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April: Hans Söllner auf Schwurblerkurs

Auch den großen Autoritätenanzweifler Hans Söllner schickte Corona auf die falsche Bahn. Der bayerische Liedermacher fiel schon früh als Impfgegner auf, protestierte gegen Lockdown-Maßnahmen und war fassungslos, als er merkte, dass ihm plötzlich auf Facebook auch Menschen mit rechter Gesinnung applaudierten. Als er in einem Posting die Pandemiebeschränkungen mit dem Dritten Reich in Verbindung brachte, überzeugte ihn sein Label Trikont, eine Social-Media-Pause einzulegen. Viel gebracht hat's scheinbar nix. Im Sommer 2021 salbaderte Söllner wieder, dass Lockdowns wirkungslos seien, Maskenpflicht übertrieben, usw. Sein bekanntes Politikerbashing erweiterte er um das Feld der Virologen.

Er habe schließlich schon vor Corona polarisiert, ist eine seiner bedauernswerteren Schlussfolgerungen, die er nach einem Jahr Pandemie von sich gibt. Den Tag des Gedenkens der Corona-Toten missbrauchte er in feinster Schwurbler-Tradition zur Aufrechnung mit Opferzahlen anderer Katastrophen. Auch bei seinem langjährigen Label Trikont war man über diese Entwicklung keineswegs erfreut. Auf die Frage, wie es aktuell um das Verhältnis zu dem Liedermacher bestellt ist, ließ Chefin Eva Mair-Holmes im April wissen: "Es ist momentan von unserer Seite keine Produktion mit Hans Söllner geplant."

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