Der G8-Gipfel, der vom 6. bis 8. Juni im Ostseebadeort (Schein-)Heiligendamm stattfinden wird, schlägt auch im Musikbusiness hohe Wellen. Bono und Bob Geldorf nutzen jede Gelegenheit, Druck auf die Politiker auszuüben, damit die ihre Zusagen an die Dritte Welt erfüllen. Geldofs jüngster Coup: Er …

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  • Vor 13 Jahren

    Mal Off-Topic von dieser blöden BILD-Debatte (ich mag die BILD auch nicht, ebensowenig jedoch die ganzen Honks, die bei jedwediger Gelegenheit auf das Thema anspringen als ginge es um das personifizierte Böse) hat videodrone völlig recht.

    Zitat (« es ist den menschen dort nicht geholfen wenn ihnen monatlich ein sack reis hingestellt wird. »):

    Word.
    Afrika bräuchte Hilfe zur Selbsthilfe und nicht Almosen von Leuten, die ein wenig ihr Ego boosten wollen (etwas polemisch, zugegeben).
    Ich bin kein studierter Volkswirt und hab auch von globalen Wirtschaftsprozessen nicht sonderlich viel Ahnung, aber um zu erkennen, dass man nur mit Spenden um des Spendens Willen nichts erreicht, sondern eher lokal aufkeimende Wirtschaftszellen erstickt (Wer kauft schon von seinem quasi nicht vorhandenen Geld beim örtlichen Bauern Milch wenns nebenan viel billigeres Milchpulver aus dem Westen gibt?), braucht man glaube ich kein VWL Diplom.

  • Vor 13 Jahren

    es geht doch auch vielmehr darum, dass die breite masse mitkriegt was in afrika los ist, was die menschen für probleme haben.
    natürlich ist da keinem geholfen wenn denen monatlich ein sack reis hingestellt wird...hab ich auch mit keinem wort erwähnt.Gemeint war, dass es die da unten kaum stört,was genau ihnen geholfen hat, hauptsache ihnen hilft jemand. da muss was dauerhaftes her, stimmt schon, ernsthafte entwicklungshilfe!
    aber was auch dahinter steckt ist doch unwichtig solanngs irgendwie was bringt oder was bringen könnte...
    ich bin sicher kein freund der bildzeitung, nur um das klarzustellen

  • Vor 13 Jahren

    das problem liegt, ohne in größere ökonomische exkurse ausschweigen zu wollen, darin dass diese art von berichterstattung weder hilfreich noch irgendwie einen sinnvollen vorschlag unterbreitet mit dem man das problem beheben könnte. das ist dämlichster revolverjournalismus und pure sensationsgeilheit. mit der derzeitigen art der entwicklungshilfe verschlimmern wir die situation übrigens noch.

  • Vor 13 Jahren

    ich weiß nicht, ob bob geldof wusste, was die BILD redakteure da eigentlich genau zusammenschreiben, deswegen sollte das alles hier nicht allzusehr überschätzt werden...

  • Vor 13 Jahren

    @bettencourt (« ich weiß nicht, ob bob geldof wusste, was die BILD redakteure da eigentlich genau zusammenschreiben, deswegen sollte das alles hier nicht allzusehr überschätzt werden... »):

    Wenn man sich für die Chefredaktion einer Zeitung anmeldet, dann sollte man sich vorher schon darüber informieren, wie der Ruf ist und wie hoch der Wahrheitsgehalt eben jener Zeitung ist. Unverständnis!

  • Vor 13 Jahren

    er hat sich wohl eher für die AUFLAGE interessiert

  • Vor 13 Jahren

    @Quiéntienecojones (« es geht doch auch vielmehr darum, dass die breite masse mitkriegt was in afrika los ist, was die menschen für probleme haben. »):

    wer bisher noch nicht mitbekommen hat, dass die meisten menschen in afrika probleme haben, hat die letzten jahre weder fern gesehen noch zeitung gelesen..........

  • Vor 13 Jahren

    Es gibt seit einiger Zeit ein massives Engagement der Schwellenländer China und Indien in Afrika.

