Wegen antisemitischer Äußerungen und den Holocaust leugnende Inhalte auf Telegram droht dem Mannheimer Sänger nun der Prozess.

Mannheim (jmb) - Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat am Donnerstag gegen Xavier Naidoo Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Der Sänger soll im März 2021 in einem Telegram-Kanal den Holocaust geleugnet und antisemitische Inhalte geteilt haben. Einer ähnlichen Anklage musste sich der notorische Schwurbler bereits im vergangenen Jahr stellen. Wie die Mannheimer Staatsanwaltschaft mitteilt, wurden ihm im Juli 2023 vier Fälle von Volksverhetzung zur Last gelegt. Dabei handelte es sich ebenfalls um antisemtische Äußerungen und Beleidigungen auf Telegram.

Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat die Staatsanwaltschaft beide Anklagen vor die Große Strafkammer des Landgerichts Mannheim gebracht. Das Gericht hat jedoch noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens für die Anklage vom Juli 2023 entschieden. Die Staatsanwaltschaft beantragt nun, die neue Anklage mit dem bereits laufenden Verfahren zu verbinden.

"Naidoo ist unschuldig"

Naidoos Anwälte betonen indessen die Unschuld ihres Mandanten: "Die von der Staatsanwaltschaft behaupteten Vorwürfe der Volksverhetzung und Holocaustleugnung sind falsch und werden ausdrücklich bestritten. Gegen die Vorwürfe gibt es nicht nur beachtliche rechtliche Einwendungen, sondern es gibt vor allem ganz erhebliche Einwendungen in tatsächlicher Hinsicht. Diese belegen die Unschuld unseres Mandanten." Daher gehe man davon aus, dass das Landgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens ablehnen werde. Der Sänger lehne jegliches antisemitisches, rassistisches oder fremdenfeindliches Gedankengut ab und distanziere sich von jeder Art der Diskriminierung.

Besser spät als nie?

Seit Naidoo 2014 bei einer Reichsbürger-Demo diverse Verschwörungstheorien vom Stapel ließ, ging es mit dem einstigen R'n'B-Star steil und stetig bergab. Mit rechten Äußerungen und Schwurbeleien aller Art schaufelte er seiner Karriere das Grab. Im April 2022 überraschte der Sänger mit einem Reue-Video: "Mir ist es wichtig, euch zu sagen, dass ich mich von allen Extremen distanziere – insbesondere von rechten und verschwörerischen Gruppen", beteuerte er darin. Er habe erkannt, auf welche Irrwege er sich begeben habe.

Seitdem war es still um den 52-Jährigen. Vor zwei Monaten lud ihn Oliver Pocher bei einem Auftritt seiner "Liebeskasper"-Tour auf die Bühne. "Das ist ja sowieso das Schöne heutzutage, selbst wenn sich ja Leute entschuldigen, heißt es ja: 'Er hat sich entschuldigt, aber ja, ist scheißegal'", kommentierte Pocher die Kritik an dieser Entscheidung. Der Entertainer nehme Naidoo hingegen seine Entschuldigung ab.

Fotos

Xavier Naidoo

Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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7 Kommentare mit 78 Antworten

  • Vor einem Monat

    Es ist auch marketingtechnisch nicht so klug, nach zwei Jahren Rückzug aus Reue dann ausgerechnet bei einer Show von Oliver Pocher aufzutauchen, der wohlgemerkt an der Spitze der beschissensten Menschen in Deutschland stehen würde, wenn die AfD und ihre Wähler nicht bereits existieren würden.

  • Vor einem Monat

    Er hatte aber mit vielem Recht, wenn man sich mal die RKI-Files anschaut. Skandalös ist es dass bis heute keinerlei Aufklärung über die ungeheuerlichen Vorgänge während der Coronaplandemie gibt. Sowohl Medien als auch etablierte Politiker tun so, als sei nicht geschehen, dabei haben sie das Volk damit tief gespalten und Misstrauen in die staatlichen Institutionen erzeugt.

    • Vor einem Monat

      Gigantisches Unwissen ist auch `ne Meinung?

    • Vor einem Monat

      Welche ungeheuerlichen Vorgänge meinst Du denn?
      Dass Du ne Maske aufsetzen musstest?

      Verpiss Dich schnellstens, Schwurbler!

    • Vor einem Monat

      Evtl mal ne neue Provotrollstrategie ausdenken? Vllt mal Carnivore aus Überzeugung oder ein Flacherdler? Mich dürstet es nach Abwechselung.

    • Vor einem Monat

      Flacherdler hatten wir lange nicht mehr ♥

    • Vor einem Monat

      Ob Naidoo nun mit vielem Recht hatte, bezweifle ich (Adenochrom wtf?), aber dass im Gegensatz zu anderen Ländern (UK, USA) die Aufarbeitung der Coronamaßnahmen quasi nicht stattfindet, ist allerdings korrekt.
      Aus den RKI Akten geht zb hervor, dass die Leute vom RKI selbst keine Datengrundlage für die Maskenpflicht hatten, dass sich COVID-19 molekular von allen anderen Coronaviren unterscheidet und seit langem hat Fauci eingeräumt, sich die Abstandsregeln ohne jedwede wissenschaftliche Grundlage ausgedacht zu haben.

      Nun, ändert nichts an Naidoo, der wohl keine Rolle mehr spielen wird. Frage mich allerdings, wie die Anwälte beweisen wollen, dass er unschuldig sei. Die klingen ja sehr selbstsicher.

    • Vor einem Monat

      Ne Aufarbeitung ist halt auch nicht so einfach, wenn du es mit nem reaktionären Lauchvolk zu tun hast, welches jedes Eingeständnis mit nem selbstgefälligen "ich hab's ja gesagt" beantworten würde.

    • Vor einem Monat

      Man könnte fast meinen, viele Untersuchungen brauchen viel Zeit, hinterher ist man meistens schlauer, und es ist im Zweifel besser, extreme Schäden und Tote durch zu viel Vorsicht zu vermeiden, als nix zu tun und Däumchen zu drehen. Gerade angesichts der Rekordzeit, in der der wissenschaftliche Betrieb Impfstoffe entwickelte und mehr als zu Genüge testete, ist es einfach unendlich schäbig, diese Leistung durch "alles halb so schlimm gewesen, war ja nix" zu nivellieren!
      Es wurde unter größtem Opfer viel getan, damit so wenige Menschen wie möglich sterben oder langfristig erkranken. Jetzt sind relativ wenige Menschen gestorben oder langfristig erkrankt, und die ekelhaften Wichtel, die aus purer Eigensucht unermesslich viele Tote in Kauf genommen hätten, erdreisten sich jetzt, exakt daraus einen Strick zu drehen.

      Geht jetzt nicht unbedingt alles direkt gegen Dich. Aber Einstellungen dieser Art sind einfach bodenlos, und regen mich nach wie vor auf.

      Und ne, Fauci hat sich diese Regeln nicht "ausgedacht". Das war die Datenlage, die nach Abständen und Infektionslage im Flugverkehr ermessen wurden. Damals und heute ein sehr sinnvoller Anhaltspunkt für Abstandsempfehlungen. Dass er sich das aus den Fingern gesogen habe, ist auch so n Bullshit, der zur Zeit herumgeistert.

    • Vor einem Monat

      Ist es bodenlos, eine vernünftige, sachliche Aufarbeitung zu betreiben? Mir scheint, du setzt diesen Versuch mit einem gnadenlosen "Lasst sie halt sterben" gleich. Zynisch. Es gibt viel mehr als nur eine binäre Wahl aus "nix tun aus Eigensucht" und der "Blinddarm der Gesellschaft" - Haltung (welcher der ersten nicht unähnlich ist).

      Keine Sorge, fühle mich nicht angegriffen. Hab auch nie sowas behauptet wie "hab ich ja gesagt". Und selbst wenn es solche Leute (ähem) gibt, was ja unbestritten ist, muss dennoch aufgearbeitet werden. Es ist halt doch viel mehr gewesen als "setz mal ne Maske auf".

