Monatelang kämpfte Kesha vor Gericht, viele Stars solidarisierten sich. Nun hat sie verloren.

New York (mam) - Kesha sorgte mit ihrer Klage gegen den Musikmanager Dr. Luke für viel Aufsehen. Die Sängerin wirft ihrem Producer vor, sie im Laufe ihrer jahrelangen Zusammenarbeit sexuell missbraucht, physisch und psychisch ausgebeutet und unter Drogeneinfluss gesetzt zu haben. Dr. Luke wies diese Anschuldigungen zurück und zog daraufhin wegen Verleumdung und Vertragsbruches vor Gericht.

Die Anwälte von Dr. Luke und Sony verwiesen auf eine eidesstattliche Erklärung Keshas aus dem Jahr 2011, in der sie angab, dass Dr. Luke "niemals sexuelle Annäherungsversuche" unternommen habe. Auch die Frage, ob er ihr die Droge Roofie verabreicht habe, verneinte sie damals. Keshas Anwälte argumentieren, sie habe zu dem Zeitpunkt zu viel Angst vor dem Produzenten gehabt, um Klartext zu reden.

Nun urteilte am Dienstag eine Richterin in New York, große Teile ihrer Anschuldigungen könnten nicht weiter verfolgt werden, da die vorgeworfenen Straftaten keine Hassverbrechen seien, außerhalb von New York stattgefunden hätten oder bereits verjährt seien. Nur über die Rechtmäßigkeit des Vertrages zwischen Kesha und Sony steht noch ein Urteil aus.

Die meisten Anschuldigungen sind vom Tisch

Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Lukasz Sebastian Gottwald, so Dr. Luke bürgerlich, sind damit vom Tisch. Kesha hatte sich bei den Verhandlungen auf die Menschenrechte berufen und behauptet, Luke würde Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren, was ein Hass-Verbrechen darstellen würde.

Doch das Tribunal um Richterin Shirley Werner Kornreich stellte in seiner Urteilsbegründung fest, dass es keine eindeutigen Beweise gebe, die den Vorwurf, Gottwald hege einen Hass gegenüber Frauen, unterstützen würden.

Die harten Anschuldigungen der Sängerin sorgten in den vergangenen Monaten für ein großes Medien-Echo und entfachte eine hitzige Debatte. Viele Künstlerinnen solidarisierten sich mit Kesha. Taylor Swift spendete 250.000 Dollar für die Gerichtskosten, Lady Gaga und Kelly Clarkson stellten sich hinter Kesha und wünschten ihr viel Erfolg, ebenso wie Adele, Miley Cyrus und Ariana Grande.

Schauspielerin und Schöpferin der Erfolgs-Serie "Girls", Lena Dunham, schrieb ein Essay: "Der Fall Kesha zeigt die Art und Weise, wie das amerikanische Rechtssystem Frauen verletzt." Die Justiz scheitere daran, Frauen vor Männern zu schützen, die aus ihrer Sicht Vergewaltiger sind.

Vertragsstreitigkeiten bleiben bestehen

Der Anwalt Keshas, Mark Geragos, brachte außerdem die Sorge der Klägerin zum Ausdruck, selbst wenn sie nicht mehr verpflichtet sei, mit Dr. Luke zu arbeiten, würde Sony ihre Alben nicht mehr promoten und ihr so den Erfolg verwehren. Die Anwälte von Sony legten Einspruch ein, das Gericht wies die Sorge als "Fantasie und Spekulationen" zurück. Die Vertrags-Streitigkeiten bleiben bestehen.

Vor wenigen Tagen erwähnte Kesha in einem Instagram-Eintrag, ihr sei eine Vertragsauflösung angeboten worden, aber nur, wenn sie lüge. "Ich müsste mich entschuldigen und öffentlich sagen, dass ich niemals vergewaltigt worden bin." Aber es seien Dinge hinter verschlossenen Türen geschehen. Sie werde sich nicht von der Wahrheit entfernen. "Ich würde eher meine Karriere ruinieren, als jemals wieder für ein Monster zu lügen", teilte die Pop-Sängerin mit. Das letzte Wort scheint also noch nicht gesprochen.

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Kesha

Kesha,  | © Sony BMG (Fotograf: Shelby Duncan) Kesha,  | © Sony BMG (Fotograf: Shelby Duncan) Kesha,  | © Sony BMG (Fotograf: Shelby Duncan) Kesha,  | © Sony BMG (Fotograf: Shelby Duncan)

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laut.de-Porträt Kesha

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10 Kommentare mit 29 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    "Ich würde eher meine Karriere ruinieren .... "
    zumindest das dürfte sie erreicht haben :lol:

  • Vor 3 Jahren

    Die Vorwürfe waren haltlos
    Dr. Luke #Ehrenmann #unbesiegt

    Die einzigen die jetzt wirklich in die Röhre gucken sind Frau Swifts verjubelte Kröten und ein paar positive Sexisten ;)

    Btw sogar von einer Richterin festgestellt;, die nicht mit dem medialen Feministenstrom mitschwamm sondern sich eine unabhängige Meinung bildete. Sowas solls auch geben ;)

    Wahrheit liegt wohl wie sooft irgendwo in der Mitte bzw da draußen, Mulder

    • Vor 3 Jahren

      sagen wir es so..es stand aussage gegen aussage.
      ich kann nicht sagen wer die wahrheit sagt. das wissen nur die beiden. ABER..es wäre nicht das erste mal das jemand sexuellen missbrauchs bzw. vergewaltigung beschuldigt wird, und sich herausstellt, das es die taten gar nicht gab. Und je mehr solcher Anschuldigungen es gibt, um so vorsichtiger muss die Justiz sein, wenn es darum, Klagen anzunehmen und Urteile zu fällen. In den Usa ist es schnell passiert, das man als Unschilger verurteilt wird.

    • Vor 3 Jahren

      Ich erinnere mich an die Vorwürfe gegen Conor Oberst, die sich als haltlos herausstellten und Grund zu einer der besten Diskussionen mit Mister X lieferten. Sancho hatte das Thema übrigens auch mit seinen Kollegen im Büro.

    • Vor 3 Jahren

      "Wahrheit liegt wohl wie sooft irgendwo in der Mitte bzw da draußen, Mulder"

      Na, egal wo sie ist, Hauptsache du gibst deinen dümmlichen Senf dazu.

    • Vor 3 Jahren

      @catch: nur weil einer regelmäßig seine haare wäscht, sind seine äusserungen noch lange nicht dümmlich. anstatt dich hier als intellektuelle speerspitze aufzuspielen, solltest du mal lieber wieder deinen sumpf-graal verlassen und dich einer porenreinigung unterziehen. danach gehts dir sicher besser.

    • Vor 3 Jahren

      Hauptsache deine rhetorischen Missernten werden in schöner Regelmäßigkeit in all ihrer polemischen Pracht verlässlich eingefahren :)

      Bei den Anklägern im vorliegenden Fall wärst du in vorderster Reihe gestanden, verständlich deine Enttäuschung

    • Vor 3 Jahren

      War selbstverständlich @catch

    • Vor 3 Jahren

      Die Nörgelei scheint immerhin dahingehend gefruchtet zu haben, dass du mittlerweile die Großschreibung einbeziehst. Wenigstens ein Fortschritt.

      Spaß beiseite: Der Sexismus hier schockiert mich, ernsthaft.

    • Vor 3 Jahren

      Wenn er jetzt noch seinen Adjektiv-Gebrauch um 75% zurückfahren würde... Man darf ja noch träumen.