    Als Grund wird im Westen häufig gesehen, dass diese Länder einfach ein entsprechend massives Eigeninteresse in dieser Region verfolgen. Das kann schon sein. Es kann durchaus auch negative Aspekte haben (zum Beispiel Ökologie, Fortbestehen korrupter und menschenrechtsfeindlicher Regimes). Aber man sollte schon etwas genauer und ohne die üblichen ideologischen Feindbilder hinsehen. Genau der Punkt - die Eigeninteressenlage - ist für mich auch irgendwie der Garant, dass sich da etwas bewegen wird. Appelle bringen irgendwie auf Dauer nix. Es ist auch erstmal per se nix Schlechtes daran, wenn ein Land oder eine Region seine/ihre Interessen verfolgt, solange sie mit den Interessen anderer Länder/Regionen verknüpfbar ist. Und das kann man bei dieser Süd-Süd-Kooperation nicht einfach von vornherein ausschließen. Es gab letzten Herbst zjm Beispiel ein Gipfeltreffen afrikanischer Regierungschefs in Peking mit ziemlich weitreichenden Beschlüssen. Die pragmatischen Chinesen machen sowas ja meist eher in der Stille und ohne den ganzen propagandistischen Budenzauber der G8- und Gegen-G8-Veranstaltungen.

  • Vor 13 Jahren

    Oh, für die Kooperationen von Shell mit Nigeria findet man sicher auch irgendein Interesse in der Region, welches da erfüllt wird.

  • Vor 13 Jahren

    @SpaceCadet: Ich habe ja nicht gesagt, dass aus dem Eigeninteresse notwendig etwas politisch Vernünftiges folgt, sondern nur, dass aus dem Eigeninteresse nicht notwendig etwas politisch Unvernünftiges folgt.

    Alle Experten sind sich einig, dass die Krankheits- und Seuchenbekämpfung in Afrika alleroberste Priorität haben muss. Sonst kann sich weder Bildung noch Wirtschaft noch Kultur noch sonst irgendetwas entwickeln. Sowohl China als auch Indien exportieren äußerst preiswerte Medikamente - noch dazu zu gestützten Sonderkonditionen - nach Afrika, die in diesem Zusammenhang auch dringend benötigt werden.

    Ich glaube, wir hatten das Thema hier schon mal im Zusammenhang mit der WHO und dem Patentrecht. Ich kenne mich fachlich zuwenig mit Pharmazie aus, um das im Einzelnen beurteilen zu können. Aber: Wenn ich eine Berechtigung für eine gewisse Verschiebung der Grenzen der Legalität sehe, dann beim Nachentwickeln von Pharmaka und nicht beim Werfen von Pflastersteinen.

    Überhaupt: Die Husarenstücke gegen die Arroganz der westeuropäisch-amerikanisch-japanischen Vormacht, die die G8-Gegner so gerne vorführen würden - werden sie nicht längst von Ländern wie Indien und China praktiziert? Ich sehe sehr viele Aspekte dort äußerst kritisch. Aber immerhin: Als gegen Ende der 80er Jahre der Slogan vom "Ende der Geschichte", das heißt von der "Ewigkeit" der wirtschaftlichen Machtverteilung (Europa, USA, Japan) aufkam, hätte niemand ernsthaft vermutet, dass diese arrogante Weltsicht mit den genannten Ländern eine ziemlich heftige Abfuhr erteilt bekommen hat.

    Die G8-Gegner machen die Rechnung stets so auf: In China verdient man im Durchschnitt nur ein Zehntel dessen, was man in Westeuropa verdient. Und nicht: Im heutigen China verdient man im Durchschnitt zehnmal so viel wie im China der 80er Jahre. Das entlarvt meiner Ansicht nach die vollkommen westlich-orientierte Sicht eines Teil dieser Bewegung als Verteidigung althergebrachter Wohlstandsfestungen. Genau das Gegenteil dessen, was immer behauptet wird.

  • Vor 13 Jahren

    @Kukuruz («
    Die G8-Gegner machen die Rechnung stets so auf: In China verdient man im Durchschnitt nur ein Zehntel dessen, was man in Westeuropa verdient. Und nicht: Im heutigen China verdient man im Durchschnitt zehnmal so viel wie im China der 80er Jahre. Das entlarvt meiner Ansicht nach die vollkommen westlich-orientierte Sicht eines Teil dieser Bewegung als Verteidigung althergebrachter Wohlstandsfestungen. Genau das Gegenteil dessen, was immer behauptet wird. »):

    ich könnte dich für die aussage umarmen!

    ich betrachte die, sicherlich auch zu verurteilende kinderarbeit in einigen entwicklungsländern auch eher zwiespältig.
    auf der einen seite müssen die kinder klamtotten für den westlichen markt herstellen und kassieren dafür 50 cent in der woche.
    Wenn es aber nun kein H&M oder sonstwen gäbe, hätten sie womöglich gar keine arbeit.

    wieder schöner bericht von spiegel-online:

    Henry Lubega arbeitet als Journalist in Ugandas Hauptstadt Kampala. Von den Plänen, die Entwicklungshilfe für Afrika zu erhöhen, hält er wenig - wie eine steigende Zahl afrikanischer Intellektueller. "Afrikas Problem ist doch nicht der Mangel an Geld", sagt Lubega.

