laut.de-Kritik

Das schönste Morcheeba-Album seit langer Zeit.

Review von

Während sich Paul Godfrey eine kleine Kaffeepause gönnt, können Skye Edwards und Ross Godfrey einfach nicht von der Musik lassen. Ausgerechnet unter der falschen Flagge Skye | Ross segelnd, gelingt ihnen dabei das schönste Morcheeba-Album seit langer Zeit.

Dafür werfen sie allen Ballast der letzten Jahre über Bord. Ebenso schlicht wie den neu gewählten Namen halten sie den Sound, der heim zu "Who Can You Trust?" und "Big Calm" führt. Während sie auf den letzten Alben "Blood Like Lemonade" und "Head Up High" ihre Mischung aus Trip Hop und Soul zunehmend mit anderen Genres vermengten, gehen sie nun zwanzig Schritte zurück und stellen das Urelixir mit einem Schuss Psychedelika in den Mittelpunkt.

In der Ruhe liegt die Kraft, mit der sich das Album Stück für Stück aufrichtet. Zuerst nahezu unbemerkt, aber beharrlich erhebt es sich aus Ross' Gitarrenspiel, entspannten Beats und Skyes nach wie vor samtweicher Stimme. Viel mehr braucht es nicht, um eine zunehmend hypnotische Wirkung zu entfalten.

Bis auf den Keyboarder Richard Milner handelt es sich bei Skye & Ross um ein Familienunternehmen, in dem Edwards' Mann Steve den Bass, ihr Sohn Jaega das Schlagzeug und Godfreys Ehefrau die Backing Vocals übernehmen. "All My Days" wabert als gedämpftes "Viva Forever" bedächtig voran, findet seinen Höhepunkt in einem Gilmour-Solo. Mit seiner aggressiven Orgel zeigt sich "How To Fly" im Kontext des Longplayers ungewohnt angriffslustig.

Mit einer Sitar eingeleitet führt das schummerige "Feet First" direkt zu dem Ort zurück, an dem einst Tracks wie "Post Houmous" und "Trigger Hippe" entstanden. "Light Of Gold" umgarnt den Hörer mit einem anschmiegsamen Soul-Refrain. In der akustischen Gitarren-Ballade genügen sich Skype und Ross selbst. Mehr braucht es nicht.

Natürlich erfinden Godfrey und Edwards mit diesem Longplayer nichts neu. Nicht einmal sich selbst. Stattdessen besinnen sie sich ganz auf sich und ihre Stärken. Retro im Herzen gelingt ihnen ein unaufgeregtes, entspanntes Album zwischen Strandbar und Kaffeekränzchen für Vierzigjährige. Dabei verwenden sie keine Note zu viel und keine zu wenig. "Skye & Ross" ist ausgeglichen, jede Minute in sich geschlossen und pur.

Trackliste

  1. 1. Repay The Saviour
  2. 2. Light Of Gold
  3. 3. All My Days
  4. 4. How To Fly
  5. 5. Clear My Mind
  6. 6. Hold On
  7. 7. Medicine
  8. 8. Feet First
  9. 9. Head Home
  10. 10. The Point Of No Return

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