Machtlos gegen die Konkurrenz: Der deutsche Telekommunikationskonzern trennt sich von seinem Musik-Download-Dienst.

Bonn (mau) - Die Deutsche Telekom gibt den Download-Dienst Musicload auf. Der Telekommunikationskonzern will sich in den nächsten Monaten von dem Portal trennen. Ob Musicload danach weiterläuft, hängt davon ab, ob sich ein Käufer findet. Vom möglichen Aus sind rund 50 Mitarbeiter betroffen.

Der Dienst, über den Kunden Musik legal downloaden und verwalten können, rentiere sich wirtschaftlich nicht mehr, so Innovationschef Thomas Kiessling. Zwar liegt Musicload mit rund vier Millionen Nutzern auf Platz drei der Download-Dienste - gegen die übermächtige Konkurrenz von Apple und Amazon ist Musicload jedoch seit Jahren chancenlos. "Für uns macht eine Fortführung keinen Sinn mehr", resümiert Kiessling.

Streaming-Dienste größter Konkurrent

Erschwerend kommt hinzu, dass Streaming-Dienste wie Spotify den Download-Portalen immer mehr den Rang ablaufen. Songs überall auf allen Geräten hören zu können, ohne eine Datei herunterzuladen, trifft auf immer größeren Zuspruch.

Musicload bietet zwar ebenfalls eine Streaming-Möglichkeit. Allerdings kooperiert die Telekom selbst erfolgreich mit Spotify, was die Streaming-Option von Musicload überflüssig macht.

Weitere Dienste sollen schließen

Neben Musicload trennt sich die Telekom auch von Gamesload und Softwareload. Lediglich die Videoplattform Videoload bleibt. Diese erweist sich aufgrund der Verknüpfung mit dem TV-Angebot Entertain als durchaus erfolgreich.

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7 Kommentare mit 19 Antworten

  • Vor 6 Jahren

    Die Freiheit, die Künstler durch die Online-Distribution ihrer Werke gewonnen haben, werden durch den Siegeszug von Streaming-PLattformen wieder zunichte gemacht.

    • Vor 6 Jahren

      Das Problem bei Musik Streaming Dienste ist, der Künstler bekommt sehr wenig Geld zurück pro abgespielten Song. Ein unbekannter Künstler kann damit nichts verdienen, man muss einen Namen haben, damit sich das lohnt und ein paar Fans.
      Man musss das ganze halt geschickt angehen, dann klappt das auch als unbekannter Künstler

    • Vor 6 Jahren

      Genau das mein ich. Finanziell gibts da für Newcomer nichts zu holen. Aber die Tendenz geht ja offensichtlich dazu, beim Streamingdienst der Wahl einfach auf Play zu drücken. Da müssen sich unbekannte Künstler schon ganz schön anstrengen, um solche Konsumenten jemals zu erreichen.

    • Vor 6 Jahren

      Das sind ja hier ganz neue Umstände die Steffi aufdeckt...

    • Vor 6 Jahren

      bist du jetzt glauben erschüttert?
      nein, eigentlich sollte das bekannt sein, besonders für künstler...

    • Vor 6 Jahren

      mmh man kanns auch anders machen.
      Als absoluter Neukünstler auf der eigenen Homepage gratis Songs anbieten.
      Diese werden bald Gestreamt.
      Gratispromo.
      Auftritte.
      Dängeläng!

      Wer allerdings was haben will (Geld) für seine Arbeit, dem sollte man das auch nicht vorenthalten.

    • Vor 6 Jahren

      Zwischen "Songs anbieten" und "diese werden bald gestreamt" fehlt aber glaub ich ein Schritt.

    • Vor 6 Jahren

      Gibts hier zufällig einen Smiley, der ein Sarksmusschild hochhält? Apropos gibt es hier überhaupt eine Smileyliste?

  • Vor 6 Jahren

    Ich wundere mich, dass eine bestimmte News noch nicht den Weg nach laut.de gefunden hat, gerade bei so einem Klickmagnet können sie doch eigentlich nicht "nein" sagen. Ich bin schon vollkommen bereit, das Popcorn rauszuholen.

  • Vor 6 Jahren

    So eine Sch****!
    Musicload war der einzige Anbieter, der im großen Stil Lossless- Musik als Einzeldateien zum DL angehoten hat, und das bei Popmusik...
    Schnell noch die ganzen Titel kaufen, die auf der Merkliste stehen, bevor es zu spät ist.
    Amazon und iTunes waren schon immer absolut benutzerunfreundlich. Ich weiß nicht, wie es die beiden überhaupt geschafft haben, nicht unterzugehen. Jetzt liegt alle Hoffnung auf Bandcamp, nachdem Beatport und Juno ihre Preise in ungeahnte Höhen getrieben haben...
    Naja die Leute kriegen, was sie verdient haben.