Sowohl Barack Obama als auch John McCain haben ihre liebe Mühe mit dem Pop. Während der demokratische Präsidentschaftsanwärter seinen Supporter Ludacris zurückpfeifen muss, weil dessen Track nicht p.c. genug ist für den Wahlkampf, hat sein konservativer Opponent Verständnisprobleme mit dem Copyright.

Erst …

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  • Vor 11 Jahren

    @videodrone (« @Kukuruz (« @kukuruz («
    Es ist jeder nur denkbare Aufwand in diese Produktion hineingesteckt worden, verschiedene Identifikatios-Zugänge für verschiedene Hörer-Zielgruppen offenzuhalten »):

    Und genau an sowas habe ich dabei gedacht:
    @dein_boeser_Anwalt (« dear republican party:
    http://www.bilder-hochladen.net/files/7cwd…
    sincerely yours dba »):
    »):

    willst du damit sagen, dass sowas kalkulierte tabubrüche seitens cash waren oder wie? »):

    Die Geste nicht. Die Veröffentlichung als ganzseitige Anzeige im Billboard Magazine allerdings. Wie kommt es, dass die Abrechnung eines Popstars mit seinen früheren Plattenfirmen zu einem Symbol übergreifenden Rebellen- und Outlawtums stilisiert wird? Die eingehegte Gesellschaft begehrt nach solchen Identifikationsankern. Aber im Kern ist es nix weiter als die Suggestionen, die auch von den Werbespots einer bestimmten Zigarettenmarke ausgehen.

    Nicht, dass ich nicht auch meine eigenen Ansichten zum Thema vertreten würde, aber da es genau zum angesprochenen Punkt passt, hier ein Zitat aus einem diesbezüglichen Artikel in der Washington Post:

    Rubin clearly cherishes the image of Cash as an anti-establishment renegade. When Cash won the best country album Grammy for Unchained, Rubin took out an ad in Billboard featuring a famous photo of Cash flipping the bird to the camera above the inscription "American Recordings and Johnny Cash would like to acknowledge the Nashville music establishment and country radio for your support." But the truth is, Cash was as steeped in show business as any Nashville hack—his "Man in Black" wardrobe was a uniform just like Tim McGraw's 10 gallon Stetson, and the grizzled, wounded voice you hear on the American Recordings albums was just one of many registers in which he could sing.

  • Vor 11 Jahren

    @dein_boeser_Anwalt (« nicht "blöde", nur eben naturwissenschaftler :D »):

    Und wenn schon. Wie hat Einstein schon mal sinngemäß gesagt: Ein Problem kann niemals auf der gedanklichen Ebene erfasst werden, auf der es entstanden ist.

    Manchmal wäre ein wenig Nüchternheit schon nicht schlecht. Hat eigentlich schon mal jemand den Satz von U2-Bono, nach welchem Johnny Cash sang "wie der Dieb neben dem gekreuzigten Jesus Christus" nicht nur in stummer Verzückung weitergereicht sondern mal überdacht. Kann es sein, dass das eigentlich völliger Blödsinn ist?

  • Vor 11 Jahren

    @dein_boeser_Anwalt (« nicht "blöde", nur eben naturwissenschaftler :D »):

    Willst du Krieg oder was?

  • Vor 11 Jahren

    Irgendwann, eine Attosekunde lang, wollte ich die Aussicht auf eine Frau/einen Schwarzen im Weißen Tempel als Quantensprung der politischen Evolution der USA sehen. Pustekuchen! Fürwahr, bevor ich im Jordan ersaufe, will ich miterleben, wie sich im Oval Office ein Atheist breitmacht, jemand, der sagt: Ja, ich habe als Tween eine Line nach der anderen gezogen [etc.], und ich bereue nichts davon! Einer, der den lebenden Toten von Evangelikalen nicht den Gefallen tut, sie wie ein räudiger Hund - will sagen - reuiger Sünder um Vergebung anzubetteln. Zumindest Obama kann ich mir privat als Agnostiker vorstellen, der den puritanischen Prädestinationsglauben nicht als göttliche Barmherzigkeit, sondern als Blockade individueller Selbstverwirklichung begreift. Aber öffentlich muss auch er sich als Erfüllungsgehilfe des himmlischen Plans präsentieren. Ohne jeden Zweifel wird er bei den anstehenden Aufräumarbeiten der Kollateralschäden der Bush-Ära ungleich erträglicher [sic ;)] sein, als ein Bush in Tragikomik kaum nachstehender McCain.
    (Wie, am Thema vorbei? Stilisierung/Idealisierung von Musikern zu Ikonen? O rly? :p)

  • Vor 11 Jahren

    @Anonymous (« ich bin mir nicht ganz sicher, aber wrsnicht umgekehrt? würde merh sinn machen »):

    Wenn man bedenkt, wo sich die Demokraten ehedem formierten - im ländlichen Süden nämlich - dann erscheint vieles gar nicht mehr so kryptisch.

  • Vor 11 Jahren

    @Amalia (« als ein Bush in Tragikomik kaum nachstehender McCain. »):

    Wenn dabei nicht Hunderttausende draufgegangen wären, könnte man von tragikkomisch reden. Aber so?