    Viele afrikanische Länder sind mit Rohstoffen gesegnet, gerade durch den chinesischen Wirtschaftsboom und Hunger nach Rohstoffen sind sie viel eher Profiteure der Globalisierung als deren Opfer. Und deshalb sei es eine "Tragödie", dass ständig versucht werde, die Hilfszahlungen zu erhöhen.

    Warum diese gutgemeinte Hilfe schade? "Die Regierungen hier lassen es sich auf eine unverschämte Art und Weise von den westlichen Steuergeldern gutgehen und unternehmen nahezu nichts, die eigene Wirtschaft zu fördern." Ohne die komme Afrika aber nicht auf die Beine.

    Es sei ganz einfach: Würde die Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, müssten sich die Führer nach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. "Erstens würde das die Vetternwirtschaft einschränken, denn Geld müsste dann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgeführt werden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens müsste die Regierung die Wirtschaft fördern, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein."

    Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig "zu Tode hilft" ist ihm ein Rätsel. Es habe wohl mit Psychologie zu tun, meint er achselzuckend: "Eure Minister und Schlagersänger fühlen sich besser, wenn sie sich auf diese Art produzieren können."

    Und Afrika? "Ist ihnen wohl herzlich egal." Es klinge vielleicht paradox - aber manchmal sei eben mehr geholfen, "wenn die Überlebenskräfte des anderen gestärkt würden, als wenn man ihn mit seiner Philanthropie erdrücke".

    Lubega steht mit seiner Ansicht nicht allein in Afrika. Dass er in Europa gehört wird, glaubt er hingegen kaum. "Die wahre Arroganz, der wahre Kolonialismus wird nicht von euren Unternehmern, diesen vermeintlichen Ausbeutern, an den Tag gelegt, sondern von euren Philanthropen. Sie sollten tun, worauf sie spezialisiert sind: Popmusik machen oder Parteipolitik. Afrika ginge es ohne ihre ständigen Nachstellungen jedenfalls besser."

    Ob er der gewachsenen Aufmerksamkeit für Afrika aber nicht auch etwas Positives abgewinnen könne? Ach, das sei die alte Leier, sagt Lubega. Immer heiße es, man müsse die Menschen zwingen, sich mit Afrika zu beschäftigen. Aber wem sei damit geholfen? Gehe es den Geschundenen Darfurs etwa besser, seit Mia Farrow und George Clooney dort herumschwirrten? Profitiere Uganda von den Besuchen des Kölsch-Rockers Wolfgang Niedecken?

    "Es gab hier Musik lange vor euch Europäern." Die deutsche Regierung habe es kürzlich sogar fertig gebracht, der kenianischen viele Millionen Euro zur Korruptionsbekämpfung zu überweisen. Dabei sei die kenianische Regierung erstens eine der korruptesten der Erde. Und zweitens bestehe Korruptionsbekämpfung doch wohl eher darin, ausnahmsweise einmal kein Geld zu nehmen, das man nicht verdient habe, anstatt sich damit die Taschen voll zu stopfen.

    Der Tag in Kampala neigt sich dem Ende zu. Aus Deutschland hört man von Krawallen in Rostock. In Uganda wird immer noch der Sieg gegen Berti Vogts' nigerianische Super Eagles gefeiert. Kein guter Tag für Entwicklungshelfer.

  • Vor 13 Jahren

    Hate him or love him: Aber dieser Mann bewegt etwas ! Seine Genialität ist einfach umwerfend, und jeder, der etwas anderes behauptet, beneidet ihn doch nur im Grunde....

  • Vor 13 Jahren

    @Kukuruz (« Es gibt seit einiger Zeit ein massives Engagement der Schwellenländer China und Indien in Afrika.

