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OG Keemo - "Vögel"

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Triggerwarnung: Der Track thematisiert einen Suizid. Überleg dir also, ob du dich damit konfrontieren willst. Falls du selbst mit Suizidgedanken und/oder mit Depressionen kämpfst: Bitte, such' dir Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge.

Rund um die Uhr erreichbar sind die kostenlosen Notrufnummern 0800.111-0-111 oder 0800.111-0-222

Weitere Hilfsangebote listet die Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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Zwei tierische Motive ziehen sich durch OG Keemos Album "Mann Beisst Hund". Neben den Hunden, die der Titel bereits verrät, tauchen immer wieder Vögel auf. "Vögel" heißt auch der wahrscheinlich krasseste Storyteller des Albums. Keemo schlüpft hier in die Haut eines der Protagonisten seines Konzeptalbums und lässt an dessen Gedanken teilhaben - den letzten, die ihm während der Fahrt im Aufzug durch den Kopf gehen, ehe er sich vom Dach eines Hochhauses in die Tiefe stürzt.

Ein ganzes Leben zieht so an der Hörer*innenschaft vorbei, und über die Familie und den Freundeskreis des Erzählers erfährt man obendrein noch eine ganze Menge. Hin und wieder bricht die reglose Fassade und man erhascht in der kippenden Stimme einen Blick auf die gemarterte Seele dahinter.

Funkvater Frank rahmt das unschöne Geschehen mit einem im Gegensatz dazu geradezu pervers schönen, soultriefenden Beat und unterstreicht die Tragik damit noch. Ein beklemmendes, aber beeindruckendes Beispiel dafür, was eine funktionierende Symbiose von Produzent und Rapper hervorbringen kann.

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