laut.de-Kritik

Kid Cudi gefällt das.

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Kid Cudi braucht bekanntlich jede Unterstützung, die er kriegen kann. Nicht nur, weil er der genialste Künstler seit 2010 ist und sich gerne mal mit Kanye West und Drake anlegt. Im Oktober 2016 verlor er wieder einmal eine Schlacht gegen Drogen und Depressionen und lieferte sich selbst in die Klinik ein. OG Maco widmet ihm daraufhin die EP "For Scott" und Travis Scott erklärt ihn im Whoo Kid-Interview ein paar Monate vorher ohnehin zu "his biggest musical influence". Passend dazu bietet ihm Travis auf "Through The Late Night", dem besten Track seines neuen Albums, die Fläche für seine große Kunst.

Producer Cardo entwirft einen zarten, sich mit hypnotischen Synthie-Flöten ins Gehirn loopenden Beat und Kid Cudi croont unnachahmliche Melodien drüber. "Sleep through day, then we play all through the late night", bereits im Hook ahnt man, warum Scott Ramon Seguro Mescudi in der Reha hockt, aber auch warum er der ungekrönte King of Pop ist. Überhaupt gestaltet Scott sein "Birds In The Trap Sing McKnight" als eine Art Open Mic- und Source-Booth für die eingeladenen Gäste. Er setzt den Rahmen und sorgt mit seinem Brand, dem introvertierten Synthie-Korsett, Autotune-Versatzversen und Hook-Ideen für die nötige Coolness. Den Scheinwerfer jedoch richtet er meist auf die anderen Rapper, Sänger und Produzenten im Raum.

Auf dem Opener "The Ends" spielt bis zu Minute Zwei ein wenig herum, bis dann der Beat switcht und Andre 3000 über treibende Drums von seiner traumatischen Kindheit in Atlanta erzählt. "I came up in the town, they were murderin' kids / And dumped them in the creek up from where I live / Bodies, bodies, bodies sprinkled around / We runnin' through the sprinkler lookin' around." Warum der Ex-Outkaster zu den größten Poeten im Rap zählt, zeigt er in einem Zweizeiler, der tiefer geht als ganze Bücher: "I gave up on the Bible long time ago / I hope it ain't give up on me, I don't know." Da will und kann Travis nicht mithalten.

Ein ähnliches "Killing you on you own shit"-Gefühl forciert er auch auf "Goosebumps", "Outside" und "Pick Up Your Phone". Auf "Goosebumps" flowt Kendrick Lamar alles hinweg wie Hurrikan Katrina. Auf "Outside" schenkt Travis dem Rookie des Jahres – 21 Savage – einen perfekt bösen Beat für dessen ignoranten, ultraharten Tough Talk ("" Und "Pick Up Your Phone" ist dank der Pop-Reggae-Trap-Sounds ein astreiner Young Thug-Track, der nicht umsonst auch auf dessem letzten Werk vertreten ist. Hier stiehlt sich Migos' Quavo den Gesamtsieg mit der herzerfrischend-ehrlichen Eröffnungsline: "Pick up the phone / Macaulay Culkin' baby, Home Alone / I thought I was right / Then I had to man up, I was wrong / I hate when we fight / She in love with the pipe."

Travis Scott ist auf "Birds In The Trap Sing McKnight" weniger Rapper, sondern agiert als ein nebenbei Trap-rappender Mix aus P. Diddy-Style und Kanye-Klaustrophobie und Größenwahn. Das nutzt sich auch beim zehnten Durchgang nicht ab, glänzt neben dem Trap-Psycho-Rock-Monstrum ("Days Before Rodeo") und seinem "MDTBF"-Werk ("Rodeo") auf eine ganz eigene, spannende Art und stieg auf Position Nummer Eins in den USA ein. Kid Cudi gefällt das.

Trackliste

  1. 1. The Ends
  2. 2. Way back
  3. 3. Coordinate
  4. 4. Through The Late Night
  5. 5. Beibs In The Trap
  6. 6. SDP Interlude
  7. 7. Sweet Sweet
  8. 8. Outside
  9. 9. Goosebumps
  10. 10. First Take
  11. 11. Pick Up The phone
  12. 12. Lose
  13. 13. Guidance
  14. 14. Wonderful

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