laut.de-Kritik

Alle Zeichen stehen hier auf Old School.

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So wie die Dinge momentan liegen, dürften The Gebruder Grim die besten Chancen gepachtet haben, in Rock Hard oder Hammer auf den vorderen Ranglistenplätzen aufzutauchen. Dort wird derzeit alles abgefeiert, was auch nur ansatzweise nach den 70ern und 80ern klingt.

Bei Produktion von "Bamberg Apocalypse" standen die Zeichen ganz klar auf Old School. Alles klingt sehr trocken und reduziert und auch ein wenig dünn. Das hat auf der einen Seite einen gewissen Charme, wenn man davon ausgeht, dass das Trio, bestehend aus Gitarrist und Sänger Berni Mayer, Drummer Lutz Dämmermann und Basser The Goat Bishop alles live und in Farbe eingespielt hat. Andererseits finden sich diverse Overdubs und zusätzliche Gitarrenspuren auf der Scheibe, die diesen Eindruck schnell wieder verwässern.

Ob The Gebruder Grim nun nur auf einen Zug aufgesprungen sind oder nicht, mögen andere beurteilen. Fakt ist jedoch, dass Berni und Lutz zuvor hauptsächlich in irgendwelchen Indie-Bands durch die Gegend gezogen sind, bevor sie im Winter 2010 mit der aktuellen Musikrichtung anfingen. Die klingt nun wie eine Mischung aus Black Sabbath, alten Metallica und noch älteren Diamond Head. Trifft wie gesagt bestimmt den Nerv mancher Chefredakteure in Dortmund und klingt auch tatsächlich nicht schlecht.

Natürlich lassen sich beinahe alle Riffs auf ihren Ursprungsort zurück verfolgen, der entweder bei den bereits genannten Bands liegt, oder auch gern mal im wie im Opener oder dem räudigen "The Pain" bei Corrosion Of Conformity. Doch spricht das zumindest für die Idee, dass die Jungs diesen Sound aus Leidenschaft spielen und nicht aus kommerzieller Berechnung. So kratzt es sie auch nicht weiter, wenn ein Solo mal gewollt schief klingt, denn dass es Berni auch anders kann, beweist spätestens "Supercharged".

Besagte Nummer sowie "We Are The Dead" und "Waltz Of Death" sind Neuaufnahmen der EP. Härtere Töne gibt es beim deutlich an Metallica in ihrer Demo-Phase angelehnten "Wrecking Zone". Im abschließenden "Dammerung" spielen die Gebruder sogar mit leichten Black Metal-Zitaten, die im von Bernie bewusst roh gehaltenem Sound natürlich ebenfalls gut aufgehen.

Da das Trio alles komplett in Eigenregie veranstaltet, kann man die Scheibe in physischer Form bislang nur über die Homepage oder unter info@gebrudergrim.com ordern.

Trackliste

  1. 1. The Bamberg Apocalypse
  2. 2. King Of The Graves
  3. 3. The Pain
  4. 4. Wrecking Zone
  5. 5. Northern Soul
  6. 6. Supercharged
  7. 7. We Are The Dead
  8. 8. Waltz Of The Dead
  9. 9. Dammerung

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1 Kommentar

  • Vor 9 Jahren

    http://gebrudergrim.bandcamp.com/ - gibt es alle Songs zum Probehören, wenn es interessiert. Nette Coverband, mehr aber auch nicht. Dreckiger Stoner Vibe-Sound macht die Band bestimmt live zu einem netten Abend. Ansonsten na ja, musikalisch klingt mir das zu sehr nach einem Metallica-Ripoff mit verzerrten, erdigeren Sound und Nwobhm-Ausflügen.

    Oh bei dem Song Dammerung geht es auch mal Richtung BM ganz kurz - davon mehr und das Teil wäre mehr wert als 2 Punkte.