laut.de-Kritik

Geballte Southern-Rock-Power.

Review von

Nach seinem vierten Solo-Album "Flux" und einer Hilfsarbeiter-Saison mit den alten Herren von Bad Company lässt sich Ex-The Black Crowes-Gitarrero Rich Robinson doch tatsächlich noch einmal auf ein Band-Projekt ein. Das hat es mindestens genauso in sich wie das seit 2010 geschnürte Paket seines Bruders Chris.

Musikalisch erwartungsgemäß ähnlich gestrickt wie dessen Chris Robinson Brotherhood, tobt sich der Rich Robinson unter dem Banner The Magpie Salute erst einmal im Genre-Archiv aus. Einzig das grandios nach vorne rockende "Omission" präsentiert sich als komplettes Eigengewächs der zehnköpfigen Combo. Der Rest des Albums huldigt alten Helden wie Pink Floyd ("Fearless"), Bob Marley ("Time Will Tell"), Faces ("Glad And Sorry"), War ("War Drums") und Delaney And Bonnie ("Coming Home"). Auch zwei alte The Black Crowes-Songs haben es aufs Album geschafft: "What Is Home" und "Wiser Time".

Die dicken Hits sind hier gar nicht vonnöten. Die Band hinterlässt auch so große Spuren. "Coming Home" beispielsweise groovt im unnachahmlichen BC-Vibe durch die Gehörgänge. Neben Robinsons fabulöser Gitarrenarbeit beeindrucken hier vor allem die fluffigen Drums von Kesseltreiber Joes Magisto sowie die voluminösen Background-Chöre aus den Kehlen der drei Damen Charity White, Adrien Reju und Katrine Ottosen.

Umgeben von einem warmen Live-Sound läuft die Band aber nicht nur in Delaney And Bonnie-Shirts musizierend zur Hochform auf. Auch mit Off-Beats wissen die Damen und Herren umzugehen: "Time Will Tell". Rich Robinson adelte Bob Marleys Perle im Jahr 1992 schon einmal. 25 Jahre später gibts nun noch einen Nachschlag.

Das jazzig angehauchte Tonleiter-Spekatakel "War Drums" verabschiedet sich in nicht enden wollende Jam-Welten. Die letzten Keyboard-Sounds von Eddie Harsch (der ehemalige TBC-Keyboarder starb kurz nach den Aufnahmen), die sich immer wieder duellierenden Gitarren von Robinson und seinem nicht weniger talentierten Sechssaiter-Partner Marc Ford und natürlich die grandiosen Vocals von Lead-Sänger John Hogg: Viel geballter kann man neun Minuten musikalisch nicht verpacken.

Apropos John Hogg: Das Cornell-Double mit den Rasta-Zöpfen verleiht dem bluesig orientierten Ganzen eine höchst interessante Alternative-Note. Wird spannend sein, zu sehen und zu hören, wie sich die Band in Zukunft mit eigenem Material schlägt.

Der Einsteiger "Omission" klingt jedenfalls sehr vielversprechend. Kantig und rockig brodelt das Gemisch aus Southern-Rock und Alternative fast schon über. Mal schauen, was Bruderherz Chris dem hier entgegenzusetzen hat. Dessen Bruderschaft kommt im Juli auch mit einem neuen Album um die Ecke. Lang lebe der Robinson-Clan!

Trackliste

  1. 1. Omission
  2. 2. Coming Home
  3. 3. What Is Home
  4. 4. Wiser Time
  5. 5. Going Down South
  6. 6. War Drums
  7. 7. Ain't No More Cane
  8. 8. Fearless
  9. 9. Glad And Sorry
  10. 10. Time Will Tell

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1 Kommentar

  • Vor 3 Jahren

    Wenn man die ziterten Bands mag, macht man da nix falsch. Gut abgehangener Rock, eben....

    Ich persönlich finde, man könnte etwas mehr im Stile des Openers aufs Gas gehen, auch wenn im Kontext durchaus Abwechslung geboten wird. Nach "Omission" lehnt sich das Album doch etwas zurück.

    Alles in allem aber schon ganz nett anzuhören, es tönt gut abgemixt aus den Boxen und mit den Backgroundsängerinnen und den fähigen Gitarristen macht das schon Spaß.