      Zum Testen der Impfstoffe "mehr als zu Genüge": Der von Astra ist mittlerweile nicht mehr zugelassen (nachdem noch mehr getestet wurde) und der von Johnson ist nach kurzer Zeit nicht mehr akzeptiert worden.
      Und: Die gesundheitliche Belastung durch Masken, bei gleichzeitigem Fehlen wissenschaftlicher Belege deren Nutzens, war dem RKI auch bekannt. Dass solche Dinge nicht offen (auch von offizieller Seite) diskutiert werden, ist der Punkt.

    • Vor einem Monat

      "Es wurde unter größtem Opfer viel getan, damit so wenige Menschen wie möglich sterben oder langfristig erkranken. Jetzt sind relativ wenige Menschen gestorben oder langfristig erkrankt, und die ekelhaften Wichtel, die aus purer Eigensucht unermesslich viele Tote in Kauf genommen hätten, erdreisten sich jetzt, exakt daraus einen Strick zu drehen."

      Props, on point, könnte man so überall vercopypasten.

    • Vor einem Monat

      Eine Aufarbeitung nivelliert nicht die Anstrengungen. Darum geht's gar nicht.

    • Vor einem Monat

      Und jenen, die nach Aufarbeitung rufen, pauschal zu unterstellen, sie hätten 'unermesslich viele Tote' in Kauf genommen, ist - gelinde gesagt - Unsinn.
      No offense

    • Vor einem Monat

      @Ragism
      @Schwingster
      +1

      @Nutzer_0706
      "Und jenen, die nach Aufarbeitung rufen, pauschal zu unterstellen, sie hätten 'unermesslich viele Tote' in Kauf genommen, ist - gelinde gesagt - Unsinn."
      -> Das hat (zumindest hier) niemand getan.

      Was genau würdest du denn unter "Aufarbeitung" verstehen?

    • Vor einem Monat

      @Clyde: Das wurde nicht explizit so gesagt, das stimmt, aber Ragisms Beitrag kam als Antwort auf das Thema der Aufarbeitung. Er mag das gerne nochmal differenzieren, fänd ich gut. Weil ich sonst auch nicht weiß, wie er drauf kommt ...

      Und zum Thema Aufarbeitung, denke ich beispielsweise an sowas hier: https://www.cicero.de/kultur/rki-protokoll…

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706:
      "Ist es bodenlos, eine vernünftige, sachliche Aufarbeitung zu betreiben?"
      Nein, aber es fällt auf, daß ein großer Teil derjenigen, die das fordern, mehr am Rollen von Köpfen und nicht zuletzt an einer Bestätigung ihres eigenen, meist ignoranten bis menschenverachtenden Verhaltens während der Pandemie interessiert zu sein scheinen als an eben exakt dieser vernünftigen, sachlichen Aufarbeitung.

      "Keine Sorge, fühle mich nicht angegriffen. Hab auch nie sowas behauptet wie "hab ich ja gesagt". Und selbst wenn es solche Leute (ähem) gibt, was ja unbestritten ist, muss dennoch aufgearbeitet werden. Es ist halt doch viel mehr gewesen als "setz mal ne Maske auf"."
      Das ist zwar richtig, aber wenn ich ehrlich bin, wüßte ich nicht, was eine breite Aufarbeitung zur Folge haben soll.

      "Zum Testen der Impfstoffe "mehr als zu Genüge": Der von Astra ist mittlerweile nicht mehr zugelassen (nachdem noch mehr getestet wurde) und der von Johnson ist nach kurzer Zeit nicht mehr akzeptiert worden."
      Bei AstraZeneca wurde erstens die Zulassung gestrichen auf Antrag des Herstellers AstraZeneca, weil dieser das Produkt nicht auf den Markt zurückzubringen gedenkt, und zweitens wurde nicht "noch mehr getestet", sondern es wurden die Daten der Impfungen verwendet. Die Probleme bei AstraZeneca sind aufgetreten, nachdem Massen von Menschen damit geimpft wurden. Es ist nun mal ein Unterschied, ob Du etwas an 10.000 Menschen ausprobierst oder 1.000.000 Menschen. Reine Statistik.
      Und bei Johnson ist die Wirksamkeit meines Wissens statistisch geringer als bei anderen Impfstoffen, und wenn man halt die Auswahl hat ...

      "Und: Die gesundheitliche Belastung durch Masken, bei gleichzeitigem Fehlen wissenschaftlicher Belege deren Nutzens, war dem RKI auch bekannt. Dass solche Dinge nicht offen (auch von offizieller Seite) diskutiert werden, ist der Punkt."
      Die gesundheitliche Belastung durch Masken ...? Wo ist die denn gegeben, jetzt mal ganz allgemein gesehen - daß bestimmte Personengruppen keine Masken tragen durften und dürfen, ist mir bekannt, ebenso auch, daß bestimmte Masken nur über einen bestimmten Zeitraum getragen werden sollten, aber von einer grundsätzlichen gesundheitlichen Belastung ist mir nichts bekannt.
      Fehlen wissenschaftlicher Belege - ich sag's mal so: wenn man immer und überall während Corona so lange geforscht hätte, bis man wirklich einen unschlagbaren Beweis in en Händen gehalten hat, dann wäre die Menschheit heute bedeutend kleiner. Es gab Hinweise darauf, daß das Tragen von Masken hilft, weil sich das Virus an Tröpfchen anflanscht, mit denen man bzw. die eigenen Schleimhäute an der Luft in Kontakt kommt. Also schien es sinnvoll zu sein, die Schleimhäute vor eben diesen Tröpfchen zu schützen, was dann in der weiteren Folge zur Maskenpflicht führte. Die Wissenschaft kam mit den eigentlichen Beweisen erst Wochen später hinterher.
      Und nein, die Scheiße gehört gefälligst NICHT offen diskutiert. Ich hab' so was von gar keinen Bock darauf, daß bei der nächsten Pandemie, und die wird kommen, bei der eine Übertragung durch eben solche Tröpfchen geschieht, irgendwelche Trübdenker sich auf diese Scheiß-Diskussionen berufen und damit wieder irgendwelche Menschenleben gefährden! Das unverantwortliche Verhalten von ignoranten Vollhonks gehört nicht auch noch von fachlicher Seite gefüttert. Ich hab' während der Pandemie oft genug mitgekriegt, wie entweder ahnungslose Stümper oder radikale Arschgeigen Informationen in ihrem Sinne verstümmelt oder aus dem Zusammenhang gerissen haben, und eben das wird das nächste Mal wieder passieren. Falsche Entscheidungen gehören an den Stellen diskutiert, wo sie getroffen wurden, nicht in aller Öffentlichkeit, um die Bevölkerung zu verunsichern oder Rechtsstreits zu provozieren, weil wieder irgendwer meint, seine Freiheit hätte durch die falschen Entscheidungen an unschönen Stellen Dellen gekriegt.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      Nutzi, irgendwie verwundert es mich nicht, daß der Hinweis, es sei nicht alles unbedingt gegen Dich gerichtet, nicht verhindern konnte, wie sehr Du Dich angesprochen fühltest.

      Niemand sagte, Aufarbeitung sei nicht wichtig. Wie Skywise schon treffend beschrieb, ist Zweifel angebracht dabei, wozu eine "Aufarbeitung" gut sein soll. Für mich auch grundsätzlich, was die Motivation dafür ist. Gerade, wenn diese Forderung unter hanebüchenen Behauptungen steht. Selbst der zitierte Cicero-Artikel geht ja längst nicht so weit wie Du, wenn Du meinst, Masken seien wirkungslos gewesen.

    • Vor einem Monat

      @Skywise: Bei den "menschenverachtenden Stümpern" bin ich ganz bei Dir, darüber muss man nicht reden. Es geht ja um ne sachliche Aufarbeitung und nicht um "Schaum-vorm- Mund"-wer's anders-sieht-ist-automatisch-ein-Idiot.

      Daten der Impfungen zu verwenden - kommt das - statistisch gesehen - nicht einem weiteren Testen gleich? Und zum Thema Impfungen: Dem RKI war bekannt, dass die Impfung die Ausbreitung nicht verhindert. Wenn ich mich recht erinnere, ist das auch unter obigem Link zu finden.
      Die Problematik der Masken ist dort das Hauptthema.

