laut.de-Kritik

Hobbit-Hotdog gefällig?

Review von

Power Metal spaltet die Menschheit wie die in den generischen wie hyperaktiven Songs besungenen Helden die schandbefleckten Feinde. Dabei gibt es sporadisch frische Bands, die mit ein paar elektrischen Impulsen das Herz des Fäuste- wie Matten-schwingenden Genres wieder zum schlagen erwecken. Eben jenes Zucken lösen Power Paladin aus.

Die musikalischen Helden Power Paladins auf "With The Magic Of Windfyre Steel" sind unverkennbar. "Iron Maiden, Dio, Helloween: Die Liste der 80er-Jahre-Bands, die uns beeinflussen, ist definitiv nicht von der Hand zu weisen, obgleich wir deutlich enger mit der zweiten Power Metal-Welle verbandelt sind, da wir vor allem mit Bands wie Edguy, Rhapsody und Hammerfall aufgewachsen sind", führt der Sechser in der Plattenfirmeninfo aus.

Ein Umstand, der direkt im Opener hervor sticht. Die Titelmelodie von "Kraven The Hunter" stammt eins zu eins von Iron Maidens Epos "Sign Of The Cross". Dort im Mittelteil platziert, prangt die den nervösen Fingern eines Steve Harris entsprungene Melodie bei den Isländern prominent als Haupttonfolge. Wenn das der Harris wüsste ...

Beim Blick auf das quietschbunte Artwork lacht das Metal-Herz. Burg? Check! Drache? Check! Ritter? Check! Zauberer? Check! Entgegen der Devise 'Power sucht Frau' findet sich keine Ballade auf der Platte. "Evermore" lugt zu Anfang dezent in die Schmalzrichtung. Die Piano-Passage leitet hingegen nur ein, was die Double-Bass vollendet. "Righteous Fury" spendiert einige harte Parts mit harschen Vocals.

Die Spielart des US-Metals wie in Jag Panzer und Savatage perfektioniert haben, hört man deutlich dominant in "Dark Crystal" heraus. Hervorzuheben ist das Keyboard-Gitarren-Duell, das sehr melodiebasiert ausfällt und ohne großen Technik-Schnickschnack auskommt.

Die Epik-Schraube drehen die Nordmänner auf den letzten Tracks bis zum Anschlag. Hobbit-Hotdog gefällig? "Into The Forbidden Forest" und "There Can Be Only One" sind aufeinanderfolgend Märchensage und Schlachtengesang und führen die Mähnen im Moshpit in Dauerrotation.

Eine Hörspielsequenz leitet "Way Of Kings" ein. Die folkige Melodie spinnt die Formation in der Folge zu einem Nackenbrecher weiter, der wie eine Mischung aus Stratovarius "Hunting High And Low" und Helloweens "I Want Out" klingt. Das speedige "Right The Distant Storm" hämmert gnadenlos eine tollkiene Melodie nach der anderen in den Gehörgang und erinnert an das Debüt von Tobi Sammets Avantasia.

"Creatures Of The Night" schielt in Richtung Hardrock und Melodic Metal und setzt stark auf Synthie-Texturen. In der mit Dur-Akkorden gespickten Bridge bricht sich die latent vorhandene Ironie der Gruppe Bann.

Power Paladin machen den Auftakt in 2022, setzen eine frühe Duftmarke und beweisen, dass heroischer Metal trotz deutlichem Bezug zu vergangenen Taten für ein Lächeln sorgt. Wer auf Blind Guardian zu "Imaginations From The Other Side"-Zeiten steht, greift ohne mit dem Met-Horn zu zucken zu. Power Paladin hören ist wie Super Mario spielen: knallbunt, voller Spaß und oberflächlich. Augen zu und Durst und auf zur Party Stage in Wacken.

Trackliste

  1. 1. Kraven The Hunter
  2. 2. Righteous Fury
  3. 3. Evermore
  4. 4. Dark Crystal
  5. 5. Way Of Kings
  6. 6. Ride The Distant Storm
  7. 7. Creatures Of The Night
  8. 8. Into The Forbidden Forest
  9. 9. There Can Be Only One

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