  • Vor 11 Jahren

    @Amalia (« ... der den puritanischen Prädestinationsglauben nicht als göttliche Barmherzigkeit, sondern als Blockade individueller Selbstverwirklichung begreift. »):

    Das ist vielleicht (bildungs)politisch und im Sinne der Aufklärung gesehen richtig. Aber wenn man sich mal die sehr plastischen Schilderungen der baptistischen Glaubenspraxis im Süden der USA zu Zeiten von Cashs Kindheit in der autorisierten Biografie von Steve Turner durchliest, erkennt man erst einmal wie unendlich weit diese von den zivilisatorisch eingehegten und bürokratisierten Formen in Europa - mit Säuglingstaufe, Konfirmationsunterricht usw. entfernt sind. Erst einmal ist man halb erwachsen, und dann ist es eine durch und durch freiwillige Entscheidung, dem "Ruf nach vorn" zu folgen. Das Ganze ist völlig irrational, ekstatisch, körperlich, dramatisch. Dagegen ist die Glaubenspraxis in Europa zum Sterben langweilig. Für einen zukünftigen Popstar kann das in höchstem Maße eine Quelle der Inspiration sein. Und im Falle von Johnny Cash war sie es ganz offensichtlich.

  • Vor 11 Jahren

    :suspect:

    Okay ab und an höre ich Johny Cash ganz gerne. Jetzt da aber so was draus zu machen.
    Ist wie mit Büchern, ich lese gern ab und an Anpsruchsvolle Bücher ab und zu darfs aber auch nen Groschenroman sein der jedes Klichee bedient.
    Was aber nichts über deren Qualität oder Sinn aussagt, da alle eine andere Zielsetzung haben.
    Selbes gilt wohl auch für Musik.

    Jetzt mehr draus machen zu wohlen. Weiß nicht obs lohnt.:???:

    Zum Thema McCain ist übrigens strenger Verfechter des Copyrights. Sehr seltsam alles, komischerweise ist da noch keine Klage erfolgt seltsame Welt ist das.

  • Vor 11 Jahren

    @wayfarer: Dir ist aber auch klar, dass diese winzige Minidiskussion hier ganzen Ozeanen von Feuilleton-Artikeln, Büchern, Memorabilien, Erinnerungen, TV-Sendungen, Filmen, Radiobeiträgen, Lesungen, thematischen Abenden, Fotoausstellungen, Forschungsarbeiten etc. pp. alle nur zum Thema Johnny Cash gegenübersteht. Dies ist doch das eigentlich interessante Phänomen. Die Musik von dem sehe ich ganz ähnlich wie Du: Einiges ist schon ganz gut gemacht.

    Zum Copyright. Nach den Informationen, die ich in der Washington Post dazu gelesen habe, und die zu der Reaktion von Rosanne Cash führten, ging es ausschließlich um den Auftritt von John Rich und die politische Vereinnahmung des Namens. Von Copyright-Problemen war da gar keine Rede.

  • Vor 11 Jahren

    Habe diesen Artikel auch schonmal unter Heise gelesen. Allerdings unter anderen Gesichtspunkten, pardon. Auch in Amerika gibts sowas wie die Gema und die Gebühren wahren, entgegen der eigenen Vorstellungen eines braven rebublikanischen lobbyisten und Präsidentschaftskandidaten, nicht bezahlt.

    Zum ersteren, Nein war es mir nicht, da ich manchmal der irrigen Meinung bin, das eine gute Geschichte, auch wenn sie gut ist, manchmal nur eine Geschichte ist.

    Ich glaube Johny Cash würds freuen wenn er noch Leben würde, oder er dreht sich gerade nur belustigt im Grab herum wer weiß schon was in einen Menschen vorgeht. ;)

  • Vor 11 Jahren

    bei denen die sich in 60 jahre nie ändern ist das einfach ;)

  • Vor 11 Jahren

    @matze73 (« Wenn dabei nicht Hunderttausende draufgegangen wären, könnte man von tragikkomisch reden. Aber so? »):

    In every life we have some trouble
    When you worry, you make it double... (http://www.youtube.com/watch?v=Dii3mzMQ3SQ)@Kukuruz (« Das Ganze ist völlig irrational, ekstatisch, körperlich, dramatisch. Dagegen ist die Glaubenspraxis in Europa zum Sterben langweilig. »):

    Ja, ich habe 'Sister Act' auch gesehen. Da steppt der Bär, sowas kennt man hierzulande nur von Weinfesten! ;)

    Für's Protokoll, persönlich komme ich mit einem religiös inspirierten Cash gut klar, wenn er 'God's Gonna Cut You Down' trällern mag - 'When he said 'John, go do my will' treibt mir vllt ein spöttisches Grinsen in die Visage, aber immerhin! Unterhaltung ist es allemal. Ich fühle mich da keineswegs mit missionarischen Ambitionen des Musikers belästigt, einfach weil ich es nicht so verstehen will. Kann sein, dass die Republikaner gleichfalls nur den ästhetischen Aspekt der Musik zu schätzen wissen? :suspect:
    Vom juristischen Standpunkt her ist's anscheinend ein Faux-Pas gewesen, also 'Pfui'!

