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5 Fragen an Mahendra

Depeche Mode, Metallica, PJ Harvey oder Miley Cyrus?

Robin: PJ Harvey oder Miley Cyrus. Nicht so altbackenes Alte-weiße-Männer-Zeug. Das Spannende liegt in der Zukunft und das passiert bei Depeche Mode und Metallica wohl wirklich nicht mehr. Es ist eine gute Zeit, um nach vorne zu schauen. The future is female.

Größte Album-Entdeckung im letzten halben Jahr?

Björn: Erst im Spätherbst 2020 habe ich das SOPHIE-Album "Oil Of Every Pearl's Un-Insides" entdeckt. Ihre Single "Faceshopping" hat mich akustisch und visuell direkt getroffen und mir einen direkten Zugang in die Welt des PC Music-Labels und den von Simon Reynolds despektierlich benannten Künstlerinnen des Conceptronica gegeben. Eine Wahnsinns-Künstlerin, die leider viel zu früh von uns gegangen ist. Die Nachricht hat mich sehr geschockt. Ich hätte SOPHIE gerne mal live gesehen.

Welche Platte, auf die du sehnsüchtig gewartet hast, hat dich (ein kleines bisschen) enttäuscht?

Lukas: Das Album "Assume Form" von James Blake hat mich bei der Veröffentlichung etwas enttäuscht. Neben den durchaus gelungenen Kollaborationen mit Rosalia, Travis Scott und Moses Sumney sind allerdings auch sehr kitschige Stücke wie "Can't Believe The Way We Flow" oder "Power On" drauf. Allein die Titel haben mich schon enttäuscht. Ich hätte eine grundsätzlich vielschichtigere Thematik des Albums erwartet. Aber die blanke Lebensfreude, die auch seine aktuellen Songs versprühen, sei ihm gegönnt. Musik lebt eben auch von Kontrasten.

Was war dein schlimmstes Konzert als Zuschauer?

Björn: Ich war damals oft auf Konzerten in Köln, weil es die kulturreichste Stadt im näheren Umkreis meines Heimatdorfes war. Wir waren ein Dreier-Gespann, das regelmäßig die 1,5 Stunden nach Köln und zurück gefahren sind. Da waren wir nun, bei The Temper Trap im E-Werk. Nachdem wir eine Stunde angestanden hatten, begann auch schon der Support-Act, den wir im Vorfeld schon ausgiebig gehyped hatten. Es folgten unglaublich gute 50 Minuten Supportslot von Chet Faker und seiner Band. Im Anschluss haben wir über eine halbe Stunde gewartet, bis dann endlich The Temper Trap auf der Bühne standen. Der Tontechniker brauchte ca. eine halbe Stunde, um den Sound erträglich zu gestalten. Währenddessen ratterte die Band ihr Set runter, das auch nach insgesamt knapp 40 Minuten ihr Ende fand. Keine Zugabe, kein Danke, kein Tschüss.

Bier und Brezeln - dafür liebt das Ausland die Deutschen. Was fällt leider manchmal unter den Teppich?

Alle: "Germanness" in der Popkultur ist ja sowieso eine spannende Sache. Was wird als Deutsch wahrgenommen? Derdie Prototypin des "Mad Professors", Krautrock oder Tokio Hotel? Über deutsche Klischees könnten wir wohl stundenlang reden, aber was uns gerade an Germanness bewegt: Ja Panik, Messer, Die Nerven!

Mahendra sind ein Osnabrücker Elektronik-Trio. Am Freitag erschien ihr Debütalbum "Partikel", das man hier hören und bestellen kann.

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