      Was das Aufarbeiten bringen soll? U.a. dass man Masken (und Maßnahmen) entwickelt, die auch wirklich was bringen.
      Und zum Thema "radikale Arschgeigen" als Beispiel: Ne Freundin musste nach der Impfung ins Krankenhaus, wäre fast gestorben, Folgen bis heute (Sichtfeldeinschränkungen). Klar, kann vorkommen. Selbstredend hat der behandelnde Arzt keine weitere Impfung angeraten. Dennoch galt sie dann als Ungeimpfte und wurde gesellschaftlich stigmatisiert und (bei Kinobesuchen etwa) hart angefeindet. Die wurde dann eben auch so angegangen, beleidigt. Darum zum Beispiel ist eine sachliche Aufarbeitung notwendig. Es geht nicht nur um ihr Einzelbeispiel, wo eine Freiheit eingeschränkt wurde.

    • Vor einem Monat

      "Und: Die gesundheitliche Belastung durch Masken, bei gleichzeitigem Fehlen wissenschaftlicher Belege deren Nutzens, war dem RKI auch bekannt. Dass solche Dinge nicht offen (auch von offizieller Seite) diskutiert werden, ist der Punkt."

      Dass solche Sachen nicht offen diskutiert werden, liegt vielleicht daran, dass es kontrafaktischer Bullshit ist.

    • Vor einem Monat

      Ragism: Nutzi ist niedlich :)
      Ich fühle mich nicht persönlich angesprochen; mir geht's eher um die Linie der Argumentation.

      Ich hatte euch so verstanden, dass ihr meint, es bräuchte keine Aufarbeitung. Wenn ihr (oder du) das anders seht, okay - hab ich falsch verstanden. Dann sind wir uns ja einig.
      Ich bin auch der festen Überzeugung, dass eine vernünftige Aufarbeitung, Betonung auf 'vernünftig', auch eben jenen "radikalen Arschgeigen" nicht nützen wird, weil es allein schon zu differenzierter Herangehensweise führt. Und das ist dann der Kern der Sache. (Der ist mir bei den 'unzähligen Toten' etwas verloren gegangen.)

      Masken wirkungslos - nun ja, okay, da war ich vielleicht zu pointiert. Aber fehlende Evidenz bei gleichzeitigen Gesundheitsrisiken und Verordnung zur Pflicht plus Ausgrenzung jener, die zweifeln (nicht verweigern, sondern nur zweifeln). Mir geht's am Ende des Tages darum, ob man vernünftig drüber reden kann, ohne Schaum vorm Mund, Beleidigungen und auch Differenzierung aushalten kann.

    • Vor einem Monat

      @gleep Bullshit, ja? Das Problem mit den Masken hat sogar ein schönes Akronym bekommen "MIES" - Maskeninduziertes Erschöpfungssyndrom :)

      Steht auch mit zahlreichen Quellen im Link oben.

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706
      "Und zum Thema Aufarbeitung, denke ich beispielsweise an sowas hier: [...]"

      Okay, wenn du DAS unter Aufarbeitung verstehst, dann findet sie ja statt. Oder was verstehe ich jetzt falsch?

    • Vor einem Monat

      Dieser Kommentar wurde vor einem Monat durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Monat

      "Das Problem mit den Masken hat sogar ein schönes Akronym bekommen "MIES" - Maskeninduziertes Erschöpfungssyndrom :)

      Steht auch mit zahlreichen Quellen im Link oben."

      Diese zahlreichen Quellen beziehen sich alle auf eine Studie, verfasst vom Artikelautor, veröffentlicht im wissenschaftspublizistischen Äquivalent einer Content-Mill, das berühmt berüchtigt dafüt ist, ohne erntzunehmende Qualitätskontrolle zu veröffentlich. Das Akronym haben sich die Autoren halt ausgedacht, um toll zu klingen und das war's dann auch. Das macht es nicht automatisch zu einem akzeptierten wissenschaftlichen Phänomen.

      Wenn du über wissenschaftliche Ergebnisse diskutieren willst, dann zitiere bitte ernst zu nehmende wissenschaftliche Publikationen oder lass es halt bleiben.

    • Vor einem Monat

      ich denke in deutschland lokkdown maske impfung war sehr gut besser als andere lander sie sind neidisch weil sie hatten keine wieler und lauterback

    • Vor einem Monat

      Kannst dir hier auch nochmal durchlesen, was der Typ sonst so zum Thema verfasst und wie glaubwürdig das in Großen und Ganzen ist:

      https://www.factcheck.org/2023/04/scicheck…

      https://www.abc.net.au/news/2023-04-28/fac…

    • Vor einem Monat

      @Clyde: Ja, so in etwa. Ich sehe die Argumente von Ragism und Skywise, dennoch denke ich, dass so eine Diskussion auch breiter geführt werden dürfte. Von daher können wir wohl alle etwas die Luft rausnehmen.

      @Gleep: Danke für die Links. Interessant.
      Es geht bei den "Nachteilen" der Masken nicht nur um MIES, sondern auch um anderes, was in dem Artikel genannt wird. Unbestritten und international (Cochrane Level) anerkannt, ist allerdings die fehlende Evidenz und die im Zusammenhang mit den anderen Dingen, ist halt ein Punkt.

      Und, nochmal, worum es mir geht, und das haben wir ja nun (fast), ist eine sachliche Diskussion, ohne Anfeindungen, Beleidigungen etc.

      Gruß, Nutzi

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706:
      "Daten der Impfungen zu verwenden - kommt das - statistisch gesehen - nicht einem weiteren Testen gleich?"
      Daten aus Crashtests und Erkenntnisse aus Unfallstatistiken sind zwei unterschiedliche Dinge.

      "Und zum Thema Impfungen: Dem RKI war bekannt, dass die Impfung die Ausbreitung nicht verhindert."
      Es ist nicht vorrangiger Sinn und Zweck einer Impfung, die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern.

      "Was das Aufarbeiten bringen soll? U.a. dass man Masken (und Maßnahmen) entwickelt, die auch wirklich was bringen."
      Die hatte man doch schon.
      Das einzige, was man zu Beginn der Pandemie nicht hatte, war ein Impfstoff gegen das Virus, alles Andere war gegeben und lag vor, wenn auch nicht in ausreichendem Maß. Und wenn einige Leute vernünftiger gewesen wären, hätte es verschiedene Maßnahmen gar nicht erst gebraucht.

      "Darum zum Beispiel ist eine sachliche Aufarbeitung notwendig. Es geht nicht nur um ihr Einzelbeispiel, wo eine Freiheit eingeschränkt wurde."
      Ich kann aus dem Beispiel keinen Grund für eine öffentliche sachliche Aufarbeitung ableiten.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      @Skywise: Über die Wirksamkeit vieler Maßnahmen (Schulschließungen etc) herrscht Uneinigkeit. Und mein Punkt ist, dass gerade aufgrund schwacher Evidenz Leute ausgegrenzt und persönlich angegangen wurden, ohne genau zu wissen, zu fragen, was los ist. Bin gerade nicht sicher, ob sie auch physisch angegriffen wurde, glaube aber, sie wurde teils geschubst und so.
      Das geht halt nicht. Aufarbeitung könnte zu etwas mehr Milde auf alles Seiten führen. Hoffe ich sehr!

      Wenn klar kommuniziert wird, dass die Impfung nur einen selbst schützt, okay. Rechtfertigt das dann aber Ausgrenzungen Ungeimpfter?

      Und hätten die Crashtests bei Astra nicht dazu führen sollen, dass es weniger Unfälle gibt?

      Nun führen wir hier schon die Debatte der Aufarbeitung. Gute Sache, aber auch sehr zeitraubend ...

      Gruß
      Nutzi

    • Vor einem Monat

      Huch, Tippfehler: Es soll heißen "mehr Milde auf allen Seiten".

      Aber der Punkt sollte klargeworden sein. Der ist natürlich diskutabel, aber genau darum geht es ja.

