chef eines Motorrad-Clubs, sondern treibt seine Mannschaft auch entsprechend an. Robert "The Hammond" Lanzon orgelt sich mit Coolness und Finesse in tiefen, lila Tönen durch die Platte. Die Gruppe lebt ihren Traum, um beim griffigen Albumtitel zu bleiben und dies trotz des fortgeschrittenen Alters äußerst vital wie der hymnische Titeltrack beweist.

Episches ("Rocks In The Road") wechselt mit knackig-kurzen Rockern ("Goodbey To Innocence", "Falling Under Your Spell"). Balladeskes mit großem Gefühl ("Water Flowing", "Dreams Of Yesterday") steht neben satten Riffs, die den Nacken kitzeln ("Knocking At My Door", "Grazed By Heaven"). Uriah Heep liefern eine Platte ab, die auch vor fünfzig Jahren hätte erscheinen können, aber auch dennoch vor Spielfreude strotzt. Neben den weiteren Unkaputtbaren wie Deep Purple und Magnum halten die alten Recken von der Insel die Classic Rock-Fahne hoch.

Trackliste

  1. 1. Grazed By Heaven
  2. 2. Living The Dream
  3. 3. Take Away My Soul
  4. 4. Knocking At My Door
  5. 5. Rocks In The Road
  6. 6. Waters Flowin’
  7. 7. It’s All Been Said
  8. 8. Goodbye To Innocence
  9. 9. Falling Under Your Spell
  10. 10. Dreams Of Yesteryear

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LAUT.DE-PORTRÄT Uriah Heep

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3 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    Bin mit dieser Gruppe groß geworden und war bis auf der "Free Me" Zeit , immer engster Fan. Bin wirklich begeistert wie die alten Herren immer noch frisches Material generieren und meine Vorfreude auf Ihre Tourne steigern.
    Im Gegensatz zu Gillan von DP kann Bernie Shaw noch alle UH Songs druckvoll und ohne abstriche singen. Einfach perfekt.
    Von mir 4 Sterne für das Album

  • Vor einem Jahr

    Bin positiv überrascht. Für mich ist das eine der besten Classic-Rock-Platten der letzten 20 Jahre. Bin aber auch ein kleiner Fan von UH.

  • Vor 9 Monaten

    Ich gebe 5 Sterne. Da ist Druck dahinter, perfekt abgemischt. Vor allem Phil Lanzon bringt erfrischende Riffs, aber auch die anderern sind ohne Fehl und Tadel. Macht Laune. Bestes UH Album seit Anbeginn.