    Als Grund wird im Westen häufig gesehen, dass diese Länder einfach ein entsprechend massives Eigeninteresse in dieser Region verfolgen. Das kann schon sein. Es kann durchaus auch negative Aspekte haben (zum Beispiel Ökologie, Fortbestehen korrupter und menschenrechtsfeindlicher Regimes). Aber man sollte schon etwas genauer und ohne die üblichen ideologischen Feindbilder hinsehen. Genau der Punkt - die Eigeninteressenlage - ist für mich auch irgendwie der Garant, dass sich da etwas bewegen wird. Appelle bringen irgendwie auf Dauer nix. Es ist auch erstmal per se nix Schlechtes daran, wenn ein Land oder eine Region seine/ihre Interessen verfolgt, solange sie mit den Interessen anderer Länder/Regionen verknüpfbar ist. Und das kann man bei dieser Süd-Süd-Kooperation nicht einfach von vornherein ausschließen. Es gab letzten Herbst zjm Beispiel ein Gipfeltreffen afrikanischer Regierungschefs in Peking mit ziemlich weitreichenden Beschlüssen. Die pragmatischen Chinesen machen sowas ja meist eher in der Stille und ohne den ganzen propagandistischen Budenzauber der G8- und Gegen-G8-Veranstaltungen. »):

    Ersetze "China" mit "Shell". Würdest Du dann genau dasselbe schreiben? Und wenn nein, warum nicht?

  • Vor 13 Jahren

    Shell ist ein Wirtschaftskonzern, der einfach nur das maximale an Ressourcen aus einem Land wie Nigeria herausholen will. Ein Staat wie China hat dagegen ein weitgefächertes Spektrum an Interessen. Letztendlich wird es wohl um eine Art stille Neuordnung der geopolitischen Machtverhältnisse zu seinen Gunsten gehen. Dafür werden auch Staaten unterstützt, die nicht über nennenswerte Rohstoffe verfügen. Dafür werden aber auch korrupte oder menschenrechtsfeindliche Regimes wie das im Sudan unterstützt.

    Nur, das ist halt die typisch westliche Sicht nach dem Motto: Die sollen erstmal stabile demokratische Verhältnisse und eine liberale Wirtschaftsordnung in "unserem" Sinne haben, dann sehen wir weiter. Bzw.: ansonsten greifen wir militärisch ein (wie im Irak).

    Ich bin mir schon im Klaren darüber, dass auch ein Staat wie China zur Sicherung seiner Eigeninteressen kaum irgendwelche Skrupel an den Tag legen wird. Auf der anderen Seite sind die aber für mich schon ein wenig so etwas wie die Seeräuber für die Seeräuber-Jenny aus dem bekannten Brecht-Lied der Dreigroschenoper. So ganz aus dem Bauch heraus gesprochen. Ich kann eine gewisse Genugtuung angesichts der Dynamik, mit der die ganze arrogante und saturiert-überhebliche Sicht der traditionellen westlichen Eliten über den Haufen geworfen wird, nicht verhehlen. Was ist dagegen schon "Heiligendamm verhindern"?

  • Vor 13 Jahren

    Aber der wesentliche Unterschied zwischen "Shell" und "China" ist natürlich folgender: In China sind - laut "Die Zeit" - seit 1980 etwa 400 Millionen Menschen der schlimmsten Armut entkommen und noch einmal 260 Millionen Menschen verfügen mittlerweile über ein Jahreseinkommen von mehr als 20 000 Dollar. Das sind schier ungeheuerliche Zahlen, wenn man bedenkt, dass ganz Afrika mit knapp einer Milliarde Einwohner ungefähr in der selben Größenordnung liegt und wenn man darüber hinaus bedenkt, wie stiefmütterlich China im Verhältnis dazu eigentlich mit natürlichen Ressourcen bedacht wurde. Es gab in den 70er und 80er Jahren viele spektakuläre TV-Bilder von hungernden Kindern in Afrika. China dagegen lag buchstäblich hinter dem eisernen Vorhang und das Elend dort war medial einfach nicht präsent. Das verzerrt womöglich schon die Relationen, mit denen die Probleme der Welt in Westeuropa wahrgenommen wurden. Es ist doch nicht verwunderlich, wenn man jetzt die Hoffnung hegt, dass sich dieses Wunder wenigstens zum Teil irgendwie übertragen und wiederholen ließe.

  • Vor 13 Jahren

    @LL Pop J (« Geldofs Engagement und vor allem GENIALITÄT ist einfach UNÜBERTREFFLICH!!! Peace out homies out there »):

    Tja, wo Du recht hast, hast Du recht..... und wie schon erwähnt von mir, alle, die etwas anderes behaupten, wären nur selber gern so genial !Die Menschheit ist neidisch auf soviel Cleverness. Oder wie heißt es immer: getroffene Hunde bellen....

  • Vor 13 Jahren

    da gibts nichts zu lachen !!! oder biste etwa auch neidisch ???