    • Vor einem Monat

      Da ich in der Sache (Sinn und Unsinn einzelner Maßnahmen) nicht mehr diskutieren mag, verlinke ich hier nochmal einen anderen Artikel, der mein Anliegen auf den Punkt bringt:

      https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuertt…

    • Vor einem Monat

      "Dabei hatten sie (Covidioten) zum Teil durchaus gute Argumente. Einige haben sich wegen dieser Erfahrungen von der Gesellschaft, der Politik, demokratischen Institutionen wie den großen Medien entfremdet, wählen jetzt extrem, sind aber keine Extremisten. Die Liste der Probleme ließe sich deutlich verlängern!"

      Spekulatives Geschwafel. :rolleyes: Dass so ein Schwachsinn überhaupt veröffentlicht wird..

    • Vor einem Monat

      Nutzi, da der Artikel ja dein Anliegen auf den Punkt bringt, erleuchte mich doch bitte:

      -welche Argumente?
      -wer hat sich wann von wem entfremdet?
      -was heißt entfremdet in diesem Kontext?
      -warum wählen sie extrem?
      -warum sind sie oder sind sie nicht Extremisten?
      -was sind die Probleme, die die Liste verlängern würden?

      Ich freue mich auf deine durchdachten Antworten.

    • Vor einem Monat

      Ich finde das immer noch sehr lustig, wie die Schwurbler jetzt versuchen, ihren eigenen Revisionismus durchzubringen und immer noch nicht verstehen, wie Wissenschaft funktioniert.

      Wurden Fehlentscheidungen getroffen? Sicher, einige Lockdowns waren in ihrer Härte und Länge vielleicht nicht so notwendig und haben retrospektiv weniger gebracht. Aber es war immer noch eine unbekannte Krankheit, die sich schnell ausbreitete und zahlreiche Menschenleben kostete. Und dort, wo man auf solche Regelungen verzichtete, waren die Zahl der Todesopfer auch wesentlich größer. Auch relativ zu ihrer Größe betrachtet.

    • Vor einem Monat

      @ Cooler Typ: Meinst du jemanden bestimmten hier mit den 'Schwurblern' oder beziehst du dich eher auf 'wirklich beknackte'?

      @ Schwingster: diese durchdachten Antworten würden mehr Zeit in Anspruch nehmen als mir zur Verfügung steht (sorry) und würden auch nur meine persönlichen Ansichten abbilden, die nicht unbedingt mit denen des Autors übereinstimmen. Ich vermute etwa, dass mit Entfremdung sowas wie verlorenes Vertrauen gemeint ist. Und wenn selbst das RKI nicht von der Wirksamkeit der Masken überzeugt war (was aus den Files hervorgeht), wieso muss man das dann von der Bevölkerung erwarten, die, sofern sie das auch anzweifelt, pauschal und undifferenziert als Schwurbler, Covidioten, Anhänger von Xavier Naidoo etc bezeichnet werden?
      Nota bene: Ich versuche nicht, irgendwelche kruden Verschwörungstheorien zu rechtfertigen.

      Siehst du die Dinge komplett anders als der Autor? Wären das dann nicht auch Spekulationen? Wären all diese Aussagen dann nicht aber auch genau die Aufarbeitung, die außerhalb eines Laut-Forums stattfinden kann?

    • Vor einem Monat

      Nochmal @Cooler Typ: Mir (persönlich) geht's darum, genau zu schauen, was Sinn gemacht hat und was nicht. Also genau das zu tun, was du schreibst. Dann kann man etwas milder im Umgang werden und vermutet nicht überall irgendwelche Extremisten oder Naidoos.

      Rückwirkende Verurteilungen (sofern keine gravierenden Straftaten begangen wurden) oder rollende Köpfe sind nicht mein Interesse. Das überlasse ich den eigentlichen Pfosten.

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706:
      "Über die Wirksamkeit vieler Maßnahmen (Schulschließungen etc) herrscht Uneinigkeit."
      Ja, und das ist zu egal, um groß aufgearbeitet zu werden. Gab es Anzeichen dafür, daß Schulschließungen sinnvoll sein könnten? Ja. Hätte man es nicht gemacht und Monate später hätte sich herauskristallisiert, daß es exakt der richtige Schritt gewesen wäre - DANN gäbe es etwas öffentlich aufzuarbeiten. Ich verstehe nicht, warum man bestimmten Leuten Vorsicht bei unklarer Faktenlage zum Vorwurf macht.

      "Und mein Punkt ist, dass gerade aufgrund schwacher Evidenz Leute ausgegrenzt und persönlich angegangen wurden, ohne genau zu wissen, zu fragen, was los ist."
      That's life.

      "Das geht halt nicht. Aufarbeitung könnte zu etwas mehr Milde auf alles Seiten führen. Hoffe ich sehr!"
      Ich wüßte nicht, warum das der Fall sein sollte.

      "Wenn klar kommuniziert wird, dass die Impfung nur einen selbst schützt, okay. Rechtfertigt das dann aber Ausgrenzungen Ungeimpfter?"
      Ja, wenn die Ungeimpften keine weiterführenden und idealerweise erkennbaren Maßnahmen unternehmen, sich selbst und damit auch ihr Umfeld zu schützen. Wer das nicht tut, der hat sich selbst bereits im Vorfeld aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

      "Und hätten die Crashtests bei Astra nicht dazu führen sollen, dass es weniger Unfälle gibt?"
      Haben sie doch. Es wurden Millionen von AstraZeneca-Dosen verimpft, weltweit wurden etwa zwei Milliarden Dosen ausgeliefert. In einem der letzten Berichte, die ich zu dem Thema gelesen habe - anläßlich der Streichung der Zulassung -, stand irgendwas von "Dutzenden Prozessen". Selbst wenn ich abwäge, daß es einige Leute in der Zwischenzeit dahingerafft hat, daß nicht jeder einen Anwalt an seine Seite holt, und daß nicht jedes Gerichtsverfahren automatisch mit einem Schuldspruch endet, halte ich die Bezeichnung "selten" im Zusammenhang mit den Nebenwirkungen immer noch für berechtigt. AstraZeneca hat schon seine Hausaufgaben gemacht, zumindest nicht zwangsläufig schlechter als die anderen Marktteilnehmer.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      @Nutzlos:
      "In der Sitzung vom 30. Oktober 2020 geht das RKI explizit auf FFP2-Masken ein. Sie seien „eine Maßnahme des Arbeitsschutzes“, steht in dem Dokument. „Wenn Personen nicht geschult/qualifiziertes Personal sind, haben FFP2-Masken bei nicht korrekter Anpassung und Benutzung keinen Mehrwert.“

      Quelle:
      https://www.merkur.de/politik/bayern-soede…

      Weiterhin schreibt das RKI dazu:

      "Von entscheidender Bedeutung ist hier, dass die Maske die richtige Größe und Passform hat, die korrekte Trageweise durch den einzelnen Nutzer sowie ein durchgehender optimaler Sitz. Dies ist selbst bei Personal im Gesundheitswesen nicht immer sicher gewährleistet."

      Es geht also um Fehlerpotenzial in der Handhabung, *nicht aber* darum, dass die Wirksamkeit von ffp2-Masken zur Eindämmung der Verbreitung von Covid-Viren grundsätzlich in Frage zu stellen sei.

      Übersetzung: Wenn die Leute zu blöd sind, Masken richtig zu tragen (siehe chin diaper), zweifelt das RKI deren Wirksamkeit freilich an.

      "Und wenn selbst das RKI nicht von der Wirksamkeit der Masken überzeugt war (was aus den Files hervorgeht), wieso muss man das dann von der Bevölkerung erwarten"

      Weil die Bevölkerung Deppen sind, die von nichts ne Ahnung haben und/oder sich ihre eigene Pseudowissenschaft zurecht zimmern, und das RKI aus Wissenschaftlern besteht, die ihre Empfehlungen auf (real-)wissenschaftlicher Basis geben.

      "Siehst du die Dinge komplett anders als der Autor? Wären das dann nicht auch Spekulationen?"

      Ja, es wären Spekulationen, wenn ich sie haltlos ohne Belege in den Raum stellen, suggestiv-vage Rhetorik nutzen würde etc, so wie es der Flachpfeifenautor in dem von dir verlinkten Artikel getan hat.

