Im Rahmen einer Demonstration wollen Aktivisten vor dem Reichstag symbolisch ihr "letztes Hemd" ablegen.

Berlin (sco) - Mit einem Autokorso und einer Demonstration in Berlin will das Bündnis #alarmstuferot am heutigen Mittwoch auf die finanzielle Notlage der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen. Gipfeln soll die Demonstration in der Überreichung einer Deklaration an die Bundestagsabgeordneten, die auf die Bedeutung der Live-Branche eingeht und die konkrete Hilfspläne beinhaltet.

Auf der Website des Bündnisses heißt es: "Wir überreichen den Abgeordneten vor dem Reichstag in Berlin unser letztes Hemd und tragen dann die Veranstaltungswirtschaft zu Grabe!" In einer symbolischen Geste sollen alle in der Veranstaltungsbranche Tätigen ihr letztes Crewshirt mitbringen und schließlich vor dem Reichstagsgebäude ablegen. Hingewiesen wurde auch darauf, Abstandsregeln einzuhalten und der Pflicht zu Mund-Nasen-Schutz nachzukommen. Die Veranstalter rechnen mit 5.000 bis 10.000 Demonstrierenden.

Umsatzrückgang um 95%

Gegenüber dem rbb hat sich Tom Koperek, einer der Aktivisten, zur Drastik der Lage geäußert: "Also wir haben seit März keine Umsätze. Und der Umsatzrückgang auf das Gesamtjahr gerechnet liegt bei 95 Prozent." Man fordert deshalb einen besseren Dialog mit der Regierung. In der im Internet einsehbaren Deklaration wird unter sechs Punkten dargelegt, wie die deutsche Regierung den Leidtragenden besser unter die Arme greifen könnte.

Des weiteren wird ein Unterschied in der Handhabung der Veranstaltungsproblematik zwischen Österreich und Deutschland angesprochen. Während das Beantragen von Unterstützung in der Alpenrepublik deutlich erleichtert worden sei, gäbe es in Deutschland zu viele bürokratische Hürden, so dass ein Großteil der zur Verfügung gestellten Hilfsmittel nicht ankäme. Am Ende der Zusammenfassung heißt es deshalb: "Herr Scholz, Herr Altmeier, bitte nehmen Sie sich ein Beispiel an unserem Nachbarland!"

Zahlreiche Stars sprachen dem Bündnis bereits ihre Unterstützung aus. Die Toten Hosen und Johannes Oerding haben in einem langen Facebook-Posts auf die Demonstration aufmerksam gemacht, ebenso Carolin Kebekus, die in ihrem Post schrieb: "Es ist 5 vor 12 in der Veranstaltungsbranche!". Udo Lindenberg machte indes klar: "Wir kritisieren NICHT die Maßnahmen der Regierung, doch wir brauchen finanzielle Unterstützung."

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3 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 11 Tagen

    Wenn einer ohne Finanzielle Unterstützung auskommt, dann die Toten Hosen oder Udo Lindenberg, zumindest ist die Formulierung des Udo L. unglücklich.
    Aber im großen und ganzen muss was passieren, das ist klar.

    • Vor 11 Tagen

      Mag sein, dass Campino und Udo abgesichert sind. Aber sie haben eine Stimme, die sie dazu nutzen, um zu sagen, das im großen und ganzen was passieren muss. Klar.

  • Vor 11 Tagen

    Ob bisschen Geld nachwerfen was taugt? Zögerts das Sterben nicht nur raus? Demoauflagen schön und gut, aber ich sehe da mittelfristig noch eine Menge angepisst ins Querdenkerlager wandern, wenn die Überbrückungskohle aufgebraucht ist und man immer noch nicht statistisch begründet über wie-weiter debattiert hat, sondern nur Kohle will...

  • Vor 11 Tagen

    danger dan: warum soll ich für die clubszene spenden, wenn in moria menschen auf dem fluchtweg verenden?

    UMF (mit sehr sehr viel bartwuchs): halt meine streichhölzer....