"Wer sich jetzt noch umdreht ist selber schuld", heißt es im Opener "Anamnesis". Passender kann man ein Album nicht einleiten, das auch nach dem fünften Durchlauf noch dermaßen viel Neues, Unbekanntes und Verstörendes zu Tage fördert, wie "Holon: Anamnesis", das zweite Studiowerk von The Hirsch …

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  • Vor 8 Jahren

    kenn ich mal so überhaupt nicht, klingt aber irgendwie interessant.

  • Vor 8 Jahren

    Das Beste was ich seit langem gehört habe! Das Album davor vor schon ganz großes Kino. Aber das hier... Echt krass!!!

  • Vor 8 Jahren

    Mindestens als (Hobby-)Musiker der härteren Gangart hat man mal so eine Phase, wo man das hier (und The Dillinger Escape Plan, Converge, The Blood Brothers, These Arms Are Snakes, iwrestledabearonce, The Number 12 looks like you und und und) gut finden muss, weil es einem verdeutlicht, wie viele Noten in 4 Sekunden Part passen. Und das ist eine erhebende Phase, die einen technisch unglaublich weiterbringt auf seinem Instrument... bis man nach einigen Jahren merkt, dass es nicht die Komplexität ist, die einen Song ausmacht.
    Diese Epiphanie ist bei mir jetzt einige Jahre her, und seitdem hab ich nur schwerlich zu sowas wie Hirsch Effekt (deren erste Scheibe hier noch liegt - gekauft, als die Phase eigentlich schon vorbei war) oder den genannten, üblichen Verdächtigen zurück gefunden.

  • Vor 8 Jahren

    freut mich dass ihr den jungs endlich die verdiente rezension widmet. seit ich sie das erste mal live gesehen hab bin ich hin und weg, einfach unfassbar gut

  • Vor 8 Jahren

    Danke, soulburn. Du hast die richtigen Worte gefunden, um meine Gefühle gegenüber übertriebendem Instrumentengewichse und und ähnlichen Monstern auszudrücken. Solch einen Balanceakt zwischen Verstehbarkeit und Komplexität schaffen nur solche, die ihn auch verstanden haben. Ein guter Musiker kann unheimlich schnell und versiert spielen, ein brillianter Musiker konzentriert sich auf die Wirkung seiner Klänge.

  • Vor 8 Jahren

    Live ist The Hirsch Effekt wirklich zu empfehlen. Ebenso Caleya.

  • Vor 8 Jahren

    @soulburn und ragism
    Tendenziell habt ihr sicher recht, aber was ist wenn es Bands gibt die "frickelig" spielen UND sich auf die Wirkung ihrer Klänge konzentrieren? The Hirsch Effekt sind da sicherlich ein Gegenbeispiel: technisch gute Musiker, die komplex aber ohne eigene Ideen das Feld was vorher von Bands wie Fall of Troy und oben genannten bestellt wurde abzugrasen, eine typische deutsche Rockband eben. Bei Dillinger Escape Plan sehe ich es etwas anders, die haben einfach die Intention die Rockmusik in eine gewisse Richtung weiterzutreiben, dass sie die Balance trotz extremer musikalischer Mittel halten liegt meiner Ansicht nach daran das ihre Songs ziemlichen Groove haben. Darüber hinaus, wenn man die Forderung alles "unnötige" aus der Musik zu entfernen ernstnimmt, was darf man dann außer Minimal-House, Punkrock und Indie-Klassikern überhaupt noch hören? Klassik, Jazz, IDM, Experimente, etc. die zunächst aus Spaß am ausprobieren oder musikalischem Ehrgeiz entstanden sind fallen dann ja alle weg................

  • Vor 8 Jahren

    @Interzone (« @soulburn und ragism
    Tendenziell habt ihr sicher recht, aber was ist wenn es Bands gibt die "frickelig" spielen UND sich auf die Wirkung ihrer Klänge konzentrieren? The Hirsch Effekt sind da sicherlich ein Gegenbeispiel: technisch gute Musiker, die komplex aber ohne eigene Ideen das Feld was vorher von Bands wie Fall of Troy und oben genannten bestellt wurde abzugrasen, eine typische deutsche Rockband eben. Bei Dillinger Escape Plan sehe ich es etwas anders, die haben einfach die Intention die Rockmusik in eine gewisse Richtung weiterzutreiben, dass sie die Balance trotz extremer musikalischer Mittel halten liegt meiner Ansicht nach daran das ihre Songs ziemlichen Groove haben. Darüber hinaus, wenn man die Forderung alles "unnötige" aus der Musik zu entfernen ernstnimmt, was darf man dann außer Minimal-House, Punkrock und Indie-Klassikern überhaupt noch hören? Klassik, Jazz, IDM, Experimente, etc. die zunächst aus Spaß am ausprobieren oder musikalischem Ehrgeiz entstanden sind fallen dann ja alle weg................ »):

