Musik-Redaktionen werden täglich mit haufenweise Promo-CDs bemustert. Manche finden gleich einen Liebhaber, andere werden zu Müll der besonderen Art: verkaufen, verschenken, wegwerfen - alles verboten!

Los Angeles (joga) - Wer einer CD überdrüssig ist, kann sie als Untersetzer verwenden, kann damit Frisbee spielen oder sie aus Wut bis zur Unkenntlichkeit zerkratzen - kein Problem. Nur wegwerfen sollte er sie nicht, zumindest wenn es nach der Universal Music Group in den USA geht.

Das Majorlabel versucht derzeit in einem Prozess durchzusetzen, dass auch das Wegwerfen von CDs als "ungenehmigte Verbreitung" und damit als Copyrightverletzung gelten kann. Konkret geht es um den Fall des Journalisten Troy Augusto, der Promo-CDs auf Ebay angeboten hatte und daraufhin von Universal verklagt wurde.

Augusto hatte erklärt, er hätte die CDs verschenkt oder weggeworfen, falls er auf Ebay keinen Abnehmer gefunden hätte. Die Vertreter der Anklage machen geltend, dass Augusto die CDs überhaupt nicht weitergeben dürfe, da er sie nicht käuflich erworben habe. Vielmehr würden Rezensionsexemplare im Besitz der Urheber verbleiben und an Journalisten nur ausgeliehen.

Die Verbraucherschutzorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) befürchtet negative Folgen auch für den gewöhnlichen Konsumenten, sollte das Gericht der Rechtsauffassung des Klägers folgen, und hat deshalb die Verteidigung Augustos übernommen. Die Anwälte von Universal wollen Augusto nämlich die Beweislast auferlegen, dass er die CD käuflich erworben hat.

In diesem Fall müssten Käufer von CDs künftig ihre Kaufbelege möglicherweise für Jahrzehnte aufbewahren - jedenfalls zumindest so lange, bis sie sicher sind, dass sie ihren Silberling weder verschenken noch verkaufen noch wegwerfen wollen.

Weiterlesen

Filesharing Neues Gesetz hilft "Piratenjägern"

Der Bundestag verabschiedet einen neuen Gesetzesentwurf zum Schutz der Rechteinhaber in der Unterhaltungsindustrie. Damit sollen u.a. die Staatsanwaltschaften entlastet werden, die derzeit unter Abmahnungswellen gegen Filesharer leiden.

Filesharing EU-Grüne kämpfen für die User

Die Grünen im Europäischen Parlament nehmen sich der Entkriminalisierung von Filesharing an. Mit einem Videospot wollen sie deutlich machen, dass das Kopieren urheberrechtlich geschützter Filme und Musik keinem Verbrechen gleich kommt.

28 Kommentare

  • Vor 13 Jahren

    @dennis22nrw (« Es wird immer lächerlicher mit dem Musikbusiness... Früher hat man ohne das ein Hahn danach kräht LP´s auf Kasetten überspielt. Heute liegt ne Abmahnung im Briefkasten oder die Polizei steht vor der Tür. Wo soll das noch hinführen? »):

    100%ig am Thema vorbei, vielen Dank :D

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    @Anonymous (« Leider wird in dem Artikel fast überhaupt nicht deutlich, das es eigentlich nur um Promocds geht und nicht um CDs allgemein »):

    wer lesen kann ... wie groß hätten sie es denn gerne?
    [b:3df8c148c7]
    Musik-Redaktionen werden täglich mit haufenweise Promo-CDs bemustert.[/b:3df8c148c7] Manche finden gleich einen Liebhaber, andere werden zu Müll der besonderen Art: verkaufen, verschenken, wegwerfen - alles verboten!

  • Vor 13 Jahren

    ja, habs schon kapiert, ihr kriegt auch ne Menge solcher Dinger, da kommt ihr gar nicht mit dem Hören klar und schon gar nicht mit dem Schreiben nach,.... oh wie wäre da Hilfe von nöten....

  • Vor 13 Jahren

    @Scratch (« Denn Label ist nicht immer gleich "böse Industrie" sondern manchmal auch einfach Idealist und integer. Also Augen auf beim Musikkauf. »):

    Ich weiß, daß ein Label nicht immer gleich "böse Industrie" ist. Ich gehöre ohnehin zu den Leuten, die es für unmöglich halten, daß es eine einheitlich vorgehende Industrie gibt bzw. geben kann.
    Aber ich find's gut, daß auch Labels abseits des Mainstreams zeigen, daß sie praktisch permanent nur am Jammern sind :D

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    Zitat (« sorry, dass ich jetzt vielleicht überheblich rüberkomme, aber die Auswirkungen der Promomaschinerie auf eine örtlichen Zeitung (die ihre Plattenkritiken wahrscheinlich auch noch hauptsächlich über die DPA oder die Teleschau abfrühstückt) und die eines etablierten Kultur/Musikjournalisten bzw. eines Angehörigen des Musikindustrieklüngels unterscheiden sich doch erheblich. »):

    Wir sprechen hier von einer Zeit, die weit, weit zurück liegt, und allein schon deshalb nicht mehr mit der heutigen Zeit vergleichbar ist - bei den Tonträgern, die ich aus dem Zeitungsarchiv geholt habe, handelte es sich um Schallplatten, Tonbänder und MusiCassetten. Zu dem Zeitpunkt wurden viele Tonträger tatsächlich noch in den heiligen Hallen einer Zeitungsredaktion besprochen und nicht mit Strg-C, Strg-V aus dem DPA-Archiv oder Abtippen der Promo-Infos abgefrühstückt.

    Zitat (« Wenn so jemand, dann noch Promo-CDs verscherbelt, ist das wirklich übel. Das ist ein Fakt an den du dich mal gewöhnen solltest anstatt es zu verteidigen. »):

    Okay. Hast Du eine brauchbare Alternative?
    Was macht man mit den Promos, die man nicht mehr braucht. Verschenken, wegschmeißen oder verkaufen kommt ja in Amiland nach diesem Urteil wohl sehr bald nicht mehr in Frage. Lagern, vernichten, zurücksenden oder abholen lassen wäre weder für den Promo-Inhaber noch für den Promo-Versender auf Dauer wirtschaftlich interessant.
    Und was machen die Händler, die Produzenten, die Labels und die anderen Promo-Empfänger außerhalb der Journaille mit ihren ganzen CDs? Dasselbe?

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    niemand hat vor, promo-cds wegzuscheißen!