laut.de-Kritik

Miles, Monk & Co. im neuen Gewand.

Review von

Sven Regener widmete sich schon vor einem Jahr auf "Ask Me Now" zusammen mit Element Of Crime-Schlagzeuger Richard Pappik und Pianist Ekki Busch, der seine Hauptband seit 1993 live verstärkt, zwölf Jazz-Standards aus den 40er-, 50er- und 60er-Jahren. Nun interpretieren Regener Pappik Busch auf "Things To Come" ein weiteres Mal Stücke von Genregrößen wie Thelonious Monk, Miles Davis oder Ornette Coleman neu.

Den Beginn macht die Neuinterpretation des Jazzstandards "Cherokee", den der britische Musiker und Komponist Ray Noble bereits 1938 schrieb. Die lebt von swingenden Schlagzeug- und Piano-Rhythmen, solistischen Einwürfen am Klavier sowie der Trompete Regeners, deren Dämpferklang dem Stück eine nächtliche Atmosphäre verleiht, so dass Jazzkneipenfeeling nicht zu kurz kommt.

In der Neuversion von Dizzy Gillespies "Things To Come" tritt das Hauptproblem des Vorgängers erneut in Erscheinung, wenn Regener ständig um die richtigen Töne rumeiert, so dass die Musik ins Nervige kippt. Zudem setzt die Rhythmussektion in ihrer Holprigkeit auch keine nennenswerten Akzente. Diese Schwächen machen sich auch in Regener Pappik Buschs Version von Thelonious Monks "Blue Monk" und in der Neueinspielung von Eddie Harris' "Cold Duck Time" deutlich bemerkbar.

Besser klingt das Trio, wenn sich die Rhythmussektion etwas zurückhält, so dass die Trompete eine gewisse melancholische Eleganz entfalten kann, wie etwa in der Neueinspielung von Thelonious Monks "Monk's Mood" oder in der Neuversion von Miles Davis "Freddie Freeloader", in der Regener ein weiteres Mal den Dämpfer einsetzt. Zudem wenden sich Regener Pappik Busch in ihrer Version von Neal Heftis "Girl Talk" filmmusikalischen Tönen zu, so dass sie ihr Potpourri gelungen erweitern. Auch die Neueinspielung von Kenny Burrells Jazz Blues-Nummer "Chitlins Con Carne", die durch die Verwendung der Trompete statt der Gitarre einen völlig neuen Charakter bekommt, erweist sich als überzeugend.

Ansonsten gilt wie auch schon beim Vorgänger: Wer es hin und wieder gerne etwas ungeschliffener mag und über spielerische Schwächen hinwegsieht, der sollte zugreifen.

Trackliste

  1. 1. Cherokee
  2. 2. Things To Come
  3. 3. Monk's Mood
  4. 4. Chitlins Con Carne
  5. 5. Blue Monk
  6. 6. Freddie Freeloader
  7. 7. Turnaround
  8. 8. Cold Duck Time
  9. 9. Girl Talk
  10. 10. Mr. P. C.

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