Der Tod eines Musikers ist heutzutage längst kein Grund mehr, nicht live aufzutreten.

Konstanz (mofe) - Von so etwas Banalem wie dem Tod lässt sich ein Musiker im 21. Jahrhundert nicht davon abhalten, weiterhin mit Liveauftritten abzukassieren. Das haben zumindest findige Unternehmen bzw. Hinterbliebene des jeweiligen Stars herausgefunden.

Und so kehren sie seit einigen Jahren regelmäßig als Hologramme auf die Bühne zurück. Ob nun Michael Jackson, 2Pac oder Frank Zappa - keiner scheint vor diesem Schicksal gefeit zu sein. Dem technischen Fortschritt sei Dank.

Da die virtuelle Wiederauferstehung eines Musikers im Jahr 2019 keine Breaking News mehr hergibt, müssen schon größere Geschütze her: Die in diesem Segment führende Firma BASE Hologram schickt deshalb Roy Orbison und Buddy Holly gemeinsam on the road. Auf der "Rock'n'Roll Dream"-Tour im kommenden Oktober sind vierzehn Termine im Vereinigten Königreich geplant. Dass beide Musiker zu Lebzeiten nie zusammen aufgetreten sind, versteht sich von selbst.

Die Erben sind begeistert

Roy Orbison, von Elvis einst als "bester Sänger der Welt" geadelt, wurde bereits im vergangenen Jahr auf Hologramm-Tour geschickt. Rock'n'Roll-Pionier Buddy Holly blieb dieses Schicksal bisher erspart. Für die Greatest-Hits-Show könnte ja eigentlich Eddie Cochran als Support noch einen "Summertime Blues" zum Besten geben ...

Roy Orbison Jr, Verwalter des Nachlasses seines Vaters, ist jedenfalls begeistert und verspricht ein "transzendentes und kathartisches Erlebnis". Man kann sich dieses zweifelhafte Erlebnis auch richtig schönreden.

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Er trug eine dunkle Sonnenbrille und sang über schöne Frauen: So lauten die wohl spontansten Assoziationen, die die Erwähnung des Namens Roy Orbison …

laut.de-Porträt Buddy Holly

Seine Karriere sollte nur knapp zwei Jahre dauern - der Einfluss seiner Songs hält sich hingegen bis zum heutigen Tag. Vor allem die originelle Frische …

2 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor einem Monat

    "So kann man sich diese Leichenfledderei auch schönreden."

    Wäre dann nicht auch H. Ledger in Batman Leichenfledderei?
    Bei Filmstart war er ja auch schon tot.

    Könnte man dann überhaupt noch Alben oder Merch oder w.w.i. nach dem Ableben eines Künstlers verkaufen/kaufen ohne sich der Leichenfledderei schuldig zu machen?

    Man kann sich sicherlich darüber echauffieren, wenn nach dem Tod eines Künstlers auch noch der letzte Furz und das letzte Hüsteln als Song veröffentlicht wird aber eine "Live"-Show ist doch schon aufgrund der dahinter stehenden Technik interessant (zumindest für mich).

    Eine Holo-Show von Prince/Bowie/Motörhead würde ich so kurz nach deren Tod auch eher zwiegespalten sehen. Aber Holly und Orbison? Der eine ist seit 30 Jahren, der andere seit 60 Jahren tot.

    • Vor einem Monat

      Der Vergleich mit Heath Ledger hinkt meiner Meinung nach. Der hat sich schließlich bewusst entschieden den Film zu machen und hat die Szenen selbst gespielt.
      Hier fragt niemand die Künstler, ob das in deren Interesse ist. Zudem werden sie nach den Vorstellungen eines Produktionsteams inszeniert. Da wäre für mich der Vergleich mit Carrie Fisher im letzten Star Wars Film angebrachter. Auch da kann man ja geteilter Meinung sein.
      Ob man derlei Show nun spannend oder moralisch fragwürdig findet, bleibt natürlich Entscheidung des Konsumenten.

  • Vor einem Monat

    Das natürlich irgendwelche nichtsnutzigen Erben sich die Taschen voll machen ist halt immer so. Mich interessiert viel mehr wie gut solche Shows sind. Hat da wer Erfahrungen ?