    • Vor einem Monat

      Man sollte sich auch fragen, was man eigentlich will. Masken schützen eher andere als einen selbst. Impfungen schützen eher einen selbst als andere. Wohlgemerkt: EHER, nicht ausschließlich. Ich lese immer wieder, wie beide Maßnahmen mit "AHA, DOCH NICHT SO WIRKSAM" angegangen werden, jeweils bei dem, was nicht primär die Funktion ist.

      Da geht die Kritik doch irgendwie ziemlich daneben. Und vor allem spricht überhaupt nichts dagegen, beides gleichzeitig zu machen, um maximalen Schutz für sich und für andere zu gewährleisten. Nicht?

    • Vor einem Monat

      Finde nicht, dass egal ist, über die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen zu reden. Tun wir ja hier, zuweilen sogar sachlich. Darum geht's. Rückwirkend zu sehen, was gut war und was unsinnig. Ohne Beleidigungen.

      Unverschuldete Ausgrenzung mit 'thats life' abzutun, ist auch eher daneben.

      Das RKI hat auf real-wissenschaftlicher Basis quasi keine Evidenz für Masken gesehen. Das hat nicht nur mit der fehlenden Nutzungskompetenz zu tun, so wie ich es verstanden habe. Es ist also zulässig, zumindest Zweifel bzgl der Wirksamkeit zu haben.

      @ Ragi: Bin da ganz bei dir, aber mir fehlt nun die Zeit, das angemessen zu würdigen. War viel heute :)

    • Vor einem Monat

      "Unverschuldete Ausgrenzung mit 'thats life' abzutun, ist auch eher daneben."

      Jetzt ist "die Ausgrenzung" deines ohnehin schon völlig vage gehaltenen Beispiels schon unverschuldet, werd' doch mal konkreter: wer wurde denn wegen was unverschuldet von wem ausgegrenzt?

    • Vor einem Monat

      "Das hat nicht nur mit der fehlenden Nutzungskompetenz zu tun, so wie ich es verstanden habe."

      Womit denn noch?

    • Vor einem Monat

      Verstehe ich, Nutzi. Auch wenn wir manche Dinge sehr, sehr anders sehen, will ich zumindest mal würdigen, daß Du Dich hier ziemlich sportlich und fair hältst. Hast es ja alleine mit ner Handvoll Gegenstimmen zu tun.

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706:
      "Finde nicht, dass egal ist, über die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen zu reden. Tun wir ja hier, zuweilen sogar sachlich. Darum geht's. Rückwirkend zu sehen, was gut war und was unsinnig."
      Abermals - warum? Die Frage ist nach wie vor unbeantwortet.
      Aus diesen Erkenntnissen wird man für die Zukunft nichts ableiten können, denn die nächste Pandemie wird sich höchstwahrscheinlich von der letzten wieder unterscheiden, heißt: neues Spiel, neues Glück.
      Es gibt Maßnahmen, die bereits in die Wege geleitet wurden hinsichtlich der Digitalisierung und der weltweiten Vernetzung, um einen schnelleren Austausch von Know-How und gegebenenfalls eine Aufgabenverteilung zu gewährleisten. Meiner Meinung nach der einzig sinnvolle Weg, sich auf zukünftige Pandemien vorzubereiten; zumindest hab' ich von keinen anderen Maßnahmen gehört oder gelesen, denen ich überzeugt zugestimmt hätte.
      Und mit dem Kenntnisstand von 2024 Entscheidungen aus 2020/21 zu bewerten - wem soll das nutzen? Letzten Endes gehe ich davon aus, daß die meisten Leute, die in dieser Zeit Entscheidungen getroffen haben, in einer vergleichbaren Situation mit einem vergleichbaren Kenntnisstand erneut dieselben Entscheidungen treffen würden. Natürlich kann man sich anschauen, ob bestimmte Maßnahmen wirklich sinnvoll waren, aber letzten Endes wird man daraus allerhöchstens Statistiken basteln können, die ausschließlich für Covid-19 eine Aussagekraft beinhalten, für nichts Anderes.

      "Unverschuldete Ausgrenzung mit 'thats life' abzutun, ist auch eher daneben."
      Reine Lebenserfahrung. Ausgrenzung, auch unverschuldete, wird man nicht vermeiden können. Bin häufiger in Flüchtlingsunterkünften unterwegs, vorrangig um einigen Leuten mit der Bürokratie zu helfen. Hab' auch schon einige Reste von Molotowcocktails bei solchen Gelegenheiten zusammengekehrt. Keine Ahnung, was man gegen Ausgrenzung und Haß tun kann, ich bin für Vorschläge offen.

      "Das RKI hat auf real-wissenschaftlicher Basis quasi keine Evidenz für Masken gesehen."
      Wie bereits weiter oben ausgeführt: das Virus reist per Aerosol, also mit Hilfe von Tröpfchen, durch die Luft. Diverse Masken sorgen je nach Ausführung entweder dafür, daß man andere Leute vor den Tröpfchen schützt, die man selbst in die Luft bläst, oder dafür, daß die Tröpfchen und somit auch die auf ihnen reisenden Viren einen nicht erreichen. Das ist wissenschaftlich unstrittig. Wenn's anders wäre, dann würden medizinische Masken in OPs keinen Sinn machen oder Feuerwehrleute oder Maler und Lackierer bräuchten sich auch keine Gedanken um irgendeinen Mund-/Nasenschutz zu machen.
      Das Virus allein könnte zwar die allermeisten Masken durchdringen, aber die Tröpfchen halt nicht. Das Konzept ist hier, nicht den Mörder persönlich aufzuhalten, sondern den Zug, in dem er reist.

      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      @ MeTooLica: argh, die Beiträge sind nicht nummeriert.
      Hab's nochmal rausgesucht, hatte es oben genauer beschrieben:
      "Ne Freundin musste nach der Impfung ins Krankenhaus, wäre fast gestorben, Folgen bis heute (Sichtfeldeinschränkungen). Klar, kann vorkommen. Selbstredend hat der behandelnde Arzt keine weitere Impfung angeraten. Dennoch galt sie dann als Ungeimpfte und wurde gesellschaftlich stigmatisiert und (bei Kinobesuchen etwa) hart angefeindet. Die wurde dann eben auch so angegangen, beleidigt." Und ich glaube, sie wurde teils physisch angegangen, geschubst und so.
      Solche Ausgrenzungen und Übergriffe gehen halt nicht. Klar, manche legen's drauf an und provozieren, wollen, genießen die Ausgrenzung (zb jene mit Stringtanga im Gesicht statt Maske). Aber das macht nicht aus allen sofort Menschen, die man undifferenziert als "Blinddärme" (scheußliche Metapher) bezeichnen sollte.

      @ Schwingster: Da müssten mehrere Quellen im Artikel vom Cicero sein, wo ja das RKI auch selbst zitiert wird. Bin aber ehrlich gesagt gerade zu faul, um genauer nachzuschauen. Falls es so sein sollte, wie du sagst, dass das Problem einzig und allein die Nutzungsinkompetenz war, nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Dann geb ich n Bier aus. Hier in Hamburg trinken wir Astra (haha). Ist wie mit der Impfung: Einmal verträgst du's, aber nach mehr geht's dir schlecht.

      @ Ragi: Danke. Hab Trollwissenschaften im Master studiert anner Heilpraktikerschule in Wanne-Eickel. Da kriegt man die Ruhe weg.
      Spaß beiseite: Danke ernsthaft, weil darum geht's! Also gebe ich dein Kompliment gern zurück!

    • Vor einem Monat

      @ Skywise: Gute Punkte mit der Vernetzung! Klingt gut.
      Und auch dass die nächste Pandemie wohl anders sein wird, ist ein Punkt. Und klar, dass Aerosole verantwortlich sind, ist unbestritten. Die Frage ist, taugen die Masken für den Zweck oder gibt's nicht was Besseres. Von mir aus können wir uns erstmal auf eine gewisse Wirksamkeit einigen. Genaueres überlasse ich der Wissenschaft.

      Nochmal: mir geht's nicht um nachträgliche Verurteilungen (sofern keine wohlwissendlichen Straftaten begangen wurden), sondern daraus, so gut wie möglich zu lernen. Maßnahmen zu bewerten, und beim nächsten Mal (von beiden Seiten) weniger Schaum-vorm-Mund und mehr Besonnenheit.