    Das sind alles Bands, die nach wie vor meinen höchsten musikalischen Respekt genießen und wichtige Situationen in meinem Leben perfekt musikalisch und atmosphärisch, an manchen Stellen gar lyrisch, unterstrichen haben.
    Inzwischen erlebe ich nur wenige Situationen, in denen ich diese Musik als entsprechend meiner Stimmung empfinde, und möchte mich durch sie auch nicht künstlich in solche emotionalen Zustände versetzen.
    Auch wenn ich zu keiner Zeit ausschließlich sowas wie Dillinger Co. gehört/gemacht habe - Ich habe stets ein Auge und ein Ohr auf Bands, die mich lange im Leben begleiteten, merke aber für mich selbst, dass ich derzeit nach ganz anderen intonierten Emotionen suche, als sie mir die "höher, schneller, weiter"-Bands auf ihren Platten, wenn auch inzwischen nur partiell und mit groovigem/zurückhaltendend instrumiertem Gegengewicht, anbieten.
    Das schlägt sich dann auch aufs eigene musizieren nieder - aber es bleibt das gute Gefühl, diese Platten griffbereit im Schrank zu haben und einige alte Haudegen in den Proberaum einladen zu können, wenn doch mal wieder das Bedürfnis nach solcher Musik erwachen sollte.
    Am interessantesten finde ich inzwischen Musik, die es schafft, Atmosphäre und angestrebten emotionalen Kontext authentisch und gerne musikalisch anspruchsvoll zu inszenieren - aber so, dass man dem Song nicht die krampfhaften Bemühungen anhört, gleichzeitig auch noch die eigenen technischen Qualitäten als Instrumentalist tragen zu müssen.
    Was es bedeutet, sich im Kollektiv voller versierter Instrumentalisten für den Song und seine Atmosphäre zurückzunehmen, ohne gleich anspruchslosen Pop/Rock zu fabrizieren, haben in den '00er Jahren mE Oceansize recht eindrucksvoll bewiesen.

  • Vor 8 Jahren

    Caleya ist der erste neue Name im Bunde, die muss ich der Eklektik halber noch antesten.
    Ansonsten glaube ich schon, dass Interzone die Aussage von Ragism zu lasch interpretiert (danke für die props, rage!). Was Ragism damit sagen wollte, geht eher in die Richtung "Der brillante Musiker kann in seinem Schaffen sein Ego zu Gunsten des Songs zurückstellen", worauf ich auch hinauswollte.
    Es geht ihm also weniger darum, allen zu zeigen, wie geil er sein Instrument beherrscht, als dieses Können dazu zu verwenden, einem Song das Soundgewand zu verpassen, was die mit ihm im Hörer zu erzeugen beabsichtigte Emotion authentisch transportiert.
    Das kann man, finde ich, einem Song anmerken - rein subjektiv, natürlich. Objektiv äußert es sich wohl in der Wahl zwischen einem 64stel-Frickelsolo oder dem einfachen halten eines Akkords mit Flächensound nach einer (vielleicht auch textlich) eindrücklichen Gesangspassage für eine darauf folgende sechssekündige bridge...

  • Vor 8 Jahren

    @soulburn
    Da stimme ich dir absolut zu, die Grenze zwischem "seelenlosem Gefrickel" und Musik die einen irgendwie mitnimmt ist halt subjektiv, da man die Musiker schon ziemlich gut persönlich kennen müsste um die Intention dahinter zu beurteilen. The Hirsch Effekt haben meinem Empfinden nach ziemlich miese Texte und eher langweilige Musik, sagen mir also nichts.....

    • Vor 7 Jahren

      so ein quatsch.. in der klassischen musik und im jazz sind virtuosität selbstverständliches und unabdingbares werkzeug und ausdrucksmittel - ich kann diesen pseudo: "ich-bin-darüber-hinweg-und-da-raus-gewachsen"-im-nächsten-level-angekommen-geschwafel, nicht mehr höre, weil unüberlegter unsinn!

  • Vor 8 Jahren

    @soulburn: Noch mal Props, Du hast ziemlich gut beschrieben, was ich meinte. Ich schätze, irgendwann begeben sich viele Musiker nach jahrelanger Übung und Isolation wieder mehr auf die Hörer zu. Wie Du schon sagtest, haben sie es dann nicht mehr nötig, ihre Virtuosität für so wichtig zu nehmen und nutzen sie nur dann wenn sie der Wirkung dienlich sind.
    Darum bewundere ich brilliantes und wirksames Songwriting und ein tragendes Soundgewand sehr viel mehr als jedes noch so flink vorgetragene, exzessive Frickelsolo.

    • Vor 7 Jahren

      so ein quatsch.. in der klassischen musik und im jazz sind virtuosität selbstverständliches und unabdingbares werkzeug und ausdrucksmittel - ich kann diesen pseudo: "ich-bin-darüber-hinweg-und-da-raus-gewachsen"-im-nächsten-level-angekommen-geschwafel, nicht mehr höre, weil unüberlegter unsinn!

  • Vor 8 Jahren

    Der Satz "Es ist nicht Komplexität, die einen Song ausmacht" ist zwar grundsätzlich richtig, an dieser Stelle jedoch ein abgenudelter Allgemeinplatz. Mich persönlich reißen The Hirsch Effekt absolut mit, da ich die Songs großartig komponiert und arrangiert finde und sie mich emotional kicken. Natürlich spricht eine so doppelbödige Musik mit mutigen, persönlichen Texten nicht jeden Hörer gleichermaßen an. Hier geht man dann aber wirklich nur von Empfindungen aus und nicht von einer tieferen Wahrheit, wie sie solche allgemeinen Sätze andeuten.