laut.de-Kritik

Rocksongs und sanfte Balladen vom SOAD-Gitarristen.

Review von

Wenn sich Daron Malakian, seines Zeichens Songwriter und Gitarrist von System Of A Down, dazu entschließt ein eigenes Soloprojekt zu starten und auch noch Drummer John Dolmayan zum Mitmachen überredet, dann ist nichts bahnbrechend Neues zu erwarten.

Daron bleibt halt Daron, ob er sich nun SOAD oder SOB nennt, genauso wie Tankian halt Tankian bleibt, auch wenn er sich zwischendurch Solo-Projekt nennt. Das trübt die Freude trotzdem kaum. Wer weiß schon wann es das nächste SOAD-Album geben wird, da vergnügen wir uns gerne mit den Solopfaden der vier.

Interessant ist es allemal. Wenn schon kaum jemand die Band kopieren mag, dann erledigen sie das eben selbst. Bei "Elect The Dead" von Tankian war das schon erfolgreich, so auch bei "Scars On Broadway". Gewohnte Dynamik- und Tempowechsel bilden das Fundament der Platte.

Dafür fehlen aber die Heavy-Metal-Spitzen. Wie Daron selbst immer wieder betonte, hat er viel Musik der Sechziger gehört. Diese Einflüsse merkt man "Scars On Broadway" an. Sie ist ruhiger und rockiger als bisherige SOAD-Scheiben. In "Exploding/Reloading", "Stoner Hater", "Chemicals" und "Cute Machines" wird zwar immer noch kräftig gekeult, der etwas ruhigere Teil überwiegt jedoch.

Die musikalischen Zutaten dazu sind eben so simpel wie die Lyrics. Obwohl sich Daron und John musikalisch verstärkten, klingen hauptsächlich ihre beiden Instrumente heraus. Nur gelegentlich mischen noch einzelne, gut passende Elektroschnipsel den Gitarren und Drums Sound auf.

Die Texte überzeugen vor allem durch gesunde Kürze. Sie bestehen meist aus nur einer Strophe und einem Refrain der sich ständig wiederholt. Trotzdem verlieren sie nichts von ihrer Brisanz und Schärfe: "Let's get ready to rock / I piss on your face / while you suck on my cock" erklärt Malakian sein Verhältnis zu Chemikalien.

Oder er beschreibt seinen Frust mit "I like Jesus Christ mixed with suicide mixed with genocide, yeah!". Obwohl es einem stellenweise ordentlich das Hirn rausbläst, wird der gute Daron zweifellos melodischer.

Mit "Insane" und "3005" sind ihm zum Beispiel nachdenkliche Balladen gelungen, die ihre System Of A Down-Handschrift nie verlieren. Die verliert auch das Album nie, so viel sich Daron auch dagegen wehren mag. Trotz aller Entwicklung bleibt er halt immer noch Daron - und das ist wahrscheinlich gut so.

Trackliste

  1. 1. Serious
  2. 2. Funny
  3. 3. Exploding/ Reloading
  4. 4. Stoner Hate
  5. 5. Insane
  6. 6. World Long Gone
  7. 7. Kill Each Other/ Live Forever
  8. 8. Babylon
  9. 9. Chemicals
  10. 10. Enemy
  11. 11. Universe
  12. 12. 3005
  13. 13. Cute Machines
  14. 14. Wh*ring Streets
  15. 15. They Say

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20 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Geiles Album... besonders Chemicals hats mir angetan. :) warum schreibt hier eig niemand was dazu, obwohls doch sooo toll is ;)

  • Vor 11 Jahren

    Wenn ich drann denke wie der Typ in den letzten SOAD Alben sich mit seinem Gebrüll in den Vordergrund gebrüllt hat, tue ich mich schwer mit einem Soloalbum von der Nervensäge. werd trotzdem
    mal kurz reinhören...bei 4 Sternen

  • Vor 11 Jahren

    nervensäge?
    malakian zeichnet sich meist sogar alleine für die meisten großtaten von soad verantwortlich. außerdem ist er auch nicht dauernd am brüllen(?), das ist unsinn.

    kenne nur die zwei myspace-songs (they say und chemicals). die dürften jedem soad-fan gefallen. ist auch etwas aggressiver ausgefallen, als die letzte serj.

  • Vor 10 Jahren

    @Mobbi (« Ich finde cool, dass Nebolous die Tilden in shaftys, Verzeihung - ~~shafty~~s - Namen nicht vergessen hat. »):

    vielen dank :)

  • Vor 2 Jahren

    Also, ich bin seit ( kurzer Zeit allerdings ) SOAD Fan.
    Hab mich länger nicht richtig befasst mit dem Genre, aber in letzter Zeit herumgehört. SOAD begeistert mich enorm! Aber als ich, nach der Kritik, erst mal etwas lustlos SOB gehört habe, war ich doch sehr überrascht. Klar ist er es, wie er, Malakian, immer wieder in SOAD auftaucht. Als ich die ersten Klänge hörte, dachte ich, was ist das? Es ist, was die Melodien angeht und die Art, sie inmitten der Lieder zu platzieren, gewaltig, fast genial. Die Stimme ist wie ein eigenes Musikinstrument und mit der Stimme Tankiens nicht zu vergleichen, die ausgebildeter ist. SOB ist schräg, manchmal melancholisch, dann wieder hart, witzig, und
    irgendwie in sich manchmal äußerst wiedersprüchlich.
    Mich spricht diese Musik extrem an.
    Will aber nicht heißen, dass ich System weniger gut finde, im Gegenteil!