    • Vor einem Monat

      "Aus diesen Erkenntnissen wird man für die Zukunft nichts ableiten können, denn die nächste Pandemie wird sich höchstwahrscheinlich von der letzten wieder unterscheiden, heißt: neues Spiel, neues Glück."

      Bin hier tatsächlich überhaupt nicht bei dir. Natürlich werden uns die Erkenntnisse aus der letzten Pandemie sehr viel bringen, wenn auch je nach Erreger vielleicht etwas mehr oder weniger.

      Weil sich verschiedene infektiöse Krankheiten halt in manchen Dingen unterscheiden aber in manchen Dingen auch systematisch ähneln. Mikroben-/Viren sind üblicherweise so und so groß, Aerosolübertragung funktioniert so und so.

      Deswegen sind Masken zum Beispiel mit inzwischen überwältigender Beweislast nicht nur effektiv darin Covid-Übertragungen zu vermindern, sondern sie tun es halt für die meisten anderen Atemwegsinfektionen auch. (Deswegen, bei Erkältungs-/Verschnupfungssymptomen jedweder Art, bitte immer Maske auf. Letztendlich egal ob's Covid ist oder nicht, andere anstecken ist immer kacke.)
      (Hier übrigens mal eine aktuelle, systematische Einordnung der Beweislage und ein Artikel, der die Ergebnisse zusammenfasst:
      https://journals.asm.org/doi/10.1128/cmr.0…
      https://www.news-medical.net/news/20240523… )
      Genauso sind z.B. Luftfilter- und UV-Desinfektionssysteme für ganze Klassen von Erregern effektive Schutzmaßnahme und (präventativer) Einbau in Schulen etc sträflich vernachlässigtes Thema.

      Wir können sogar relativ gut spekulieren, welche Erregertypen wahrscheinlicher einen neues Pathogen hervorbringen könnten. Dass Sars-Viren dafür ein heißer Kandidat waren, war auch schon vor Covid durchaus gängige Mutmaßung und in vielen Fällen lassen sich dann auch Impfstoffe für derzeitige und abgewandelte Erreger entwickeln, bzw gibt es die teilweise auch schon, die dann beim Auftreten eines neuen Erregers eine erste Verteidigungslinie sein könnten, die vielleicht nicht so effektiv wie eine perfekt spezialisierte Impfung sind, aber halt immer noch deutlich besser als gar nichts sind.
      Bei der derzeitig unter Wildvögeln und Nutztieren grassierende und glücklicherweise sich noch nicht unter Menschen weit verbreitenden Vogelgrippevariante gibt es glaube ich zum Beispiel auch schon einen generischen Impfstoff auf Halde.

    • Vor einem Monat

      Dieser Kommentar wurde vor einem Monat durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Monat

      @Gleep Glorp:
      "Genauso sind z.B. Luftfilter- und UV-Desinfektionssysteme für ganze Klassen von Erregern effektive Schutzmaßnahme und (präventativer) Einbau in Schulen etc sträflich vernachlässigtes Thema."
      Na ja, die Geschichte ist halt: wo will man anfangen, wo will man aufhören? Ich war in den letzten Jahren zu mehreren Diskussionen im hiesigen Stadtrat, die im Grunde alle ziemlich substanzielle Änderungen für die Stadt bedeutet hätten. Es ging um Dachbegrünungen für sämtliche öffentlichen Gebäude, um ein Energiekonzept, das die Bürgerschaft massiv mit eingebunden hätte, es ging um Maßnahmen in öffentlichen Gebäuden aufgrund des Klimawandels, es ging um ein Transportkonzept für eine autofreie Innenstadt, ... letzten Endes alles schöne Ideen, aber es fehlte auf der einen Seite an Geld und auf der anderen Seite an einer wirklichen Strategie. Das ist so ähnlich wie bei der digitalen Neuausrichtung der Schulen: es ist nicht damit getan, eine umzurüsten, sondern alle, und wenn die erste umgestellt ist, gibt's die Bürgerproteste, die entweder die Änderung gerne rückgängig machen wollen oder darauf bestehen, umgehend die restlichen Schulen am besten auch bis morgen umzurüsten ... und warum sollen es denn nur die Schulen sein und nicht auch die Kindertagesstätten, die Ortsverwaltungen, die städtischen Dienstgebäude, die Sporthallen ... und was ist, wenn der Gesetzgeber irgendwann mal wach wird und irgendwelche Dinge beschließt, die wir bei unserer Umrüstung nicht umgesetzt haben - müssen wir dann nochmal Geld in die Hand nehmen ...?
      Solche Diskussionen sind ziemlich zäh.

      "Wir können sogar relativ gut spekulieren, welche Erregertypen wahrscheinlicher einen neues Pathogen hervorbringen könnten. Dass Sars-Viren dafür ein heißer Kandidat waren, war auch schon vor Covid durchaus gängige Mutmaßung und in vielen Fällen lassen sich dann auch Impfstoffe für derzeitige und abgewandelte Erreger entwickeln, bzw gibt es die teilweise auch schon, die dann beim Auftreten eines neuen Erregers eine erste Verteidigungslinie sein könnten, die vielleicht nicht so effektiv wie eine perfekt spezialisierte Impfung sind, aber halt immer noch deutlich besser als gar nichts sind."
      Völlig richtig. Corona war ja schon ein sehr heißer Kandidat, deshalb konnten ja glücklicherweise auch sehr schnell Tests entwickelt werden, und es gab durch die ursprünglichen Corona-Viren verschiedene Hinweise, wie das Virus wirken könnte.
      Ich sehe das aber nicht unbedingt als Teil irgendeiner Aufarbeitung, sondern als allgemeine Aufgabe der Wissenschaft. Das sind Erkenntnisse, die für die Zukunft auf jeden Fall interessant sind, und da braucht's noch nicht mal eine Pandemie dazu.

      "Bei der derzeitig unter Wildvögeln und Nutztieren grassierende und glücklicherweise sich noch nicht unter Menschen weit verbreitenden Vogelgrippevariante gibt es glaube ich zum Beispiel auch schon einen generischen Impfstoff auf Halde."
      Das habe ich auch gelesen ... möge er nicht zum Einsatz kommen :-)

      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      Wer sich bis heute an Corona abarbeitet, ist einfach mal so richtig hängen geblieben, ich denke da sind wir uns wirklich alle einig. :)

    • Vor einem Monat

      @Gummibernd:
      Joah, ändert aber leider nix daran, daß immer noch einige Gesellen durchs Internet geifern und von irgendwelchen Folgen schwadronieren, die die Personen X, Y und Z und überhaupt alle noch treffen werden. Die haben auch noch weiter geätzt und von dem großen Schlag gegen sämtliche Entscheidungsträger geschwätzt, nachdem ich ihnen mal das Thema "Verjährungsfristen" zu erklären versucht habe. Ich glaube, der Teil vom Mob steht auch noch in 20 Jahren mit Heugabel und Fackel bereit und faselt irgendwas von der ultimativen Vergeltung wegen 2020/21 ... noch auf dem Sterbebett wird er seine Vision vom ganz großen Schlag gegen alle und den ganzen Rest wiederholen.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      Viele Trottel, die mit 45 noch im Kellerloch des Elternhauses wohnen und bis dahin einen verschwurbelten YouTube-Kanal mit 15 Abonennten betrieben hatten, wurden mit Corona über Nacht zu Stars ihrer Szene, inden sie in ihren Videos "die Wahrheit" über Corona kundtaten, und plötzlich Klickzahlen jenseits von Gut und Böse erfuhren.
      Andere haben viel Energie, Zeit und vor allem Geld in Form von Spenden an windige Gesellen wie Ballweg, Schiffmann & Co. investiert, und wegen des ganzen Zinnobers, den sie veranstaltet haben den Kontakt zu ihrem alten sozialen Umfeld, Freunden und Familien eingebüßt.
      Die Coronajahre waren für viele seltsamerweise das Größte, was sie in ihrem Leben erreicht haben, bzw. ein sehr tiefer - oft selbstverschuldeter - Einschnitt in ihr Leben. In jedem Fall ist es dann schwer einzusehen, dass es vorbei ist, und der normale Alltag wieder beginnt. Die einen müssen halt einsehen, dass ihre 15 Minuten Ruhm wieder vorbei sind, und sich zudem eventuell die Staatsanwaltschaft für ihre Videos und ihr Finanzgebaren interesiiert, die anderen müssten sich eingestehen, dass sie ihre Kohle und ihre Lebenszeit falschen Propheten geopfert haben. Beides kann dann nunmal dazu führen, dass man weiter auf ein totes Pferd einprügelt.

