Michael Kiske über das Reunion-Album aller drei Helloween-Sänger und Erwartungen an die Fans.

Konstanz (vog) - Am Freitag kehren die Hamburger Metal-Vorreiter Helloween mit zwölf taufrischen Songs zurück. Das selbstbetitelte Comebackalbum ist ein sattes Statement: Es ist die erste Helloween-Scheibe mit den drei Sängern Kai Hansen, Andi Deris und Michi Kiske.

Im Interview spricht der verlorene Sohn Kiske, der sich 1993 nach "Chameleon" von harter Musik verabschiedete, über die Kunst des Verzeihens und den guten alten "Keeper"-Vibe. Wie so oft im Leben wohnte laut Kiske auch dem Anfang seiner Band ein Zauber inne: "Die ersten sieben Jahre war alles auf unserer Seite, ein Selbstläufer, gepaart mit dem Nimbus der Unbesiegbarkeit. Danach habe ich erlebt, wie das plötzlich nicht mehr so ist."

Über den Weg gestolpert

Seinen Ex-Kollegen ging er zwar lange aus dem Weg, so ganz planen lässt sich dies aber letztlich auch nicht: "2013 bin ich bei einem Festival backstage in Michael Weikath reingerannt. Da war ich mit Avantasia unterwegs. Er hat die beste Sache gesagt, die man sagen kann. Er hat mich angeguckt und gefragt: 'Was habe ich getan, dass du mir nicht verzeihen kannst?'. Ich habe kurz innegehalten und gemerkt, da ist keine Wut mehr. Ich meinte, dass ich ihm schon vor Jahren verziehen hätte. Das war für mich ein Game-Changer." Erst danach konnte "Pumpkins United" entstehen.

Bevor das aktuelle Album-Projekt "Helloween" Gestalt annehmen konnte, legte Weikath Kiske nahe, Zeit mit dem aktuellen Sänger Andi Deris zu verbringen: "Wir hatten uns bis dahin nur aus der Ferne beschnuppert und teilweise aneinander gelitten, weil er derjenige war, der meinen ehemaligen Job hatte, während er viel Gegenwind von Kiske-Fans bekommen hat. Ich bin dann für zwei Wochen nach Teneriffa geflogen und es stellte sich schnell heraus, dass wir viel gemeinsam haben. Mir ist klar, dass das eine Karma-Verbindung ist. Die Bandmitglieder kennen sich nicht nur aus diesem Leben. Nicht bei allen gleichermaßen, aber Andi gehört definitiv dazu. Wir hatten beide das Gefühl, uns zu kennen und uns zu verstehen."

Kiske hofft, dass das Ergebnis auch bei den Fans gut ankommt. Dennoch ist er zu lange dabei, um zu erwarten, dass die Platte aufgrund der Wiedervereinigung automatisch an alte Erfolge anknüpfen muss: "Es ist was eigenes geworden mit den jeweiligen Fingerprints der Musiker (...) Wenn wir zufrieden sind, heißt das aber nicht, dass das Publikum es auch so sieht. Jeder hat seine spezielle Sicht und seine Favoriten, und jeder von uns hätte bestimmte Dinge anders gemacht. Derjenige, der das besonders betont, heißt Kai Hansen. Der hat es noch nicht so verstanden, dass es in einer Band nie so läuft, wie einer es gerne will", erlaubt sich Kiske einen augenzwinkernden Seitenhieb.

Das komplette Interview mit Michael Kiske, in dem er über den Songwritingprozess spricht und was er an U2-Sänger Bono bewundert, könnt ihr hier lesen.

Fotos

Helloween

Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Helloween,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

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