  • Vor 11 Jahren

    der witz an der sache ist doch, dass alle wir-hören-j.cash-weil-uns-das-szfeuilleton-erzählen-will-er-sein-ein-kuhler-und-harter-rebel-gewesen
    so oder so in die Spaßkammer gehören.
    Von mir aus kann Cash auch feuer vom Himmel auf die Rotte Koran runter beten wenn ihm das Spaß macht. Ändert trotzdem nichts an dem was ich empfinde wenn ich Beast in me höre.
    Außerdem hat Cash auch schon den Vorzeige Nihilisten des Biz und Satans Sproß höchst selbtst gecovered und die würde selbst Johnny nicht missioniert kriegen...

  • Vor 11 Jahren

    @Amalia («
    Für's Protokoll, persönlich komme ich mit einem religiös inspirierten Cash gut klar, wenn er 'God's Gonna Cut You Down' trällern mag - 'When he said 'John, go do my will' treibt mir vllt ein spöttisches Grinsen in die Visage, aber immerhin! Unterhaltung ist es allemal. Ich fühle mich da keineswegs mit missionarischen Ambitionen des Musikers belästigt, einfach weil ich es nicht so verstehen will. »):

    Haha. Ja. So funktioniert Pop-Musik halt.

    Die Belästigung durch "missionarische Ambitionen" liegt ja auch ganz klar auf Seiten der Apologeten.

    Cash hat mit seinem Apostel-Paulus-Buch "The Man In White" ziemlich unmissverständlich sein eigenes Selbstbild dokumentiert: Das eines Saulus, der sich zum Paulus gewandelt hat. Und so hört es sich auch an.

    Albern wird es nur, wenn man das jetzt wörtlich nimmt, und einen sehr erfolgreichen Popstar tatsächlich als eine Art Heiligen ansieht.

  • Vor 11 Jahren

    @Torque («
    Außerdem hat Cash auch schon den Vorzeige Nihilisten des Biz und Satans Sproß höchst selbtst gecovered und die würde selbst Johnny nicht missioniert kriegen... »):

    Nick Cave und Trent Reznor?

    :illphone:

  • Vor 11 Jahren

    @Torque («
    Von mir aus kann Cash auch feuer vom Himmel auf die Rotte Koran runter beten wenn ihm das Spaß macht. Ändert trotzdem nichts an dem was ich empfinde wenn ich Beast in me höre. »):

    Ja. Wie gesagt, moderner Pop eben. Es scheint keine verschlüsselte Intention zu geben, die der Hörer zu "entschlüsseln" hat. Der hört heraus, was immer er heraushören will. Wenn dieses Spiel für möglichst viele und möglichst unterschiedliche Zielgruppen funktioniert, ist es handwerklich gut gemacht und verkauft sich entsprechend. Eigentlich könnte man sagen: Punkt.

    Das Besondere bei den Cash/Rubin-Produktionen scheint mir zu sein, dass sie eine Art Hybrid-Wesen sind. Denn Johnny Cash ist ohne Zweifel ein konventioneller Künstler und religiös empfindender Mensch, der sehr wohl eine ganz bestimmte Intention in seine Songs steckt. Das, behaupte ich mal, gilt auch und sogar noch mehr für die Songs, die aus einem nicht-religiösen oder sogar antireligiösen Kontext kommen wie "Personal Jesus". Das Geheimnis des enormen Erfolgs dieser Produkte besteht für mich darin, dass dieses Konventionelle oder auch meinetwegen "Authentische" durch den postmodern tickenden Produzenten in die aktuellen Verwertungskreisläufe einschleusbar gemacht und dann quasi "wiederentdeckt" wurden.

  • Vor 11 Jahren

    @matze73 (« @Torque («
    Außerdem hat Cash auch schon den Vorzeige Nihilisten des Biz und Satans Sproß höchst selbtst gecovered und die würde selbst Johnny nicht missioniert kriegen... »):

    Nick Cave und Trent Reznor?

    :illphone: »):

    der zweite stimmt schon mal. nick cave ist allerdings selber so ein kleiner erweckungsprediger. ich meinte Glen Danzig Mr. Satan´s Child himself...

    @ kukuruz
    es ist sogar erheblich mehr als moderner pop, aber dass können sie wohl eher nicht verstehen...

  • Vor 11 Jahren

    erheblich mehr, ja.

    gerade beast in me und hurt zeigen doch eher einen überlebenden, der sich zusammen mit den drogen sein größter feind war.

    der mann war in erster lini songwriter.

    als solcher stand er ja nicht jeden tag auf und dachte:

    "hm, mal wieder die welt missionieren"

    viel eher

    "hm, geile melodie am start, laß mal mucke machen,die was taugt"

    da muß man ja nicht jedem track die religionskeule um die ohren hauen

  • Vor 11 Jahren

    Was habt ihr denn für schlechte Assoziationen zum Begriff "Pop"? Das ist doch ein Lob!