    • Vor einem Monat

      Horst bringt das gut auf den Punkt die Sache ist für manche nicht gegessen weil Sie ihre 15 Minuten Fame zurückhaben wollen. Als der Nachbar noch gespannt lauschte warum Corona erst viel gefährlicher war als die Mainstreammedien behaupten und dann doch viel harmloser und reine Angstmache. Ja die Schwurbler und die AFD haben ihre Asichten dahingehen NIE angepasst und schon gar nicht aus Opportunismus sondern natürlich aufgrund wissenschaftlicher Evidenzen. Und während der Nachbar praktische Probleme und tatsächliche Ängste hatte dass er seinen job behält und die Kinder die ersten Schuljahre verpassen hat der Querdenker sich schon in apokalyptischen Fantasien gewälzt da für Ihn sowieso kein richtig geführtes Leben auf dem Spiel stand würden jetzt auch alle anderen mit diesem Nilhilismus konfrontiert.

      Diese ganze Bedeutung, Aufmerksamkeit und Rachegelüste dann auf einmal von einem Tag auf den anderen verschwunden das muss schon hart sein für die Selbstsicht. Während Nachbars Kinder jetzt doch fröhlich spielend in die Schule dürfen und das Leben weitergeht ist man auf sein eigenes Schicksal zurückgeworfen und muss sich neue Schreckenszenarien suchen. Leider ist die Ukraine so weit weg und der Atomkrieg doch nicht da da was bleibt dann noch vom Leben wenn man nichtmal mehr den Weltungergang kommentieren darf? Da kann man nur noch drarauf hoffen dass die AFD wieder ein bisschen Weltuntergang nach Deutschland bring und das wahrscheinlich sogar berechtigt. Schade für alle die wirklich etwas zu verlieren haben.

    • Vor einem Monat

      Also ohne nun wieder ein allzu großes Fass aufzumachen: Sicherlich gibt es diese "Trübdenker" von denen ihr schreibt und gerade angesichts der wirklich akuten Probleme, welche die Lockdowns mit sich brachten, ist dieses Verschwörungsgehampel umso ärmer. Solche Leute disqualifizieren sich per se für ernsthafte Auseinandersetzungen. Aus klinischer Perspektive ergeben sich da noch ganz andere Probleme. Manche psychotische Menschen mit denen ich jobmäßig zu tun habe, konnten diese unsichtbare Gefahr, welche tiefe, paranoide Ängste auslöst, gar nicht anders bewältigen oder aushalten als über Verschwörungstheorien, die zumindest ein bisschen das Gefühl geben, immerhin zu wissen, was los ist. Da fühlt man sich weniger ausgeliefert. Diese Haltung paart sich ganz gern mal mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein und dann kann eben sowas dabei herauskommen, was ihr beschreibt.

      Aber nicht jeder, der bestimmte Maßnahmen kritisch sah oder deren Nutzen anzweifelte, ist so ein Fall, wie ihr sie darstellt. Hab selbst zur Coronazeit an einer Schule gearbeitet und die Kinder (6-11 Jahre alt) waren von der Panik massiv erfasst, überwiegend (abhängig vom Elternhaus), obwohl es zeitgleich hieß, dass Kinder am wenigsten gefährdet und wohl auch so gut wie nie Überträger seien. Manche Kinder hat das echt gebrochen. Klar, sie sind resilient und stecken einiges weg, andererseits sind manche Probleme nur sehr schwer, falls überhaupt, wieder zu beheben. Aber wem sag ich das ...
      Wenn man dann nachträglich hört, dass Schulschließungen als Maßnahme nichts gebracht haben, kann man nur hoffen, dass bei jener bestehenden Voraussicht, wie sie Gleep beschreibt, sowas beim nächsten Mal verhindert werden kann.

      Und genauso wenig schreien nun alle Kritiker nach rollenden Köpfen und klappen in der Hosentasche schon die Messer auf. Sah ich die Impfung kritisch? Ja. Hab ich's trotzdem gemacht: Jupp.
      Bin ich restlos überzeugt von der wissenschaftlichen Evidenz der Masken? Nö.
      Setz ich trotzdem eine auf, wenn ich die Seuche hab: Klaro.
      Muss ich nun Leute, die voll überzeugt (oder eben nicht) von allen Maßnahmen waren, beschimpfen oder ihnen die Intelligenz absprechen? Nicht per se (manchmal scheint's aber notwendig zu sein).
      Dürfen Maßnahmen kritisch betrachtet werden?

    • Vor einem Monat

      @Nutzer_0706:
      "Manche psychotische Menschen mit denen ich jobmäßig zu tun habe, konnten diese unsichtbare Gefahr, welche tiefe, paranoide Ängste auslöst, gar nicht anders bewältigen oder aushalten als über Verschwörungstheorien, die zumindest ein bisschen das Gefühl geben, immerhin zu wissen, was los ist. Da fühlt man sich weniger ausgeliefert."
      Ich find' die Aussage irgendwie amüsant angesichts der vielen Hüte, die von Verschwörungstheoretikern oder deren Propheten während Corona so aufgestellt (und gut gefüllt) wurden. Ich meine, es waren ja nicht nur Schwerdenker bei den Abkassierern, sondern auch Homöopathen oder politische Gruppen ...
      Mir war's stellenweise etwas zu krass, wie sich manch einer an seinen Glauben geklammert hat. Da konnte man jeden zweiten Satz hinterfragen und um Quellen bitten, es kam nur etwas Beleidigendes oder gar nichts oder irgendein haarsträubender anderer Unsinn zurück - oder es wurde das nächste Faß aufgemacht ... eigentlich sollte man doch als intelligenzbegabter Mensch irgendwann mal mitkriegen, daß die eigene Argumentation ziemlich defizitär ist, und selbst die Leute, die angeblich in der eigenen Mannschaft mitspielen, auch nicht mehr als irgendwelche Floskeln zur Unterstützung beitragen können.

      "Aber nicht jeder, der bestimmte Maßnahmen kritisch sah oder deren Nutzen anzweifelte, ist so ein Fall, wie ihr sie darstellt."
      Behauptet ja auch niemand. Es gab Maßnahmen, die man hinterfragen konnte und mußte, und es gab sogar Maßnahmen, die man nur extrem zähneknirschend rausgegeben hat. Eine der allerersten war sogar so eine. Nachdem verschiedene Kommunen/Landkreise unterschiedliche Maßnahmen angekündigt hatten und daraufhin die völlig überforderten Deutschen mal wieder Deutsche spielen mußten und über jede einzelne Entscheidung gemault haben. "Warum muß ich hier die Maßnahmen X einhalten, während ich zwei Schritte weiter in Y das nicht machen muß?" und umgekehrt. Das Rumgemaule und das "Na, mich wird's schon nicht erwischen, also scheiß auf die Maßnahmen bei mir im Ort, ich suche mir die zusammenn, die mir am besten passen" der Bevölkerung war einer der wesentlichen Gründe, Maßnahmenpakete bundesweit zu vereinheitlichen. Die kürzeren Informationswege und das bereitgestellte Know-How auf der oberen Ebene waren der zweite und dritte wesentliche Grund. Hätte es allerdings über weite Strecken nicht gebraucht, wenn die Deutschen gleich zu Beginn kapiert hätten, daß da tatsächlich eine Gefahr auf sie zuschwappt.

      "Wenn man dann nachträglich hört, dass Schulschließungen als Maßnahme nichts gebracht haben, kann man nur hoffen, dass bei jener bestehenden Voraussicht, wie sie Gleep beschreibt, sowas beim nächsten Mal verhindert werden kann."
      Es wird nicht verhindert werden.
      Wenn auch nur ansatzweise die Möglichkeit besteht, daß Schulschließungen Menschenleben retten, dann wird man diese Maßnahme durchziehen. Fertig. Und wenn sich im Nachgang herausstellt, daß sie überflüssig waren, dann hätte man sie trotzdem durchgezogen. Wenn Menschen deshalb gestorben sind, weil man sich gegen Schulschließungen ausgesprochen hat, läßt es sich nur schwerer damit leben. Und wenn noch so oft Leute gesagt haben, daß Kinder als Überträger eher unwahrscheinlich sind - in einer Schule oder auf dem Weg rein oder wieder raus sind leider auch Erwachsene beteiligt, die auch ein Risiko eingehen müssen, wenn die Schule geöffnett bleibt.

      "Dürfen Maßnahmen kritisch betrachtet werden?"
      Natürlich. Aber es ist anzuraten, sich trotzdem an Maßnahmen zu halten, denn erstens gab es einige, etwa bei den Masken, bei denen es wesentlich war, daß sich möglichst viele daran halten, und zweitens sind auch nicht alle Daten in der Öffentlichkeit zu finden gewesen, die zu bestimmten Entscheidungen geführt haben, unter anderem auch deshalb, weil die Öffentlichkeit sie ohne ausreichendes Fachwissen nicht richtig hätte deuten können, und weil die Datenlage sich ja teilweise halbstündlich verändert hat.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      Ach die Homöopathen ... Wenn ich davon ausgehe, dass diese Leute etwas intelligenzbegabt sind (zumindest verstehen sie was von Business), ist deren Masche mindestens auf einer Stufe mit den YouTube-15-Minutes-of-Fame-Hanseln. Es mag ja erstmal ein gutes Gefühl sein und manche Leute stützen, zumindest irgendwas in der Hand zu haben (auch wenn es eine D7-Ur-Tinktur ist), aber daraus Geld zu machen und eventuell andere Maßnahmen zu vernachlässigen (beste: Händewaschen), ist unterste Schublade. Beim Thema Homöopathie ereifere ich mich zu schnell ...

      Nun gut, selbst wenn Schulschließungen (als Beispiel) nicht verhindert werden könnten, wäre ja nun die Zeit, dann wenigstens über sekundäre und tertiäre Prävention der Folgen nachzudenken. Auf größerer Ebene.

      Hier hat niemand behauptet, alle Kritiker wären Spinner, der Eindruck drängte sich nur mangels Differenzierung auf. So eine Ambivalenz, finde ich, täte sowohl Kritikern als Befürwortern gut. Darauf wollte ich mit meinem Impf- und Maskenbeispiel hinaus. Da ich der Ansicht bin, dass dies nun erreicht ist, ist meinerseits alles gesagt.

    • Vor 29 Tagen

      Die Aufarbeitung der Corona Krise war tatsächlich nicht optimal ich denke aber das hat zwei wesentliche Faktoren.
      Zum einen hatten wohl die wenigsten Bürger interesse dieses Thema nochmal mit allen Details zu erörtern da man froh war als endlich wieder alles zur Normalität zurückkehrte. Nachträgliche Schuldsuche oder auch korrektes Handeln zu identifizieren ist nach solchen schwerwiegenden Ereignissen immer schwierig weil eine Auseinandersetzung Kraft und Aufmerksamkeit kostet was uns zu Punkt 2 führt.
      Die Themenlage ist einfach derart überkomplex dass es schwer fällt hier ein gebührendes Fazit zu verschlagworten. Einzelne Massnahmen können im Gesamtkontext Sinnvoll sein oder eben nicht je nach Gefahrenlage, Bevölkerungszahl, Altersstruktur, Bevölkerungsdichte und freiwilliger Bereitschaft zur Mitwirkung um mal nur ein paar Eckpunkte zu nennen.
      Ich hätte mir aber zumindest bei solchen Themen wie Wirtschaftshilfen (insbesondere für sozial schwache, Kunst und Kultur) mehr Aufarbeitung und Signalbereitschaft erhofft da man hier schon rech gut Allgemein einschätzen kann was gut und schlecht gelaufen ist und dies auch für andere Krisen von Bedeutung sein wird. Da hat man sich von staatlicher Seite durchaus viel zu einfach aus der Verantwortung gezogen für mich sind das wichtige Ausgaben weil Sie das Vertrauen der Bürger in Krisenzeiten stabilisieren können.
      Beim Schutz von Leben wie im Falle einer Pandemie ist die Aufarbeitung konkreter Massnahmen aber wie erwähnt derart komplex und vielgestaltig dass dies wohl nur die wengisten auswerten würden. Zudem kann ein eine neues Virus mit anderen Eigenschaften ganz andere Massnahmenkataloge erfordern dan die man sich wieder herantasten muss da ist es schwierig jetzt gewisse Massnahmen als Unnütz oder untertrieben abzustempeln dafür abe ich auch aus Sicht der Politik Verständis.
      Das Probelm ist das solche Diskussionen (wie in diesem Fall) aus einer absurden Position heraus erfolgen wie z.b. das die Schwurbler ja nicht mit allem unrecht hatten weil man damit im großen Bild suggerieert das ja doch noch mehr stimmen könnte und deren Weltbild untermauert werden soll. Solche Dog Whistles sind effektiv aber gefährlich weil sie eben keine differenzierte Auseinandersetzung eröffnen sondern den Diskurs ins emotional sensationalistische lenken. Deshalb sollte man sich nicht von einzelnen Aussagen die einen wahren Kern haben einwickeln lassen. Die AFD hat eventuell auch vereinzelt richtige Punkte es geht aber darum zu identifizieren wo Sie im grossen und ganzen hinwollen wenn Sie politische Macht haben und daher gilt es besonderes Augenmerk nicht nur auf das Argument zu richten sonder vor allem welches Narrativ damit gefüttert werden soll.

    • Vor 29 Tagen

      Ganze Familien wurden auseinandergerissen, die Gesellschaft gespalten in Menschen, die mehr wert waren als andere, Verwandte reden nicht mehr miteinander und eine Politikerkaste und Kriminelle haben sich daran bereichert und weigern sich, dafür Verantwortung zu übernehmen. Kritiker wurden mundtot gemacht oder mussten ins Ausland flüchten, wurden gar von Freunden und Nachbarn stasimäßig denunziert, wenn keine Maske getragen wurden. Andere wiederum wie Gunnar Kaiser, starben plötzlich an Krebs. Komplette Generationen von Kindern wurde die zukunft gestohlen und niemand interessiert es. Ganze Länder machten sich Untertan von einem Softwaremillionär, der die ganze Welt zwangsimpfen wollte. Guckt mal, was Gates in Indien alles gemacht hat. Im Nachhinein war die Impfung ein totaler Reinfall, denn krank wurde man trotzdem. Ein globales Experiment, dass die Menschheitsgeschichte bis dato nicht gesehen hatte und alle tun so, als sei nicht geschehen.

    • Vor 29 Tagen

      Oje, da lief die Diskussion gerade so schön in sachlichen und zivilisierten Bahnen ab... Da kommt auf einmal der nächste Höhlentroll aus dem Unterholz gekrochen und jammert etwas von "Generationen von Kindern" denen die Zukunft gestohlenen wurde. Da weiß man echt nicht mehr, ob man dieses Geseire traurig oder lustig finden soll.

    • Vor 29 Tagen

      Na ja, vielleicht hätte er's besser gefunden, wenn die Eltern und Großeltern der Kinder gestorben wären ...

      Ich find's ja manchmal schon faszinierend, daß es Leute gibt, die eine Unmenge Vorstellungskraft darauf verwenden, sich die Welt und die dazugehörige Argumentation so zurechtzubiegen, daß sie zu ihren Vorstellungen paßt, aber gleichzeitig an so einem eigentlich recht simplen Konzept wie "Vorgänge in der Natur und wie man ihnen begegnet" krachend scheitern.
      Gruß
      Skywise

  • Vor einem Monat

    Geistige Diarrhoe bleibt geistige Diarrhoe. Besonders, wenn die dünnen Haufen von Pocher & Naidoo geschissen werden.